15 Prozent der Täter sind Jugendliche Rund 15 Prozent der Gesamtkriminalität werde von Jugendlichen verübt - das sagte der Kriminologe Christian Grafl am Mittwoch bei einem Vortrag in Klaus. Die Kriminalität bei Jugendlichen steige nicht mehr an als bei Erwachsenen.
Anzeigen steigen, nicht Verurteilungen Auf Einladung der Bewährungshilfeinstitution Neustart hielt der Kriminologe Christian Grafl von der Universität Wien einen Vortrag. Steigen würden die Anzeigen gegen Jugendliche, aber nicht die Verurteilungen.
Früher seien Sachbeschädigungen oder kleinere Delikte von Kindern und Jugendlichen vorwiegend unter den Eltern ausgemacht worden, heute werde viel schneller angezeigt, sagte Grafl.
Zahl der weiblichen Täter gestiegen In seinem Vortrag sagte Grafl, dass ausländische Jugendliche nicht krimineller als inländische Jugendliche seien. Der Anteil der ausländischen Kinder und Jugendlichen als Tatverdächtige sei seit Jahren nahezu gleich geblieben.
Leicht gestiegen sei in den vergangenen Jahren hingegen die Zahl der weiblichen Täter. Vergangenes Jahr wurden laut Grafl nur acht Prozent der tatverdächtigen Jugendlichen angezeigt. Das sei auch auf den außergerichtlichen Tatvergleich zurückzuführen.
Für Jugendkontaktbeamte bei der Polizei Grafl sprach sich gegen Erziehungscamps oder elektronische Fußfesseln aus. Effektiver seien Jugendkontaktbeamte bei der Polizei, die Unterstützung der Eltern und eine verbesserte Zusammenarbeit von Polizei, Schule, Justiz und Sozialarbeit.
vorarlberg.ORF.at; 14.8.09
Das IfS (Institut für Sozialdienste) fordert mehr Geld für die Jugendwohlfahrt. Könnte noch stärker vorbeugend gearbeitet werden, könnte der steigenden Kinder- und Jugendkriminalität vorgebeugt werden.