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MI | 11.04.2012
Erwin Kraeutler (Bild: ORF)
Erwin Kräutler
SOZIALES
Attacke gegen Kräutler: Konsequenz gefordert
Nach der Verbal-Attacke des österreichischen Handelsdelegierten in Brasilien gegen Bischof Erwin Kräutler fordert der Vorarlberger Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein Konsequenzen. Hintergrund ist ein Kraftwerksprojekt in Brasilien.
Ökologische und soziale Auswirkungen
Am Rio Xingu im Norden Brasiliens ist das große Wasserkraftwerk Belo Monte geplant. Bischof Kräutler hat sich bislang erfolgreich an der Seite der Indianer gegen dieses Projekt gewehrt. Seiner Ansicht nach hätte das Projekt enorme ökologische und soziale Auswirkungen.
Projekt Belo Monte
Das Kraftwerk soll rund sechs Prozent des Strombedarfs Brasiliens decken. Kritiker sagen, der Staudamm würde die Häuser von rund 15.000 Menschen überfluten und der Fluss Xingu würde auf einer Länge von 140 Kilometer zu stehenden Lachen verkümmern.

Die Amazonas-Indianer fürchten um ihre Heimat und ihre Lebensgrundlage.
Verbale Attacken gegen Kräutler
Der österreichische Handelsdelegierte in Brasilien, Ingomar Lochschmidt, attackierte Kräutler verbal. Er nannte den Bischof wörtlich einen "staatlich geehrten Talarträger, der gegen Industrieprojekte wettert und Indianern hilft, sich fernsehgerecht in Szene zu setzen". Lochschmidt sieht die Geschäfte für österreichische Technologiefirmen gefährdet, wenn das Kraftwerk nicht gebaut wird.
Manfred Rein (Bild: ORF)
Manfred Rein
"Politisches Einbringen ist nicht erlaubt"
Empört über die Aussagen von Lochschmidt zeigt sich Vorarlbergs Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein im ORF Vorarlberg-Interview: "Das ist eine unnötige Aussage. Vor allem steht es dem Herrn Handelsdelegierten nicht zu, dass er sich hier politisch einbringt. Das ist sogar nicht erlaubt."
Rein schrieb Brief an Präsident Leitl
Rein hat dem österreichischen Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl einen Brief geschrieben. Darin bittet er ihn um Aufklärung und um eine sofortige Klarstellung.

Bischof Kräutler sei ein Kämpfer für die Rechtlosen und setze sich dort ein, wo Hilfe notwendig sei, sagt Rein. Deshalb sei es für ihn unverständlich, dass sich Lochschmidt von einer gewissen Lobby vorantreiben lasse. "Das muss sofort eingestellt werden", fordert Rein.
Video
ORF-Redakteur Franz-Michel Hinteregger im Interview mit Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein.

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Kräutler berichtet von Gerichtsbescheid
Bischof Kräutler lässt sich nicht beirren und setzt sich weiterhin gegen das Kraftwerksprojekt ein. Vor kurzem habe er einen Gerichtsbescheid erhalten, dass das Projekt im Moment storniert werde, sagt Kräutler gegenüber dem ORF Vorarlberg. Das Gericht habe beschlossen, dass man nicht nur von den Vorteilen, sondern auch von den Risiken reden müsse.
Audio:
Bischof Kräutler im ORF-Interview

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Seit 1981 Bischof in Brasilien
Seit 1981 ist der Vorarlberger Erwin Kräutler Bischof der Prälatur Xingu, der mit 350.000 Quadratkilometern und 400.000 Einwohnern flächenmäßig größten Diözese Brasiliens.

Bischof Kräutler ist Träger zahlreicher österreichischer und internationaler Auszeichnungen.
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