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MO | 13.02.2012
Martin Kessler (Bild: ORF)
SPORT
Keßler weist Doping-Vorwürfe zurück
Der Leiter des Sportservice, Martin Keßler, hat Doping-Vorwürfe zurückgewiesen. Der Ex-Ruder-Nationaltrainer sagte dem ORF, er sei mit Sportlern bei Humanplasma gewesen. Es habe aber keine Rücktransfusionen von Blut gegeben.
"Es stimmt, wir waren dort"
Die Wiener Blutbank Humanplasma hatte den Namen Keßlers am Dienstag in einem Schreiben an ÖOC-Präsident Karl Stoss genannt. Er sei gemeinsam mit Ex-Langlauftrainer Walter Mayer und Sportmanager Stefan Matschiner zwischen Ende 2003 bis Anfang 2006 mit rund 30 Sportlern zu Blutabnahmen in das Labor gekommen.

Das stimme nur teilweise, sagte Keßler am Abend im ORF-Interview:
"Es stimmt, wir waren dort - mit bestimmten Sportlern und wir haben Blut abgenommen. Nicht zum Zweck der Rückführung, sondern wir wollten damit etwas probieren, weil wir uns einen legalen Effekt erhofft hatten. Dieser ist dann in der Testphase nicht eingetreten und damit haben wir das Ganze beendet und waren auch nie mehr dort". Insgesamt zwei Mal sei er bei Humanplasma gewesen, so Keßler.
Um Blutdoping handelt es sich, wenn das Blut zurück in den Körper des Sportlers geführt wird.
"Leistungssteigerung erhofft"
Allein durch die Abnahme von Blut habe man sich eine Leistungssteigerung erhofft, da der Körper nach der Abnahme selber wieder Blut produzieren müsse, so Keßler. Dadurch entstünden junge, leistungsfähigere Blutkörperchen.

Die Tests am Ruderergometer hätten aber ergeben, dass die Wirkung zu gering sei, um damit schnellere Zeiten zu erreichen. "Wir haben beide Male etwas Verschiedenes probiert, aber es hat beide Male nicht funktioniert", so Keßler.
"Kein Blutdoping"
Auf die Frage, ob es in seiner Zeit als Rudertrainer kein Blutdoping gab, von dem er gewusst habe, antwortete Keßler: "Ja, das ist richtig." Es habe keine Rückführung von Blut gegeben. In einem solchen Fall würde es sich um Blutdoping handeln.

Auf die Frage, warum die Trainer die Firma Humanplasma ausgewählt hätten, antwortete Keßler, man habe nicht pfuschen wollen und aufgrund der Sauberkeit und der Abwicklung Leute ausgewählt, die dazu befugt seien und das auch könnten.
Stemer: Persönliches Gespräch
Keßlers Vorgesetzter, Sportlandesrat Siegmund Stemer (ÖVP) will sich erst nach einem persönlichen Gespräch mit Keßler eine endgültige Meinung bilden. Sollte allerdings etwas an den Vorwürfen dran sei, werde er über Konsequenzen nachdenken, so Stemer.
Neun Jahre Ruder-Nationaltrainer
Keßler war neun Jahre lang - bis September 2005 - Nationaltrainer der österreichischen Ruderer. Unter ihm wurden die größten Erfolge in der Geschichte des Ruderverbandes erzielt, er holte mit dem Team WM-Gold, WM-Bronze und Weltcupgesamtsiege.

Seit Anfang des Jahres ist Keßler Geschäftsführer des Sportservice des Landes Vorarlberg, das neu strukturiert wurde. Zuvor - ab 2005 - hatte er neben der Leitung des Sportservice auch die Leitung des Sportreferats der Landesregierung inne.
Video: "Vorarlberg heute"-Beitrag
Zeitung brachte Name ins Spiel
Keßler ist bereits im Dezember mit Dopingvorwürfen konfrontiert worden. Damals hatte der "Kurier" berichtet, dass sein Name in den Ermittlungen rund um verdächtige Blutabnahmen auftauche. Details und eine Quelle nannte die Tageszeitung damals nicht. Keßler wollte damals zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.
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