Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Ultraschall (Bild: APA/P.Pleul)
POLITIK
FPÖ kämpft weiter gegen Abtreibungen
Die FPÖ Vorarlberg will die Zahl der Abtreibungen verringern und gegen die - wie sie sagt -"kinderfeindliche Gesellschaft" ins Feld ziehen. Gerade bei Abtreibungen aus finanziellen Gründen könne die Politik helfen, so die FPÖ.
78.000 Kinder werden in Österreich pro Jahr geboren. Diesen stehen laut Schätzungen der Ärztekammer 30.000 bis 40.000 Schwangerschaftsabbrüche gegenüber.
Maßnahmenpaket vorgestellt
Die FPÖ hat sich den Kampf gegen die Abtreibung zum Ziel gemacht und bereits im Sommer ein Maßnahmenpaket vorgestellt, in dem sie unter anderem eine Meldepflicht für Abtreibungen forderte. Bei dem Thema arbeitet die FPÖ nun auch mit Lebensschutzorganisationen zusammen.
"Kein Patentrezept"
In der Abtreibungsfrage gebe es kein Patentrezept, sagt FPÖ-Klubobmann Dieter Egger. Dennoch müsse man gesellschaftspolitisch alles versuchen, um die Zahl der Abtreibungen zu verringern.

Gerade bei Abtreibungen aus finanziellen Gründen könne die Politik helfen, meint FPÖ-Familiensprecherin Kornelia Spiß. Sie schlägt ein Elterngeld, mehr Familienbeihilfe und einen Hilfsfonds für werdende Mütter in Not vor.
"Eigenverantwortung stärken"
Neben dem Finanziellen gehöre aber auch die Eigenverantwortung der jungen Menschen durch besseren Sexualkundeunterricht gestärkt, meint Frauensprecherin Silvia Benzer.

Verbesserungspotential sieht sie auch bei den Abtreibungsberatungen, diese müssten in Österreich besser verankert werden. So dürfe es nicht erlaubt sein, dass Abtreibungsärzte selbst die Beratungen vornehmen. Darüberhinaus seien viele Frauen zu wenig über Alternativen informiert.

Große Möglichkeiten biete auch eine anonyme Abtreibungsstatistik, so Benzer. Damit könne man Gründe miterheben und dadurch besser aktiv werden.
Kosten unklar
Wie viel diese Vorschläge kosten würden, kann FPÖ-Chef Egger nicht abschätzen. Zuerst brauche es eine breite politische Diskussion. Deshalb hat die FPÖ auch einen Antrag eingebracht, in dem sie eine Enquete zum Thema Abtreibung fordert. Gemeinsam mit Fachleuten solle dann ein konkretes Umsetzungspaket geschnürt werden.
ÖVP-Nussbaumer: "Einige Punkte sinnvoll"
Für ÖVP-Sozialsprecherin und Landtagsvizepräsidentin Gabriele Nussbaumer ist eine Landtagsenquete zu diesem Thema "vorstellbar".

Einige der von der FPÖ vorgestellten Punkte seien durchaus sinnvoll. Auch Nussbaumer fordert eine besser strukturierte Art der Beratung: Zwischen Beratung und Abtreibung müsse eine gewisse zeitliche Distanz liegen. Auch eine Trennung zwischen beratendem und abtreibendem Arzt sieht sie als sinnvoll.

Die Vermischung des FPÖ-Elterngeld-Modells mit der Anzahl von Abtreibungen halte sie allerdings für unzulässig.

Einen Fonds zur finanziellen Absicherung von werdenden Mütter in Notsituationen gebe es bereits.
Ganz Österreich
Vorarlberg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News