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MI | 11.04.2012
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst
Prämierung
Vorarlberger Holzbaupreis wurde vergeben
Am Freitagabend sind im Festspielhaus in Bregenz die Träger des "Vorarlberger Holzbaupreises 2007" bekannt gegeben worden. Die Fachjury hat 21 Gebäude in verschiedenen Kategorien prämiert.
Innovative Holzbautechnologien
Aus den eingereichten 167 Objekten wurden 21 Gebäude in verschiedenen Kategorien prämiert - sechs Hauptpreisträger wurden ausgewählt, dazu gab es 13 Auszeichnungen, einen Sonderpreis und einen Wertschöpfungspreis.

Ziel des alle zwei Jahre ausgeschriebenen Wettbewerbs ist es, die Leistungen im Vorarlberger Holzbau auszuzeichnen und zu fördern.

Neben der Architektur wurden heuer das ökologische Bauen sowie der fachgerechte Holzeinsatz und innovative Holzbautechnologien stärker bewertet als in den vergangenen zehn Jahren.
10.000 Euro an Preisgeldern vergeben
Neu ist auch, dass der Wettbewerb für Holzmischbauweisen geöffnet wurde – allerdings mit der Einschränkung, dass die Gebäude vorwiegend aus Holz sein müssen oder dass Holz eine zentrale Bedeutung einnimmt. Insgesamt wurden Preisgelder in einer Gesamthöhe von rund 10.000 Euro vergeben.

Laut Jury habe es beim Vorarlberger Holzbaupreis 2007" eine neuerliche Rekordbeteiligung gegeben - nicht nur im Hinblick auf die Menge, sondern vor allem auch auf die breite, qualitativ hochwertige Spitze.
Holzbaupreis (Bild: Mathis)
Holzbaupreis, Kategorie: Mehrfamilienhaus
Bauherrschaft: Rohmberg Bau GmbH, Bregenz Planung: Atelier für Baukunst, Dornbirn DI Wolfgang Ritsch, DI Norbert Schweitzer DI Gerhard Hörburger, DI Helmut Kuess
Ausführung: Hoch-Tief-Bau-Imst GmbH, Dornbirn | Rhomberg Bau GmbH, Bregenz
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Vier lang gestreckte, leicht geschwungene, viergeschossige Baukörper bilden den Wohnpark Sandgrubenweg in Bregenz. Sinuslinienförmig geschwungen, fügen sie sich, der Besonnung und Topographie folgend, unter den Baumbestand des bestehenden Parks ein.

Wohngeschosse in Stahlbeton-Skelettbauweise mit flexiblen Innenwänden und nicht tragenden Außenwänden in vorgefertigter Holzelementbauweise bieten Barrierefreiheit, hohe Nutzungsflexibilität und praktikable nachträgliche Veränderbarkeit. Unterschiedlich tiefe umlaufende Balkone mit verschiebbaren Sichtschutzelementen schaffen individuelle Wohnbereiche und variable Rückzugsmöglichkeiten ohne Veränderung der äußeren architektonischen Gesamterscheinung.

Der Heizwärmebedarf ist mit 35 kWh pro Jahr und Quadratmeter Bruttogeschossfläche deutlich unter den Werten von Wohnbauten aus dem gleichen Zeitraum. Die Wärmeversorgung erfolgt durch eine Pellets-Zentralheizung, die ihre Wärme den Räumen über eine Fußbodenheizung zuführt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde potentiellen Käufern als zusätzliche Kaufoption angeboten. Jede Wohnung verfügt über ein Bedienelement zur Raumtemperatursteuerung, bei dem auch der bisherige Energieverbrauch angezeigt wird.
Holzbaupreis, Kategorie: Export
Bauherrschaft: Gemeinnützige Allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungs reg. Gen.m.b.H., Wien Planung: DI Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach Johannes Kaufmann, Dornbirn Ausführung: Schertler-Alge Holzbau GmbH, Lauterach
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Zwei winkelförmige und ein langgestreckter Baukörper bilden differenzierte Außenräume und mögliche Blickbeziehungen innerhalb der Gesamtanlage. Die Erschließung der winkelförmigen Baukörper erfolgt durch einen Mittelgang, diejenige des Nord/Süd gerichteten Baukörpers durch an der Nordseite gelegene Laubengänge. Jede Wohnung ist klar strukturiert und verfügt über einen großzügigen Außenbereich (Terrasse, Loggia).

