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MI | 11.04.2012
Rellstal (Bild: ORF)
VANDANS
Verhandlung über Kraftwerk im Rellstal
Von Mittwoch bis Freitag läuft in Vandans die mündliche Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung für das Kraftwerk im Rellstal. Illwerke-Vorstand Summer könnte sich vorstellen, Stromleitungen unter die Erde zu legen.
Katharina Lins (Bild: ORF)
Katharina Lins
Lins: Gewässer-Lebensraum wird kleiner
Kritik am Projekt Rells-Kraftwerke kommt von Naturschutzanwältin Katharina Lins. Der ein Hektar große Speichersee mitten im Alpgebiet wird ein beträchtlicher Eingriff sein, so Lins. Vor allem, da er im geschütztem Landschaftsgebiet "Lünsersee-Rellstal" gebaut werden soll.

Das zweite Problem sieht Lins in der Wassermenge der Rells. Der Verlust von Wasser in einem Fluss sei immer auch ein ökologischer Verlust. Mit dem Bau des Speichersees werde einiges an Gewässer-Lebensraum verloren gehen.
Ludwig Summer (Bild: ORF)
Ludwig Summer
Sieben Kilometer Stromkabel unter die Erde
Für Illwerke-VKW-Vorstand Ludwig Summer ist der See nicht allzu groß und werde gut in die Landschaft eingebettet. Zudem stellt Summer in Aussicht, dass sieben Kilometer Freileitungen verkabelt werden. Damit wäre das Rellstal weitgehend frei von Freileitungen, was ein fairer Beitrag sei, so Summer.

Dennoch gibt er zu bedenken, dass das Projekt zunächst einmal genehmigt werden muss. Erst, wenn klar ist, welche Auflagen es gibt, könne man entscheiden, ob gebaut wird, oder nicht.
Die Illwerke möchten im Rellstal bei Vandans ein Kraftwerk mit Ausgleichsbecken errichten.
Gutacher prüfen 30 Sachbereiche
Insgesamt wurden rund 30 Sachbereiche wurden von Gutachtern untersucht. Es wurden Gutachten in den Bereichen Umweltmedizin, Lärmschutz, Naturschutz und Wildökologie erstellt.

Ob diese Gutachten Forderungen an die Planer der Illwerke enthalten, die das Projekt ernsthaft aufhalten oder gar zum Scheitern bringen könnten, kann man erst nach der Ende der mündlichen Verhandlung am Freitag sagen, so Günther Eberle von der Abteilung Wirtschaftsrecht beim Land.
Becken mit 45.000 Kubikmeter
Für das aus den 1980er Jahren stammende Projekt soll im Bereich des Zusammenflusses des Zaluandabaches und des Vilifaubaches ein Pumpspeicherwerk für den Pump- und den Turbinenbetrieb mit einer Gesamtpumpleistung von maximal 15 Megawatt sowie einer Turbinenleistung von maximal 12 Megawatt errichtet werden.

Für die Zwischenspeicherung ist vorgesehen, im Talgrund im Bereich unterhalb der Rellskapelle
ein Becken mit einem Fassungsvermögen von rund 45.350 Kubikmeter zu errichten.

Das Kraftwerksprojekt soll Strom für 3.600 Haushalte sowie 40 Millionen Kilowattstunden aus der Pumpspeicherung liefern.
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