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JUSTIZ |
07.02.2010 |
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Testamentfälschungen: Ratz beteuert Unschuld
Landesgerichts-Vizepräsidentin Kornelia Ratz hat erneut ihre Unschuld in der Testamentaffäre beteuert. Im ORF-Interview sagte sie, die Vorwürfe seien absurd. Sie kritisierte auch die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft Feldkirch.
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Video: Kornelia Ratz im Interview
Das Interview hat ORF-Redakteur Gernot Hämmerle geführt.
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Die Vorwürfe beruhen offenbar auf Aussagen des Hauptverdächtigen in der Affäre. |
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Verdacht wurde am Samstag bekannt
Am Samstag war bekannt geworden, dass die Vizepräsidentin des Landesgerichts Feldkirch, Kornelia Ratz, verdächtigt wird, in die Affäre um Testamentsfälschungen involviert zu sein. Gegen Ratz wurde der Vorwurf erhoben, Gerichtsbedienstete beauftragt zu haben, dass sie Testamente zu Gunsten ihrer Verwandten manipulieren. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Vorwürfe beruhen offenbar auf Aussagen des Hauptverdächtigen in der Affäre.
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-1_small.jpg) Kornelia Ratz |
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"Anzeige gegen Hauptverdächtigen erstattet"
Sie habe mit den Testamentfälschungen in keiner Weise etwas zu tun, die Vorwürfe gegen sie seien vollkommen absurd, sagte Ratz am Sonntag im ORF-Interview.
Sie selbst habe bereits Ende November in Bezug auf zwei Testamente aus ihrem Verwandtschaftsbereich Anzeige erstattet, sagte Ratz. Denn bei diesen Testamenten habe der Hauptverdächtige in der Fälschungsaffäre, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, seine Finger im Spiel gehabt.
Durch ihre Anzeige seien der Hauptverdächtige und ein Angehöriger von ihm schwer belastet worden, so Ratz. Wohl aus Rache habe der Hauptverdächtige nun behauptet, sie habe ihn zu den Manipulationen angestiftet.
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Ratz: Unbekannter Erbe
Ratz schildert, wie sie Verdacht geschöpft habe: Jemand in ihrer Verwandschaft habe geerbt. Dabei sei im Testament ein dritter, der Familie völlig unbekannter Erbe aufgetaucht.
Ihre Familie habe keinen Bezug dieses Erben zu der verstorbenen Person herstellen können. Laut Ratz hat sich dann herausgestellt, dass es sich bei dem Erben um einen Bekannten des Hauptverdächtigen in der Testamentsaffäre gehandelt habe.
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Sie sei nie zu den Beschuldigungen befragt worden, so Ratz. |
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Vorwürfe gegen Staatsanwaltschaft
In dem Interview spart Kornelia Ratz auch nicht mit Vorwüfen gegen die Staatsanwaltschaft Feldkirch. Sie sei nie zu den Beschuldigungen befragt worden, erst am Freitag habe man sie über die Vorwürfe informiert.
Wäre sie gefragt worden, hätte sie die Vorwürfe ganz leicht entschärfen können, sagt Ratz. Dann wäre das Ganze gar nicht erst an die Öffentlichkeit gelangt, so die Richterin. Die Justiz habe sich durch dieses Vorgehen mehr geschadet als genützt.
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Nach Ansicht von Ratz hätte die Staatsanwaltschaft Feldkirch den Fall allerdings schon viel früher abgeben sollen. |
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"Ermittlungen seit vorigen Donnerstag"
Auf ORF-Anfrage hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile bestätigt, dass es sich bei der beschuldigten Richterin um Ratz handelt. Auf den Vorwurf, warum man mit der Beschuldigten so lange nicht gesprochen habe, sagt der leitende Staatsanwalt Franz Pflanzner:
"Die Ermittlungen sind erst vorigen Donnerstag aufgenommen worden und die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat die Delegierung an die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck umgehend vorbereitet." Wegen Befangenheit wird der Fall von der Staatsanwaltschaft Feldkirch nach Innsbruck abgegeben.
Nach Ansicht von Ratz hätte die Staatsanwaltschaft Feldkirch den Fall allerdings schon viel früher abgeben sollen.
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Oberstaatsanwaltschaft übernimmt
Die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck übernimmt die Ermittlungen am Montag (8.2.). Aus Innsbruck hieß es am Sonntag, dass man erst seit kurzem und derzeit nur bruchstückhaft über die Verdachtsmomente gegen die Richterin informiert sei. Nach dem Erhalt der Unterlagen werde der Präsident des Oberlandesgerichts sofort prüfen, ob und welche dienstrechtlichen Maßnahmen zu treffen seien.
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Justizministerium mit Fall befasst
Auch das Justizministerium ist mittlerweile mit dem Fall befasst. Nach Angaben des Ministeriums wurde hinsichtlich der Ermittlungen gegen Ratz das zuständige Disziplinargericht informiert.
Falls sich der Verdacht erhärte, werde dieses über weitere Schritte entscheiden. Zunächst seien aber die Einvernahmen und Untersuchungen abzuwarten, es gelte die Unschuldsvermutung, betonte eine Ministeriumssprecherin.
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Drei Verdächtige in Untersuchungshaft
Erst am Freitag war ein Bediensteter des Bezirksgericht Dornbirn in der Testamentsaffäre verhaftet worden. Insgesamt sind damit bisher vier Verdächtige festgenommen worden, drei davon sitzen in Untersuchungshaft. Ein Beschuldigter wurde vor einigen Wochen aus der U-Haft entlassen. Gegen ihn und weitere fünf Personen, die als Beschuldigte einvernommen wurden, wird weiter ermittelt.
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vorarlberg.ORF.at; 6.2.10
Die Vizepräsidentin des Landesgerichts Feldkirch, Kornelia Ratz, wird dringend verdächtigt, in die Affäre um Testamentsfälschungen involviert zu sein. Ratz wies die Vorwürfe vehement zurück, sie selbst habe solche Fälle aufgedeckt.
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