Im Geschosswohnungsbau sind derzeit drei Geschosse in Holzkonstruktion zulässig. Daher wurde auf Keller und Erdgeschoss aus Ortbeton mit Holzbauweise aufgesetzt. Sämtliche Bauteile wie Decken, tragende Innenwände, hoch wärmegedämmte Hohlkasten-Außenwände und Fenster sind aus Holzwerkstoffen und größtenteils innen sichtbar belassen. Die Holzdecken sind quer über die Schotten- bzw. tragenden Wohnungstrennwände gespannt.

Diese Wohnhausanlage erreicht sehr gutes Niedrigenergieniveau. Die Heizung mit Gas ist konventionell. Die 160m² große Solaranlage ist eine wichtige Maßnahme.
Holzbaupreis, Kategorie: Sanierung/Bestandserweiterung
Bauherrschaft: Schertler-Alge GmbH, Lauterach Planung: DI Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach Ausführung: Schertler-Alge Holzbau GmbH, Lauterach
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Die zweigeschossige Aufstockung eines bestehenden, massiv gebauten Gebäudes im Zentrum von Dornbirn wurde, nicht nur aus statischen Gründen, komplett als vorgefertigte Holzkonstruktion ausgeführt. Lediglich die Zwischendecke ist ein Massivbauteil. 21 Wohn- und 2 Büroeinheiten entstanden so im 3. und 4. Obergeschoss des 1983 erbauten „Cityparks“, gruppiert um ein großzügiges, helles, weil glasüberdecktes, zweigeschossiges Atrium.

Das Atrium schafft die eigentliche Qualität der Aufstockung. Glasüberdacht und mit Erschließungsstegen durchkreuzt, bildet es einen höchst atmosphärischen, halböffentlichen Raum als Vorbereich aller zusätzlichen Wohnungen. Gleichmäßige Holzoberflächen überziehen Boden, Wände und fest eingebaute Möblierungen und lassen den Raum in einem warmen, homogenen Holzton erscheinen.

Dieses halböffentliche Atrium schafft die Möglichkeit eines in vielerlei Hinsicht gemeinschaftlich nutzbaren Raumes für alle Bewohner. Über dieses Atrium werden, durch eine neue vertikale Erschließung, die Wohnungen mit Tiefgarage und Hauseingang verbunden.
Holzbaupreis, Kategorie: Einfamilienhaus
Bauherrschaft: Fam. Brotzge-Böckle, Rankweil Planung: lang & vonier Architekten ZT GmbH, Göfis
Ausführung: Lot Holzbau GmbH, Feldkirch
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das kleine über drei Geschosse (2 + DG) organisierte Haus für eine sechsköpfige Familie besticht durch seine Kompaktheit sowohl in der äußeren Erscheinung als auch in der inneren Raumorganisation. Durch die einheitliche Farbe (schokoladenbraun) von Dach und Wänden wird der Baukörper zum Archetyp „Haus“. In diesem Verweis liegt denn auch die Kraft der Erscheinung, die sich einerseits von den Nachbarhäusern abgrenzt, aber anderseits gerade durch die archetypische Form auf einer ursprünglicheren Ebene die Verbindung wieder herstellt. Der selbstbewusste Bau bereichert das bauliche Umfeld durch sein modernes Äußeres trotz ursprünglicher Form. Die Innenräume sind in Birkenholz ausgekleidet, ein angenehmes, warmes Ambiente.

Interessant ist auch die Holzheizung: ein Kachelofen im Erdgeschoss liefert seine Wärme durch Luftkanäle in die oberen Geschosse. Diese Wärmeverteilung erfolgt ohne Ventilatoren, In einem natürlichen Kreislauf steigt warme Luft auf und kalte Luft ab. Eine Solaranlage wird noch errichtet werden.
Holzbaupreis, Kategorie: Gewerbebau
Bauherrschaft: Hermann Tschabrun GmbH, Rankweil
Planung:Architekturbüro DI Christian Lenz, Schwarzach ILF Beratende Ingenieure, Dornbirn Ausführung: ARGE Schertler-Sohm-Dobler-Martin Holzbau
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Die Halle ist mit einem Ausmaß von 120 mal 105 Meter eine der größten, in Holz konstruierten Lagerhallen Mitteleuropas und kommt bei 13.000m2 Nutzfläche ohne Brandabschnitte aus. Die Brandschutzanforderung wird mittels Sprinkleranlage gewährleistet.

