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MO | 13.02.2012
Tosca (Bild: ORF)
bregenzer festspiele
"Tosca"-Premiere als virtuelles Erlebnis
7.000 Besucher haben am Donnerstagabend eine optisch und akustisch beeindruckende Premiere von Puccins Oper "Tosca", dem Spiel auf dem See der Bregenzer Festspiele, erlebt. Ein Teil des Bühnenbildes verwandelte sich in eine LED-Wand.
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Bilder von Überwachungskameras
Die Oper wurde mit 17 Kameras live in ORF2 und 3sat übertragen. Bildregisseur Felix Breisach setzte sieben Überwachungskameras ein, die im Bühnenbild strategisch integriert sind. Sie liefern Schwarz-Weiß-Bilder.
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Bühnenbild mit einem überdimensionalen Auge
Das bewegliche Bühnenbild (von Johannes Leiacker) von "Tosca" wird von einem überdimensionalen Auge beherrscht. Es ist Symbol für den Überwachungsstaat. Bei "Tosca" wird das Bregenzer Akustiksystem BOA (Bregenz Open Acoustic) eingesetzt. Es schafft eine Raumsimulation unter freiem Himmel.
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Ingrid Bertel (Bild: ORF)
Ingrid Bertel
Kritik: Geteilte Meinungen
Eine Premieren-Kritik von Radio Vorarlberg-Kulturredakteurin Ingrid Bertel: "Die teils recht poppige Inszenierung sorgte für geteilte Meinungen: Begeisterung beim Videoclip-geschulten jungen Publikum, Ablehnung dagegen bei eingefleischten Belcanto-Freunden.
Tosca (Bild: ORF)
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Tosca (Bild: ORF)
Imposantes Bühnenbild
Herzstück des Bühnenbildes ist eine 50 Meter breite und 25 Meter hohe Augenwand. Die Wand mit einem überdimensionalen Augenbild ist Symbol für den Überwachungsstaat von Polizeichef Scarpia. Mittels eines hydraulischen Antriebs kann die Augenwand nach hinten weggeklappt werden.
Tosca (Bild: APA)
Große bewegliche Elemente
Im Verlauf der Oper ändert sich das Bühnenbild entscheidend. Nicht nur die Augenwand, sondern auch die Iris des Auges ist beweglich. Der kreisrunde Ausschnitt mit einem Durchmesser von zwölf Meter kann mittels eines 20 Meter langen Kranarms bewegt werden.

Das dritte große bewegliche Element ist ein 14 Meter hohes und zwölf Tonnen schweres Kreuz
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Eine halbe Million TV-Zuseher
Es war eine Premiere bei der Premiere - und bis zu 316.000 Opernfans waren via ORF 2 live dabei: Erstmals übertrug das ORF-Fernsehen am 19. Juli 2007 um 21.05 Uhr die Premierenaufführung der Bregenzer Festspiele. Im Schnitt 205.000 Zuseherinnen und Zuseher sahen Puccinis "Tosca" im ORF. Via 3sat verfolgten weitere 251.000 Zuschauer in Deutschland und Österreich die Opernpremiere vom Bodensee. Damit erreichte "Tosca" in beiden Ländern insgesamt knapp eine halbe Million Zuschauer.

Der ORF-Marktanteil lag bei 13 Prozent (12+), in der Zielgruppe 50+ bei 22 Prozent. Das größte Publikumsinteresse herrschte in Vorarlberg (28 Prozent Marktanteil), gefolgt von Wien mit 19 Prozent. Ein weiteres Highlight aus Bregenz bietet 3sat am 27. Juli: Ab 22.00 Uhr steht live-zeitversetzt die Premiere von Benjamin Brittens "Paul Bunyan" auf dem Spielplan.
Giacomo Puccini "Tosca"
Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Philipp Himmelmann
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Jorge Jara
Light Design: Davy Cunnigham
Akustikdesign: Wolfgang Fritz
Chorleitung: Philip Sunderlund

Bregenzer Festspielchor
Britten Festival Chorus
Wiener Symphoniker

Sänger: (u.a.) Nadja Michael, Zoran Todorovich, Peter Sidhom
Spiel auf dem See: "Tosca"
Die Oper "Tosca" des italienischen Komponisten Giacomo Puccini wurde am 14. Jänner 1900 uraufgeführt. "Tosca" ist eine klassische Dreiecksgeschichte aus Grausamkeit und Lust, Leidenschaft und Eifersucht, Misstrauen und Besitzanspruch zu Zeiten eines diktatorischen Überwachungsstaates.
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Zwei Männer und eine Frau
Im Zentrum der Oper stehen drei Menschen im politischen Geschehen zwischen Absolutismus und revolutionärem Aufbegehren: Die gefeierte Sängerin Floria Tosca, der Maler und Revolutionär Mario Cavaradossi und der Polizeichef von Rom, Scarpia. Beide Männer begehren die Sängerin.
Tosca-Premiere (Bild: ORF)
Liebe und Tod
Scarpia verfolgt Cavaradossi, weil dieser dem ehemaligen Konsul der römischen Republik, Angelotti, zur Flucht verholfen hat. Er foltert ihn in Gegenwart von Tosca. Als sie die Schreie von Cavaradossi nicht mehr ertragen kann, verrät sie Scarpia das Versteck Angelottis.

Cavaradossi wird zum Tod verurteilt. Scarpia verspricht Tosca, ihren Geliebten nur zum Schein zu erschießen und dem Paar zur Flucht zu verhelfen, wenn sie sich ihm hingibt. Tosca ersticht den Polizeichef, Cavaradossi wird hingerichtet, Tosca springt von einer Burg in den Tod.
Tosca (Bild: ORF)
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