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MI | 21.03 | 17:47
7. Mai 2005 Dr. Christoph Kolbe: Was die Liebe so kompliziert macht, und wie sie trotzdem gelingen kann

Die Sehnsucht nach einer erfüllten Partnerschaft ist sehr groß, gleichzeitig scheitern viele Partnerschaften. Liebe wird als etwas Wunderbares und gleichzeitig als etwas sehr Gefährliches erlebt.
Dr. Christoph Kolbe (Bild: vorarlberg.ORF.at)

Komplizierte Liebe
Liebe trägt in sich das Potenzial des Himmels und gleichzeitig der Hölle. Liebe ist kompliziert und deshalb fragil geworden.
Entwicklungsherausforderung
In seinem Vortrag zeigt der Existenzanalytiker und Logotherapeut Dr. Christoph Kolbe, dass die Liebesbeziehung eine geschichtlich junge Erscheinung und deshalb so kompliziert geworden ist.

Jede Liebesbeziehung hat vier Auswirkungen: Sie rührt an tiefste Ängste, an tiefste Sehnsüchte, sie fragt immer neu nach den Motiven für das Zusammenleben, sie ist eine ständige Entwicklungsherausforderung.
Konflikte erschweren Liebe
Liebe kann gelingen durch personale Begegnung. Diese Begegnung wird durch zahlreiche Konflikte erschwert. Es sind nicht nur Konflikte zwischen den Partnern (interpersonale Konflikte), sondern vor allem auch intrapsychische Konflikte, d. h. ambivalente, gegensätzliche Motivationen in der eigenen Person.

So können lebensgeschichtliche Mangel- und Traumaerfahrungen dazu führen, dass frühkindliche Ängste die Partnerschaft stören und einengen. Aus der Not der Kindheit (z. B. verlassen worden zu sein) entsteht eine Bedürftigkeit, aus der sich einengende und zerstörerische Erwartungen an die Partnerschaft entwickeln.
Drei Pole berücksichtigen
Eine Paarbeziehung kann gelingen, wenn drei Pole berücksichtigt werden: der Substanzpol (Können wir miteinander sein?), der Nähepol (Mögen wir gerne miteinander sein?), der Individualitätspol (Darf die Eigenständigkeit zum Ausdruck kommen?).