Schon während der Planung wurde auf den Ressourcen schonenden Umgang mit Baumaterialien größter Bedacht gelegt – wie etwa der Verwendung firmeneigener Baumaterialien aus dem Produktkatalog, Holz aus der Region oder die Minimierung des Verschnitts der Phenolharzplatten, die für die Außenhaut des Gebäudes verwendet wurden.

Die dreischiffige, Basilika artige Halle ermöglicht maximale Flexibilität für eine sich ständig ändernde Anforderung seitens des Lagerbestandes. Die Dimension des Gebäudes wird im Innen- wie im Außenraum erlebbar. Der Baukörper erhält durch die in der Außenhaut frei gesetzten Bullaugen eine Auflockerung und lässt durch diese eine Assoziation von schwebenden Seifenblasen zu.
Holzbaupreis, Kategorie: Öffentlicher Bau
Bauherrschaft: Gemeinde Ludesch Immobilienverwaltung GmbH & Co. KEG, Ludesch Planung: DI Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach
Ausführung: ARGE Wucher Holzbau GmbH, Ludesch & Sutter Holzbau GmbH, Ludesch
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Der Bau überzeugt durch seine städtebauliche Situierung und durch die Schaffung eines öffentlichen Außenraums inmitten eines undifferenzierten Siedlungsgebietes. Die überdachte Gasse und Platz sind in ihrer Dimension städtisch großzügig, haben identitätsstiftenden Charakter und schaffen einen „Ort“ im Ort. Der konstruktive Holzbau wird sowohl außen wie innen mit Weißtanne verschalt, wodurch erreicht wird, dass der Übergang vom Außenraum in den Innenraum als fließend erlebt wird.

Das Gemeindezentrum Ludesch ist ein Demonstrationsgebäude der Initiative „Haus der Zukunft“ und zählt zu den bestdokumentierten Gebäuden. Damit konnte im Detail nachgewiesen werden, dass sowohl der Passivhausstandard mit rund 4% Mehrkosten als auch bauökologisch und baubiologisch hochwertige Qualität mit 1,9% Mehrkosten kostengünstig möglich ist, wenn ein entsprechend motiviertes und befähigtes Planungsteam, ergänzt um eine gut organisierte Qualitätssicherung, beauftragt wird.

Besonders beeindruckend ist die Überdachung des Dorfplatzes: 350m² transluzente Photovoltaik-Elemente breiten sich wie ein Regenschirm über den Platz, lassen Licht und teilweise Sonnenlicht durch und verhindern zu viel Hitze. Ganz nebenbei erzeugen sie jährlich rund 16.000 kWh Strom. Das Gemeindezentrum Ludesch als Leuchtturmprojekt zu bezeichnen ist sicherlich nicht übertrieben.
Auszeichnung, Kategorie: Einfamilienhaus
Bauherrschaft: Ulrike Ess & Dieter Längle, Feldkirch
Planung: Walter Unterrainer, Feldkirch Ausführung: Nigsch Edelbert, Blons
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das Einfamilienhaus Ess/Längle in Feldkirch fällt durch seine ungewöhnliche Gebäudehülle aus mattschwarzem Gewebe auf. Aus Kostengründen wurde hier dieses Produkt aus dem Gartenbau eingesetzt, was dem Haus auch nach den ersten Jahren noch zu einem eleganten und exakten Erscheinungsbild verhilft.

Der klare winkelförmige Baukörper ist nach Süd-Westen orientiert und optional im Obergeschoss erweiterbar. Der westliche Teil mit Garage und Nebenräumen bleibt unbeheizt, im östlichen Teil befinden sich Wohn- und Schlafräume. Offene, großzügig verglaste Fassaden zum Garten stehen im Gegensatz zu weitgehend geschlossenen Teilen im Norden.

