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MI | 11.04.2012
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energie
Erdkabel bewegt weiter die Gemüter
Das Thema Erdverkabelung von Hochspannungsleitungen im Montafon bewegt die Gemüter. Nach einem Vortrag von Illwerke-Vorstand Ludwig Summer sind drei Landtagsparteien gegen eine Verkabelung - die Grünen sind nicht überzeugt.
Belastung durch Elektrosmog
Im Montafon bemüht sich die Bürgerinitiative "Pro Nofatnom" schon seit längerem, Stimmung für eine Erdverkabelung zu machen - die Hochspannungsleitungen sollen unter dem Boden verschwinden.

Vor allem den schädlichen Elektrosmog könnte man so zum Verschwinden bringen, hoffen auch die Grünen. Stimmt nicht, sagen die Illwerke - bei Erdkabeln würde die Belastung durch Elektrosmog sogar steigen.

Illwerke und Vorarlberger Landesregierung sind gegen das Verlegen der Hochspannungsleitungen im Montafon unter die Erde.
Experte: Psychologie spielt große Rolle
Die Illwerke haben im Landtag Zahlen zur Belastung durch Elektrosmog vorgelegt, nach denen diese bei Erdkabeln fünf Mal höher sei.

Zumindest was den Elektrosmog anbelangt, macht es aber möglicherweise keinen Unterschied, ob die Leitungen ober- oder unterhalb des Bodens verlaufen. Laut Oswald Ennemoser, Professor an der medizinischen Universität Innsbruck, sind die elektromagnetischen Felder, die von Hochspannungsleitungen ausgehen, zu gering, als dass man davon krank werden könnte.

Allerdings, sagt Ennemoser, spiele hier die Psychologie eine große Rolle: Wenn man unter einer Freileitung wohnt und sich deshalb unwohl fühlt, laufe man eher Gefahr, krank zu werden. Das wäre dann also doch ein Argument für die Erdverkabelung aus gesundheitlichen Gründen.
Grüne wollen vertiefte Behandlung
Die Grünen möchten eine vertiefte Behandlung des Themas im Landtag. Sie hätten gern jemanden vom deutschen KEMA-Institut in den Landtag eingeladen. KEMA hat für Salzburg eine Machbarkeits-Studie in Sachen Erdkabel erstellt - Erdkabel sind dabei nicht so schlecht weggekommen.

Bei uns haben die anderen Landtags-Fraktionen die Ladung eines KEMA-Experten abgelehnt. Begründet wurde das damit, dass Ludwig Summer, der Vorstandsvorsitzende der Illwerke, überzeugende Argumente gegen eine Erdverkabelung vorgelegt habe.

Für die Grünen ist klar, dass die Illwerke dagegen sind, denn eine Erdverkabelung würde sie viel kosten. Das sei aber eine rein betriebswirtschaftliche Sicht der Dinge.

Wenn man, so die Grünen, sich die Sache umfassender anschaut, dann könnte am Ende herauskommen, dass Grund und Boden mehr wert werden, die Landschaft attraktiver wird, also die Volkswirtschaft durch eine Erdverkabelung gewinnt - und genau das sagt auch die Salzburger Studie der KEMA.
Informationsveranstaltung im Montafon
Die meisten Fraktionen sind sich einig, dass eine Erdverkabelung nicht kommen soll. Die Grünen wollen aber nicht locker lassen. Im Montafon selber soll es eine Informationsveranstaltung geben.

Ganz abgehakt ist die Sache vielleicht wirklich noch nicht. Montafoner Bürgermeister, auch solche, die der ÖVP angehören, hätten nichts dagegen, wenn die Strommasten verschwinden würden.
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