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MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: ORF)
Sexuelle Belästigung
Urteil gegen Dornbirner Lehrer bestätigt
Im Februar wurde ein ehemaliger Lehrer des Gymnasiums Dornbirn-Schoren wegen sexueller Belästigung von zwei Schülerinnen in erster Instanz schuldig gesprochen. Das Landesgericht Feldkirch hat das Urteil nun bestätigt.
Schülerinnen laut Gericht unsittlich berührt
Nach Ansicht der Gerichte hat der Mann während einer Romreise zwei 16-jährige Schülerinnen unsittlich berührt. Die Vorfälle sollen in einer Disco passiert sein, der Lehrer war dabei stark alkoholisiert.

Der Mann wurde im Februar vom Bezirksgericht Dornbirn zu einer unbedingten Strafe von 2.400 Euro plus je 100 Euro Schmerzensgeld für die beiden Mädchen verurteilt. Dieses Urteil wurde nun vom Landesgericht Feldkirch bestätigt und ist damit rechtskräftig.
Verteidigung: Strafe für Angeklagten zu hoch
Die Verteidigung des Lehrer plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit, ihm seien in einem Getränk K.o.-Tropfen verabreicht worden. In erster Instanz sei dem Angeklagten die Zeugenaussage des Barkeepers vorenthalten worden, so der Verteidiger. Außerdem sei die Strafe für den seit sechs Monaten arbeitslosen Ex-Lehrer zu hoch angesetzt.
Schüler bestätigten Trunkenheit
Der Berufungssenat konnte in dem erstinstanzlichen Verfahren aber keine Mängel oder Nichtigkeitsgründe finden. Das Landesgericht erklärte, die Strafe richte sich nach dem damaligen Einkommen. Zudem hätte die Zeugenaussage des Barkeepers die Glaubhaftigkeit der Schüler-Ausgaben nicht wesentlich widerlegen können, gab sich das Gericht überzeugt. Mehrere Schüler hatten eine mehrfache Trunkenheit des Ex-Lehrers bestätigt.
Seit sechs Monaten kein Einkommen
Im Prozess wurde bekannt, dass der Ex-Pädagoge seit sechs Monaten keine Arbeit beziehungsweise kein Einkommen hat. Der Mann gewann im Jänner einen Arbeitsprozess gegen den Landesschulrat und musste wieder eingestellt werden musste. Allerdings liegt das Prozessergebnis jetzt beim Obersten Gerichtshof zur neuerlichen Entscheidung.

In der Zwischenzeit habe der Landesschulrat eine Eventualentlassung durchgeführt, so die zuständige Rechtsexpertin Evelin Marte-Stefani. Verliere der Ex-Lehrer den Berufungsprozess, sei er Arbeit und Geld los, gewinne er, dann müsse er eingestellt und das Gehalt nachgezahlt werden, so Marte-Stefani.
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