Damit bleibt ein kompakter, beheizter Baukörper übrig, der hoch wärmegedämmt, wärmebrückenfrei und mit entsprechenden Fenstern ausgestattet, Passivhausstandard erreicht. Das Wohnhaus hat eine automatische Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Wärme wird den Räumen prinzipiell mit der frischen Luft zugeführt. Die Heizung erfolgt durch eine Kleinstwärmepumpe, die im Lüftungsgerät eingebaut ist. Der Wunsch nach einem Feuer kann natürlich auch in einem Passivhaus erfüllt werden, daher hat dieses Haus im Wohnzimmer einen Pelletsofen. Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt während eines Jahres jenen Strom, der von der Wärmepumpe, den Ventilatoren und der Steuerung für warme Räume und warmes Wasser verbraucht wird.
Auszeichnung, Kategorie: Sanierung/Bestandserweiterung
Bauherrschaft: Annette Lutz, Bregenz
Planung: Philip Lutz, Lochau
Ausführung: Holzbau Forster GmbH, Opfenbach (D)
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das Haus liegt am Waldrand des Pfänders in steiler Lage mit Blick über den Bodensee. Auf einem bestehenden Altbau, der als Sockel wirksam wird, wurde ein tektonisch geformter Neubau in Holzbauweise gesetzt in dem sich Küche, Wohnbereich und überdachte Terrasse befinden.

Der Baukörper wird durch die unmittelbare Topografie von außen und anderseits durch die Raumanforderungen von innen her determiniert. Das Dach erzeugt durch Faltung raumdynamische Sequenzen, die einerseits den Blick nach außen ziehen und anderseits auch intimere Wohnzonen schaffen. Der selbstbewusste Baukörper erhält seine Legitimation im Kontext von Villen individueller Prägung. Die mit Holzschindel verkleidete Fassade und die zum Waldrand hin gefassten Außenräume schaffen eine Verortung im Bezug zum Landschaftsraum.

Die Wärmebewahrung des Gebäudes ist etwas besser als die gesetzlichen Anforderungen. Der jährliche Heizwärmebedarf ist mit ca. 50 kWh pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche eher hoch. Die bestehende Ölheizung wurde gegen eine Wärmepumpe mit Erdsonde gewechselt.
Auszeichnung, Kategorie: Mehrfamilienhaus
Bauherrschaft:Eva-Maria & Walter Schmolly-Melk, Alberschwende
Planung: nachbaur.wörter architekten, Schwarzach
Ausführung: Kaspar Greber Holz- und Wohnbau GmbH, Bezau
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst An einem Nordhang gelegen, mit Blick zu den umliegenden Hügeln des vorderen Bregenzerwaldes, bietet der kubische Holzbau Platz für drei unterschiedliche Wohneinheiten. Das Erd- und Untergeschoss bilden eine großzügige Einheit mit Orientierung nach Westen und Anbindung an den Gartenbereich. Im Obergeschoss befinden sich zwei kleinere Wohneinheiten nach Süden orientiert. Die Erschließung erfolgt auf der Seite der Zufahrtsstraße.

Den Wohnbereichen vorgelagerte Loggienbereiche schaffen private ungestörte Außenräume und gliedern den kompakten Baukörper. Sichtbar belassene Massivholzwände und -decken sind wie der gesamte Ausbau in Weißtanne gefertigt und geben ein elegantes Erscheinungsbild fernab jeglicher Rustikalität.

Der visuell kompakte Baukörper hat einige eingezogene Loggien, welche naturgemäß die Wärme abgebende Oberfläche erhöhen. Die Wärmebereitstellung erfolgt durch eine Holzzentralheizung und einen Holz-Kachelofen. Die Warmwasserbereitung erfolgt im Sommer durch eine Solaranlage.
Auszeichnung, Kategorie: Einfamilienhaus
Bauherrschaft:Anette & Martin Albrecht, Schoppernau
Planung: Arch. DI Bernardo Bader, Dornbirn - DI Rene Bechter, Bregenz
Ausführung: Kaspar Greber Holz- und Wohnbau GmbH, Bezau
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Im Kontext einer losen Bebauung, jedoch sehr exponiert unmittelbar an der Bundesstraße gelegen, wurde der Baukörper sehr präzise gesetzt um einerseits eine freie Blickbeziehung in die Landschaft zu schaffen, aber auch in Bezug zu den angrenzenden Bauten einen differenzierten Binnenraum zu schaffen.

