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MI | 11.04.2012
Clinton (APA/Getty Images.P./Platt)
SCHWEIZ
St. Gallen: Clinton eröffnet Forschungszentrum
Ex-US-Präsident Bill Clinton war am Donnerstag zu Besuch in St. Gallen. Dort weihte er an der Uni das "Zentrum für die Integration von Menschen mit Behinderung" ein. Jeder Mensch kämpfe mit einer gewissen Art von Behinderung, so Clinton.
Schirmherr der Stiftung "MyHandicap"
Als Schirmherr der Stiftung "MyHandicap", die das Zentrum finanzierte, hielt Clinton eine 40-minütige Rede. Während er normalerweise pro Rede bis 150'000 Franken kassieren soll, tat er dies am Donnerstag gratis.
"Unterscheidung muss aufhören"
Clinton rief dazu auf, behinderte Menschen nicht zu diskriminieren. "Jeder Mensch kämpft mit einer gewissen Art von Behinderung", sagte er. Die Unterscheidung zwischen behinderten und anderen Menschen müsse aufhören.

Es sei ungerecht, physisch behinderte Personen anders zu behandeln, nur weil man ihnen die Behinderung ansehe. "Entscheidend ist einzig, ob jemand seine Fähigkeiten nutzt oder nicht", so der ehemalige US-Präsident.
Die neue Forschungseinrichtung
Das Center for Disability and Integration soll zum Beispiel untersuchen, wie die Invalidenversicherung ausgestaltet sein sollte oder welchen Nutzen die Arbeitgeber aus der Integration von handicapierten Menschen ziehen können.
Persönliche Bewältigung entscheidend
Mit zahlreichen Anekdoten machte Clinton klar, dass die persönliche Bewältigung eines Unglücks entscheidend ist. "Man darf nicht daran denken, welche Fähigkeit man soeben verloren hat, sondern welche Fähigkeiten einem noch bleiben", erklärte Clinton. "Wichtig ist die Entscheidung zu treffen, dass man in der Gegenwart lebt und nicht in der Vergangenheit."

Dabei sieht der Ex-Präsident auch die Gesellschaft in der Pflicht. "Wir dürfen behinderte Menschen nicht als hilflose Geschöpfe wahrnehmen, sondern müssen sie motivieren, ihr Potenzial zu nutzen."
Übertragung in Hörsaal
Der direkte Augenkontakt mit Clinton blieb 170 geladenen Gästen vorbehalten. Alle anderen mussten sich mit einem Blick auf den Limousinen-Konvoi begnügen, der von Polizeiautos angeführt wurde. Für die Medien wurde die Rede in einen Hörsaal übertragen, wo einige hundert Interessierte den Worten Clintons lauschten.
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