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MI | 11.04.2012
fuchs (Bild: ORF)
gerichtspsychiater
Haller: Fuchs war kein typischer Terrorist
Am 1. Oktober 2007 hat sich die Verhaftung des Briefbombers Franz Fuchs zum zehnten Mal gejährt. Aus Vorarlberger Sicht ist bemerkenswert, dass Primar Reinhard Haller das psychiatrische Gutachten über Fuchs erstellte.
Bombe an Ausländerberatungsstelle in Dornbirn
Fuchs hatte in den Jahren 1993 bis 1997 Anschläge auf Ausländer und "ausländerfreundliche" Personen verübt und dabei vier Menschen getötet und 15 zum Teil schwer verletzt. Unter den Opfern und Adressaten waren Helmut Zilk und die Ausländerberatungsstelle in Dornbirn.
haller (Bild: ORF)
Primar Reinhard Haller
Haller: "Fuchs fällt mir fast jeden Tag ein"
Der Vorarlberger Gerichtspsychiater Haller erstellte damals das psychiatrische Gutachten über Fuchs. Er sagt, dass der Briefbomber ihn bis heute beschäftige.

Er habe sich ein umfassendes Bild von dem Verbrecher machen können, das sich bis heute nicht geändert habe. Dieser sei ein Genie gewesen, dessen Genialität nur leider in die falsche Richtung gegangen sei, nämlich in die kriminelle.
"Fuchs hatte keine wirkliche Ideologie"
Zwar richteten sich Fuchs' Brief- und Rohrbombenattentate gegen Roma und Sinti und gegen "ausländerfreundliche" Personen. Primar Haller sieht in ihm dennoch nicht den typischen Terroristen: Fuchs habe keine wirkliche Ideologie gehabt. Seine Motive seien nicht politisch, sondern persönlich und krankhaft gewesen.
"Einzelgänger par excellence"
Verurteilt wurde Fuchs als Einzeltäter. Er selbst gab an, er agiere im Namen der "Bajuwarischen Befreiungsarmee".

Haller war der Auffassung, Fuchs sei nie gruppenfähig gewesen, und bescheinigte ihm eine Persönlichkeitsstörung mit schizoiden, paranoiden und narzisstischen Zügen. Er sei der Einzelgänger par excellence gewesen. Eine Gruppierung oder gar ganze Armee sei aus psychiatrischer Sicht auszuschließen.

Mehrtätertheorien hielten sich dennoch hartnäckig.
Dokumentation über Franz Fuchs
In der Dokumentation "Franz Fuchs - Der Patriot" zeichnet die österreichische Filmemacherin Elisabeth Scharang die Geschehnisse nach. Archivaufnahmen werden Szenen, in denen Karl Markovics das Bombenhirn spielt, gegenübergestellt. So entsteht ein dichtes Bild über ein daramtisches Stück österreichischer Zeitgeschichte und der Versuch, ein Psychogramm eines Täters zu zeichnen.
Programmhinweise
Heute abend wird die Dokumentation"Franz Fuchs - Ein Patriot" um 20.15 Uhr in ORF2 ausgestrahlt.

Um 22.30 Uhr folgt die Dokumentation "Der Fall Briefbomben - Die offenen Fragen", und um 23.15 Uhr wird am runden Tisch über das Thema diskutiert.
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