Typologisch ein „Langhaus“ bildet die straßenseitige Front ein Schutzschild, indem sich Garage, Eingang und Stiege als Puffer zu den Schlaf- und Wohnräumen befinden. Die Schlafräume sind gegenüber dem Eingangsniveau leicht abgesenkt und damit gartenseitig auf selber Ebene wie das umliegende Terrain. Im Obergeschoss befinden sich der Wohnbereich mit Küche und ein separierter Arbeitsbereich. Die einzelnen Wohnzonen sowie die Loggia werden durch die innenräumlich erlebbare holzverschalte Dachform zusammengefasst.
Energetisch wird das Gebäude mit einer Wärmepumpe und einem Kachelofen bedient, welcher mit eigenem Holz befeuert wird.
Auszeichnung, Kategorie: Öffentlicher Bau
Bauherrschaft: Amt der Stadt Dornbirn
Planung: Johannes Kaufmann, Dornbirn | Riepl Riepl Architekten, Linz
Ausführung: Fussenegger Holzbau GmbH, Dornbirn | Jäger Bau GmbH, Schruns
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das Pflegeheim steht einerseits im Kontext zu ähnlich hoher Bebauung und ist anderseits von einer Parklandschaft umgeben, die an die Dornbirner Ache grenzt. Auf einem Sockel- und Eingangsgeschoss sind drei weitere Geschosse mit Außenwänden in vorgefertigten Holzelementen aufgesetzt. Diese hochgehobenen Geschosse kragen gegenüber dem Erdgeschoss aus, welches durch den Damm topografisch in seiner Wirksamkeit als Sockel betont ist.

Die Fassade ist in einer Art Bänderung gegliedert. Fensterelemente und Loggien erzeugen einen leichten Versatz in der Höhe, womit ein interessantes Fassadenspiel entsteht. Über Eck ausgebildete Loggien, unterstützt durch die horizontal verlegte Brettschalung in Weißtanne, betonen den frei stehenden Baukörper mit seinen grundsätzlich gleichbehandelten vier Fassadenseiten. Im Inneren des Baukörpers erweitern Raum bildende Höfe die Gangzonen und schaffen Überblick und den Bezug zum Außenraum.

Ein guter Wärmeschutz sorgt für verringerte Wärmeverluste und vor allem die bei einem Pflegeheim wichtige Lüftungsanlage ist energieeffizient und mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Der spezifische Heizwärmebedarf beträgt ca. 29 kWh pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche jährlich.
Auszeichnung, Kategorie: Mehrfamilienhaus
Bauherrschaft: Errichtergemeinschaft Frühlingsstraße, Wolfurt
Planung: Architekturwerk THE EDGE Christoph Kalb GmbH, Dornbirn
Ausführung: Kaspar Greber Holz- und Wohnbau GmbH, Bezau
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Sieben Einfamilienhäuser, errichtet in einer Bauherrengemeinschaft mit hohem Anspruch an architektonische Einheitlichkeit bilden die dargestellte Wohnanlage. Aneinandergekettet und geschickt versetzt, schaffen sie trotz hoher Dichte qualitätsvolle Freibereiche und hohe Intimität der Bewohner. Alle Häuser haben Südausrichtung, Fenster und Blickbeziehungen sind ausgelegt auf möglichst geringe Beeinträchtigung untereinander. Unter maximaler Einbindung der Nutzer für die Gestaltung der Innenkonzeption entstand eine nach außen einheitliche und hochwertige Wohnanlage als vorbildliche Alternative zu üblichen Siedlungsstrukturen.

Diese Wohnanlage ist in mehrfacher Hinsicht ökologisch nachahmenswert: die kompakte Gebäudeform, Südorientierung, hoher Wärmeschutz und eine energieeffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung führen zu einem niedrigen jährlichen Heizwärmebedarf von 17 kWh pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche.

Bei dieser Wohnanlage erfolgte eine planungsbegleitende Fachberatung durch einen Bauökologen. Bauökologisch und baubiologisch vorbildhaft sind die Verwendung von Schafwolldämmung, als auch die extensiven Gründächer und die Lehmbauplatten im Innenausbau. Nach außen zeigt sich diese Haltung durch unbehandeltes Lärchenholz.
Auszeichnung, Kategorie: Einfamilienhaus
Bauherrschaft: Ingeborg & Dr. Gerhard Thurnher, Dornbirn
Planung: DI Philipp Berktold, Götzis
Ausführung: Kaspar Greber Holz- und Wohnbau GmbH, Bezau
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das „Haus am Tugstein“ ist ein Wohnhaus für zwei Personen. Fast wie ein Maßanzug wurde es zugeschneidert. Kubisch kompakt und annähernd würfelförmig, scheint der zweigeschossige Holzbau fast auflagefrei über einer der ältesten Bergparzellen Dornbirns zu ruhen.

