Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
AMS / Bild: ORF.at, Julia Hammerle
WIRTSCHAFT
Zahl der Arbeitslosen um 37 Prozent gestiegen
Der Negativ-Trend am Arbeitsmarkt hält weiter an. Die Zahl der Arbeitslosen im Mai ist im Vergleich zum Mai 2008 um mehr als 37 Prozent gestiegen. Im Mai 2009 waren laut Arbeitsmarktservice AMS 11.362 Personen arbeitslos.
Anstieg bei Männern über 50 Prozent
Damit waren im Mai saisonbedingt zwar 532 (minus 4,5 Prozent) Personen weniger arbeitslos gemeldet als im April, aber um 3.087 (37,3 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosigkeit bei Männern hat gegenüber dem Mai 2008 um 2.045 oder 50,9 Prozent zugenommen, die Frauenarbeitslosigkeit um 1.042 oder 24,5 Prozent.

2.201 befanden sich Ende Mai 2009 in diversen Schulungsprogrammen. Das sind um 387 oder 21,3 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54.967 oder 29,7 Prozent angestiegen.
Bei Zunahme bundesweit im Mittelfeld
In Wien hat die Arbeitslosigkeit um 11,4 Prozent zugenommen, im Burgenland um 22,2 Prozent in Tirol um 26,8 Prozent und in Niederösterreich um 32,1 Prozent. Vorarlberg liegt mit der Zunahme der Arbeitslosigkeit um 37,3 Prozent im Bundesländervergleich nach wie vor im Mittelfeld.

Stärker zugenommen hat die Zahl der Arbeitslosen in Salzburg (37,4 Prozent), in der Steiermark (40,7 Prozent), in Kärnten (46,6 Prozent) und in Oberösterreich (61,1 Prozent).
Saisonende im Wintertourismus macht sich bemerkbar.
Arbeitslosenquote über Bundesschnitt
Die Arbeitslosenquote in Vorarlberg liegt jetzt mit 7,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (6,6 Prozent), weil die Saisonarbeitslosigkeit nach dem Ende der Wintersaison im Tourismus im Ländle stark zu Buche schlägt. Immerhin 1.807 Personen sind allein aus den Fremdenverkehrsberufen derzeit ohne Job.
Mehr Jugendliche in Schulungen
Bei Jugendlichen und jungen Menschen unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg gegenüber dem Vorjahr um 34,7 Prozent gestiegen. Bundesweit hat die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe um 38,3 Prozent zugelegt.

Das Arbeitsmarktservice Vorarlberg hat mit Unterstützung des Landes gerade für diese Altersgruppe die Qualifizierungsmaßnahmen kurzfristig sehr stark ausgeweitet, um die ungünstige Entwicklung in diesem Bereich abzufangen. Die Zahl der 15- bis 25-jährigen Schulungsteilnehmer hat dementsprechend gegenüber dem Mai 2008 um 261 bzw. 40,3 Prozent zugenommen.

Gerade die Unterstützung der Jungen sei wichtig, betont AMS-Chef Anton Strini. Gäbe es nicht mehr Schulungsmaßnahmen für Jugendliche, läge die Arbeitslosigkeit bei den Jungen bereits über 60 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit bei Personen im Haupterwerbsalter (25- bis 50-Jährige) hat um 40,4 Prozent, jene der über 50-Jährigen um 30,5 Prozent zugenommen.
"Dramatische Situation"
Strini (Bild: ORF)AMS-Chef Strini bezeichnet die derzeitige Situation als dramatisch und als die schwierigste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Arbeitslosenzahlen von vor der Krise könnten laut Strini frühestens im Jahr 2013 wieder erreicht werden.
Längere Vormerkdauer, mehr Neuzugänge
Die durchschnittliche Vormerkdauer hat gegenüber dem April 2009 wieder zugelegt und liegt jetzt bei 106 Kalendertagen (plus 11,8 Prozent).

Im Mai 2009 wurden insgesamt 2.883 Neuanmeldungen in die Arbeitslosigkeit registriert, um 585 oder 25,5 Prozent mehr als noch im Mai 2008.
Besonders stark trifft es Metall- und Elektroberufe und Hilfsarbeiter.
Alle Berufsbereiche betroffen
Die Arbeitslosenzahlen haben in allen Berufsbereichen gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Am stärksten sind die Metall- und Elektroberufe (plus 581 bzw. 87,6 Prozent) und in den Hilfsberufen (plus 571 bzw. 36,1 Prozent) betroffen.

Unter anderem in den Bauberufen (plus 214 oder 65,2 Prozent), in den Verkehrsberufen (plus 212 oder 95,1 Prozent) und bei den Maschinisten (plus 82 oder 107,9 Prozent) hat die arbeitslosigkeit überdurchschnittlich zugenommen.

Deutliche Zunahmen sind laut AMS aber auch in den Büroberufen (plus 349 oder 34 Prozent) und im Handel (plus 246 oder 27,1 Prozent) festzustellen.

Auch in den Technikerberufen ist die Arbeitslosigkeit mittlerweile um 119 bzw. 58,3 Prozent überdurchschnittlich stark angestiegen.
Die Zahl der sofort verfügbaren Stellen is t überall gesunken, nur im Gesundheitsbereich ist sie gestiegen.
Einzig im Gesundheitsbereich mehr Stellen
Die Zahl der sofort verfügbaren Stellenangebote lag Ende Mai 2009 mit 1.034 um 518 bzw. 33,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Stellenangebote haben in den Metall- und Elektroberufen um 223 (minus 55,2 Prozent), in den Bauberufen um 144 (minus 64,3 Prozent) und in den Technikerberufen um 53 (minus 41,4 Prozent) abgenommen. Auch in den Fremdenverkehrsberufen ist die Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Vorjahr deutlich gebremster (minus 40 Stellenangebote bzw. minus 19,9 Prozent).

Allein in den Gesundheitsberufen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nämlich um 24 Stellenangebote (plus 57,1 Prozent).
Mehr Lehrstellensuchenden stehen mehr Lehrstellen gegenüber.
Mehr Lehrstellensuchende - mehr Stellen
Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden liegt mit 287 (165 Burschen und 122 Mädchen) um 86 bzw. 42,8 Prozent deutlich über den Werten vom Mai 2008.

Diesen Lehrstellensuchenden stehen mit 168 sofort verfügbaren Ausbildungsplätzen 44 bzw. 35,5 Prozent mehr gegenüber als im Mai des Vorjahres.
Johannes Rauch (Bild: ORF)
Johannes Rauch
Grüne fordern Nachtragsbudget
Die Grünen fordern ein Nachtragsbudget für Maßnahmen am Arbeitsplatz. Klubobmann Johannes Rauch fordert Anreize für Unternehmer, die Jugendlichen zumindest vorübergehend einen Arbeitsplatz bieten. Das könne auch über direkte Zuschüsse zu den Lohnkosten geschehen.

Rauch fordert auch, dass die Aufenthaltsdauer in den Projekten und Schulungen deutlich verlängert wird.
Elmar Luger (Bild: ORF)
Elmar Luger
Apell an das Land und die Gemeinden
Der Geschäftsführer der Dornbirner Jugendwerkstätte, Elmar Luger, forderte im "Vorarlberg heute"-Interview Unternehmen auf, jugendlichen Arbeitslosen eine Chance zu geben. Dafür gebe es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Luger appellierte auch an Gemeinden und das Land, den Jugendlichen Praktikumsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
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