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MI | 21.03 | 17:47
29. Juli 2006 Univ.-Prof. Dr. Peter Riedl: Medizin und Meditation

"Die Zukunft des Heilens zwischen Spiritualität und Hightech" war das Leitthema der 25. Goldegger Dialoge. Univ.-Prof. Dr. Peter Riedl geht in seinem Vortrag der Frage nach, welche Verbindungen es zwischen Spiritualität und High-Tech-Medizin gibt und wie sich das Medizinsystem verändern könnte.
Das "Wissen", dass Schulmedizin krank mache und Alternativmedizin Humbug sei, ist falsch. Statt von solchem "Wissen" auszugehen, schlägt Prof. Peter Riedl vor, von einem Zustand des Nicht-Wissens aus, neue Wege zu suchen. Der Weg zum Nicht-Wissen, zur Gedankenstille, ist die Meditation. In ihr wird gelernt, die Aufmerksamkeit von der äußeren Welt abzuziehen und nach innen zu lenken.
Dieser spirituelle Weg ist kein einfacher und schneller Weg, sondern es ist ein fallenreicher Weg, ein Weg durch die Angst und ein Weg, der viel Geduld und Übung erfordert. Was die Schulmedizin von den geistig-alternativen Methoden lernen kann, ist mehr Zuwendung, Bewusstheit und Achtsamkeit. Was die geistig-alternativen Methoden von der Schulmedizin lernen können, ist, klarer zu denken in Strukturen, sagt Prof. Peter Riedl.
Zum Verhältnis von Körper und Geist meint Peter Riedl: Es kann zwar sein, dass wir durch unsere Gedanken krank werden, aber wir werden nicht so ohne weiteres im Rückkehrschluss gesund, indem wir anders denken, positiv Denken. Er bezweifelt auch, dass es möglich ist, durch logisches Denken die seelisch-geistigen Ursachen einer Erkrankung zu erkennen.

Dr. Peter Riedl ist Facharzt für Radiologie und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Buddhismus und Meditation. Er ist Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft und Gründer von W.I.S.D.O.M – Wiener Schule der offenen Meditation.
Buchtipp:
Peter Riedl: Auf ins Nirvana. Gespräche über Buddhismus (Ibera-Verlag)
Hans Jellouschek, Peter Schellenbaum, Ken Wilber u. a.: Was heilt uns? Zwischen Spiritualität und Therapie (Herder)