Verglaster Aufgang und offener Stellplatz im Hanggeschoss, zwei Schlafräume mit Nasszelle im Mittelgeschoss und Wohn-/Essbereich im Obergeschoss gliedern das Haus. Die integrierte Terrasse im Obergeschoss ersetzt den Garten, die zweigeschossige Eckverglasung schafft einen klaren Bezug zum See. Präzise gesetzte Öffnungen in der Außenhaut inszenieren Ausblicke über das Rheintal bis zum Bodensee. Die flächenbündig in der Fassade liegenden Zweischeiben-Isolierverglasungen unterstreichen die Geometrie des Baukörpers.

Heimische Weißtanne wird in der Ausführung als Zeichen für einen bewussten Umgang mit heimischer Wertschöpfung verwendet. „Quadratisch, praktisch, gut“ entstand hier ein Holzbau in einer seiner schönsten Ausführungen.
Auszeichnung, Kategorie: Export
Bauherrschaft: Prof. DI Gabriela Seifert & DI Götz Stöckmann, Frankfurt a.M.
Planung: Prof. DI Gabriela Seifert & DI Götz Stöckmann, Frankfurt a.M.
Ausführung: Helmut Feuerstein Zimmerei-Tischlerei-Treppenbau, Au
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Lediglich Grundfläche und äußere Geometrie sind dem Vorgängerbau in der Altstadt von Gelnhausen nachempfunden. Alles andere ist anders und zeigt die fast unbegrenzten Möglichkeiten des Holzbaus.

Living-Room hat innen keinen Boden. Das Fundament ist mit Geröll gefüllt, in den ein 40 Tonnen schwerer Sandsteinmonolith eingebettet ist, der gleichzeitig fertiger Boden und Wärmespeicher ist. Darüber stülpt sich die Hülle, nahtlos übergehend von Wand in Dach, in Holzrahmenbau und mit 56 schachbrettartig angeordneten Dachflächenfenstern. Inmitten dieser Hülle, in ca. 5m Höhe hängt das Schlafzimmer, eine Holzkiste, aus der sich binnen 90 Sekunden eine Schublade bis auf 3m über den Straßenraum schieben lässt. Die Zwischenräume sind mit Treppe, Bad und Küche gefüllt.

Die Hülle in Holz stand in drei Tagen, für den Ausbau nahm sich der Bauherr fünf Jahre Zeit. Heiztechnisch wird das Projekt mittels einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmetauscher und wenigen Wandheizungselementen versorgt. Das Projekt ist als Statement in seiner Reinform zu verstehen – „Wohnen als Kunst, Kunst zum Wohnen!“
Auszeichnung, Kategorie: Export
Bauherrschaft: Dr. Bruno Gius, Bruneck
Planung: Mahlknecht & Mutschlechner, Bruneck Ausführung: Berchtold GmbH & Co. KG, Wolfurt
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Einem bestehenden, in seiner architektonischen Aussage im typischen „alpinen Stil“ errichteten Haus wird durch eine Aufstockung in Holzrahmenbauweise ein neuer Charakter verliehen. Mit dem anstelle des ehemaligen Daches entstandenen Obergeschoss wird eine gelungen Symbiose zwischen Altbestand und neuer Aufstockung geschaffen, ohne dabei den Bestand zu verleugnen.

Eine Aufstockung ist grundsätzlich bereits eine ökologisch bessere Entscheidung statt ein Haus auf der Wiese neu zu bauen. Wenn dann Passivhauskomponenten eingesetzt werden ist der Faktor 10, ein Zehntel des Verbrauchs von vorher, leicht erreicht. 19kWh pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche jährlicher Heizwärmebedarf ist nur wenig über dem Passivhausstandard. Wenn alle ähnlich gelagerten Situationen so gelöst werden, können wir mit weniger Sorgen in die Energiezukunft blicken.
Auszeichnung, Kategorie: Sanierung/Bestandserweiterung
Bauherrschaft: Hotel Almhof Schneider, Lech Planung: Katia & Gerold Schneider, Lech Ausführung: Zimmerei Michael Kaufmann, Reuthe
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Ein ehemaliges Stallgebäude wurde saniert und erweitert und damit einer neuen Nutzung zugeführt. Die Transformation vom Stallgebäude in ein Wohn- und Arbeitshaus für Künstler erfolgt auf sehr subtile Weise indem tradierte Baudetails, wie beispielsweise einfache Schiebevorrichtungen von Scheunentoren aufgenommen und für die Schiebefensterelemente eingesetzt wurden.

