Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Gerhard Widmer (Bild: APA/Gindl)
WISSENSCHAFT
Vorarlberger mit 1,4-Millionen-Preis geehrt
Der Vorarlberger Computerwissenschaftler Gerhard Widmer erhält den mit 1,4 Millionen Euro dotierten Wittgenstein-Preis. Der sogenannte "Austro-Nobelpreis" ist die höchste Auszeichnung, die die Republik im Bereich Wissenschaft vergibt.
Von Widmer entwickelte Systeme können Musiksammlungen nach bestimmten Kriterien ordnen.
Computer erkennen ihre Umwelt
Widmer wurde in Dornbirn geboren und wuchs in Bildstein auf. Der 48-jährige erforscht Möglichkeiten, die Computer in die Lage versetzen, ihre Umwelt und vor allem Musik wahrzunehmen. Widmer entwickelt unter anderem Systeme, die riesige digitale Musiksammlungen nach bestimmten Kriterien durchsuchen und ordnen können und mittlerweile kommerziell eingesetzt werden.

Neben Widmer wird auch der Biochemiker Jürgen Knoblich mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Der seit 1997 in Österreich tätige gebürtige Deutsche ist Spezialist für Zellteilung. Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) und der Wissenschaftsfonds FWF gaben die Namen der Preisträger am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt.
Widmer wollte eigentlich Musiker werden
Eigentlich sollte Widmer selbst Musiker werden. Die Anfänge verliefen auch vielversprechend wie 1974 der erste Preis beim Landes-Instrumentalwettbewerb Vorarlberg am Klavier beweist.

Doch mit 15 Jahren hatte er genug von klassischer Musik, "ich wollte nichts mehr zu tun haben mit Beethoven". Er wandte sich dem Jazz zu, doch für eine Zukunftsplanung war ihm dieses Genre zu unsicher.
Seine Professur "Computational Perception" beschreibt Widmer mit der wörtlichen Übersetzung "Computer-Wahrnehmung".
"Eher zufällig" Informatik studiert
So inskribierte er "eher zufällig" Informatik an der Technischen Universität (TU) Wien. 1984 schloss er das Studium mit Auszeichnung ab, es folgten ein Masterstudium an der University of Wisconsin und ein Doktoratstudium an der TU Wien. Seit 1997 ist Widmer als Professor tätig.

1992 gründete er und leitet seither eine Arbeitsgruppe am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence. 2004 wurde er schließlich zum Professor und Vorstand des Instituts für Computational Perception der Universität Linz berufen. Seine Professur beschreibt Widmer mit der wörtlichen Übersetzung "Computer-Wahrnehmung".
Der Wittgenstein-Preis
Der Wittgenstein-Preis - auch "Austro-Nobelpreis" gennant - wird jährlich vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ausgeschrieben und vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung vergeben. Er ist mit jeweils 1,4 Mio. Euro dotiert und gilt als die höchste wissenschaftliche Auszeichnung des Landes.
Ganz Österreich
Vorarlberg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News