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MI | 11.04.2012
Tod in Venedig (Bild: ORF)
bregenzer festspiele
Erfolgreiche Premiere von "Tod in Venedig"
Mit der Premiere von Benjamin Brittens Oper "Tod in Venedig" hat am Mittwochabend im Festspielhaus das künstlerische Programm der 62. Bregenzer Festspiele begonnen. Kritiker und Publikum waren vor allem von Tenor Alan Oke begeistert.
Britten-Schwerpunkt
Das Festspielprogramm steht heuer im Zeichen von "Britten und Britain". Dem englischen Komponisten Benjamin Britten ist ein Programmschwerpunkt gewidmet. Die Oper "Tod in Venedig", die sich an der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann orientiert, ist eine Kooperation mit dem englischen Aldeburgh Festival.
Tod in Venedig (Bild: ORF)
B.Waldner-Barnay (Bild: ORF)
Bettina Waldner-Barnay
Kritik von Radio Vorarlberg-Kulturredakteurin Bettina Waldner-Barnay:
Bravorufe gab es für alle Beteiligten der Premiere, besonders aber für den Tenor Alan Oke. In den zweieinhalb Stunden, die "Tod in Venedig" dauert, entwickelt er sich vom abgehobenen Schriftsteller, der seine Schaffenskrise in Venedig heilen möchte, zum gebrochenen alten Mann, der auf seiner Reise zwar Inspiration, letztlich aber auch den Tod findet. Alan Oke verfügt über außerordentliches schauspielerisches Talent und eine wahrhaft bewunderungswürdige Stimme.

Dem Dirigenten Paul Daniel und damit natürlich auch den Wiener Symphonikern gelingt es, sämtliche Details und Finessen in Brittens Partitur deutlich herauszuarbeiten, der Britten Festival Chorus hat den Namen "Chor" eigentlich kaum verdient - das Ensemble besteht aus durchwegs ausgezeichneten Solisten und der Bariton Peter Sidhom verleiht jeder der sieben verschiedenen Rollen, die er darstellt unterschiedliche Charaktere mit einem gemeinsamen Nenner allerdings, einem teuflischen!

Dazu ein Ballett, das ein wahrer Augenschmaus ist, ein wunderbar reduziertes Bühnenbild (Tom Schenk), das Raum für die eigene Phantasie lässt und eine Inszenierung (Yoshi Oida), die auf die Strahlkraft all der bislang angesprochenen setzt und der Musik dient. Ein beeindruckender Opernabend!
Tod in Venedig (Bild: ORF)
Inhalt der Oper "Tod in Venedig"
Der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach flieht, auf Inspiration hoffend, nach Venedig und verliebt sich in den Knaben Tadzio. Er glaubt, im 12-Jährigen die Möglichkeit vollkommener Form zu erkennen, um die er als Schriftsteller ein Leben lang gekämpft hat. In der Stadt bricht die Cholera aus, aber Aschenbach bleibt. Seine Gedanken lassen nur noch ihn und Tadzio am Leben. Als er sieht, wie Tadzio beim Spielen leblos in den Sand stürzt, bricht Aschenbach tot zusammen, während Tadzio aufsteht und sich langsam entfernt.
Tod in Venedig (Bild: ORF)
Benjamin Britten "Tod in Venedig"
Musikalische Leitung: Paul Daniel
Inszenierung: Yoshi Oida
Bühnenbild: Tom Schenk
Kostüme: Richard Hudson
Light Design: Paule Constable
Choreographie: Daniela Kurz
Chorleitung: Philip Sunderland

Britten Festival Chorus
Wiener Symphoniker

Sänger: Alan Oke, Peter Sidhom, Will Towers

Weitere Aufführungstermine:
Sonntag, 22. Juli 2007, 11.00 Uhr
Sonntag, 29. Juli 2007, 11.00 Uhr
Samstag, 4. August 2007, 14.00 Uhr
Sonntag, 5. August 2007, 11.00 Uhr
Tod in Venedig (Bild: ORF)
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