In seiner äußeren Erscheinung bleibt das Gebäude auf den ersten Blick weiterhin das gewohnte Stallgebäude. Erst der genaue Blick eröffnet einem die durch die neue Nutzung notwendigen veränderten Baudetails. Auch der Innenraum lebt von den großzügigen Dimensionen der alten Scheune. Lediglich ein freistehendes Serviceelement gliedert den Raum. Darin befinden sich Sanitäreinheit, Küche Stauraum und ausklappbares Bett.

Auch für dieses Gebäude gilt, dass Sanieren und Bewahren ökologisch meistens die richtige Entscheidung ist Der Wunsch nach großzügigen Räumen wird energiesparend durch Multifunktionalität des Einraums erfüllt. Der Ausstellungsbereich im Erdgeschoss hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Im Vergleich zu den umliegenden Wohnhäusern und Hotels ist dieses Gebäude ökologisch jedenfalls weit voraus und richtungweisend.
Auszeichnung, Kategorie: Einfamilienhaus
Bauherrschaft: Fischbach-Pfefferkorn, Ludesch Planung: k_m architektur, Arch. DI Daniel Sauter, Bregenz
Ausführung: Neuhauser Holzbau GmbH, Nenzing
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das Haus steht im rechten Winkel zum unmittelbar anschließenden Nachbarhaus und ist in Holzelementbauweise errichtet. Horizontale Fassadenschalung und Fenster sind aus naturbelassener Weißtanne gefertigt. Das Gebäude gliedert sich in zwei Zonen: das Erdgeschoss, welches das Thema der Raum bildenden Mauer aufgreift und das Obergeschoss, welches in seiner Körperhaftigkeit hervortritt. Die Fensterebene im Obergeschoss sitzt demnach auch konsequent in einer tiefen Laibung und geht im Osten in eine Loggia über, welche nordseitig in einem gerahmten Blick zur Landschaft endet.

Eine klare Gebäudeform, ein guter Wärmeschutz, 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung, eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, ein Kachelofen als Ganzhausheizung, eine Solaranlage auf dem Dach und fertig ist ein 3-Literhaus. Bei den Materialien wurde außerdem auf Holzschutzmittel und Lacke verzichtet, gesundes und energiesparendes Wohnen ist möglich.
Auszeichnung, Kategorie: Öffentlicher Bau
Bauherrschaft: Gemeinde Raggal Immobilienverwaltung GmbH, Raggal
Planung: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn
Ausführung: Sutter Holzbau GmbH, Ludesch
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Das Ortsbild der kleinen Gemeinde Raggal im großen Walsertal bleibt durch das neue Gemeindehaus in seiner bestehenden Struktur erhalten. Mit höchster Sensibilität zum bestehenden Dorfplatz und mit größtmöglichster Rücksichtnahme auf dessen ungestörte Aussicht, fügt sich der Neubau in die Hangkante.

Gemeinde- und Tourismusbüros werden vom Dorfplatz erschlossen, die Musik erhält einen eigenen Eingang und Stellplätze im Untergeschoss. Geschickt geknickte und geneigte Dachflächen beziehen sich auf die Umgebung und bieten Raum für den Sitzungssaal im Obergeschoss. Tragende Holzkonstruktion und Verschalungen sind keine Fertigware, sondern eigens von Sägewerk und Zimmerleuten aus der Umgebung angefertigt. Außenfassade und Verkleidung der Innenräume in Weißtanne schließen den Kreislauf der regionalen Wertschöpfung.

Das Konzept des Architekten setzt ganz selbstverständlich Passivhauskomponenten in der Baupraxis ein. Bauökologisch und baubiologisch geht das Gebäude einen innovativen und vorbildlichen Weg.
Auszeichnung, Kategorie: Gewerbebau
Bauherrschaft: GIKO Verpackungen AG, Weiler Planung: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn
Ausführung: Kaufmann Bausysteme GmbH, Reuthe
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Der Einsatz von Holzkonstruktionen in Hochregallagern ist völlig neu. Ca. 15m lange Regalsteher aus Brettschichtholzbindern bilden zum einen die Tragkonstruktion für das Palettenregal, zum anderen die Unterkonstruktion für Fassade und Dach. Die Konstruktion farbig gestrichen, zur Kontrolle bei Absplitterungen, bildet eine reizvolle und wirtschaftliche Alternative zu üblichen Stahlkonstruktionen.

Die Regalsteher aus Brettschichtholz verlaufen durchgehend bis zur Bodenplatte im Untergeschoss. Sie funktionieren als Tragkonstruktion für das Palettenregal, gleichzeitig bilden sie die Unterkonstruktion für die Fassadenelemente des Hochregals und dienen als Auflage für die Dachkonstruktion.

Die zu Grunde liegende Idee kann in weiterer Folge und konsequenter Ausführung aufwändige korrosions- und brandschutztechnische Maßnahmen verhindern. Konstruktion und Regalsystem können ein symbiotisches miteinander bilden. Alles in allem eine Innovation im Holzbau und damit eine Weiterentwicklung des Einsatzgebietes für Holz als heimischen Werkstoff.
Sonderpreis, Kategorie: Öffentlicher Bau
Bauherrschaft: SC Austria Lustenau
Planung: Hugo Dworzak, Lustenau
Ausführung: Holzbau Stephan Muxel, Au
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst „Jedem Dorf seine Kapelle!“ Dies ist der Leitspruch für die Hugo Kleinbrod Kapelle des Fußballclubs SC Austria Lustenau. Die fahrbare Kapelle besticht durch Konzept und poetische Anmutung. Nicht der Mensch kommt zur Kirche, sondern das Gotteshaus zum Menschen.

Die kleine fahrbare Einheit entspricht mehr einem beweglichen Möbel als einem Haus. Vier Radkappenabdeckungen dienen als Sitzgelegenheit. Die einfache Konstruktion mit zweischaliger Haut, innen Holz und außen weißes Textil, in deren Zwischenschicht sich eine Leuchtenebene befindet, ist je nach Bedarf durch hochklappbare Wände in den Außenraum erweiterbar. Eindeutige Verweise auf die Nutzung geben die Betbänke und der als Kreuz ausgebildete Verschluss.

Und damit auch seitens der Jury der Humor nicht zu kurz kommt:
„Hinsichtlich des Heizwärmebedarfs ist diese Kapelle das absolute Spitzenprojekt unter allen eingereichten Projekten. Es gibt keine Heizung! Eine Nachahmung für Wohnhäuser wird allerdings von der Jury ausdrücklich nicht empfohlen.“
Wertschöpfungspreis, Kategorie: Gewerbebau
Bauherrschaft: Elisabeth & Albert Büchele, Hard Planung: Philip Lutz, Lochau
Ausführung: Sohm Holzbautechnik GmbH, Alberschwende
Qualitätsgemeinschaft Holzbaukunst Wo gebaut wird, werden Materialien und Energie verbraucht. Meistens ist der Großteil davon nicht erneuerbar, wird auf Nimmerwiedersehen eingesetzt und verbraucht. So wird der Engpass bei Kupfer früher erreicht sein, als beim Erdöl. Importiertes Holz aus weit entfernten Ländern hat einen ökologischen Rucksack von zahlreichen Litern nicht erneuerbaren Erdöls.

Beim Michelehof wurde Holz aus nahe liegendem, eigenem Wald, eigenhändig geschlagen und selbst verarbeitet. 80% Weißtanne und 20% Fichte wurden für die Erweiterung und den Umbau des Stadels verwendet. Detaillierte Planung des Architekten und sorgfältige eigenhändige Ausführung des Bauherren führen zu einem fühlbar angenehmen Erlebnis: angenehm für das Auge, die Hand, die Nase und den Geist.

Die Abwärme der Brennerei, eine Solaranlage mit Speicher und der Stückholzofen sorgen für die Beheizung jener Räume, wo es warm sein soll. Die kalten Räume, wie Produktion und Lager sind durch wärmegedämmte Innenwände von den warmen getrennt, damit die Wärme dort bleibt wo sie gebraucht wird.

Das Ergebnis ist ein von außen unscheinbares Haus, dessen Architektur zunächst einfach nur angenehm ist, aber bei längerer und näherer Betrachtung sich in immer feineren Details zeigt. Architektur und Natur in Harmonie.
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