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MI | 11.04.2012
Zugvögel (Bild: ORF)
NATUR
Kuriosum: Vögel kehren zum Bodensee zurück
Der strenge Winter hat am Bodensee zu einem Kuriosum geführt: Zugvögel haben auf dem Weg zu ihren Brutplätzen im Norden kehrtgemacht und sind an den See zurückgekehrt. Andere Tiere warten gleich am Bodensee auf den Frühling.
Winterquartier für 250.000 Vögel
Das Gebiet um den 536 Quadratkilometer großen Bodensee ist Rastplatz und Winterquartier für bis zu 250.000 Vögel. Derzeit sind auf den verschneiten Wiesen und in Gärten am See Vogelarten anzutreffen, die sonst in der ersten März-Hälfte längst wieder in ihrer Heimat sind und dort ihre Jungen aufziehen. Dazu gehören die Singdrosseln, die Feldlerchen und vor allem die Kiebitze.
"Fähigkeit, den Rückwärtsgang einzulegen"
"Vögel haben die Fähigkeit, die Notbremse zu ziehen und den Rückwärtsgang einzulegen", sagte der Konstanzer Vogelschutzexperte Harald Jacoby am Donnerstag.

Zu diesem Umkehrzug der Vögel auf ihrem Weg aus Südeuropa oder Nordafrika nach Nordeuropa haben nach Jacobys Angaben die höheren Schneemengen im Norden und der orkanartige Nordostwind der vergangenen Tage beigetragen.
"In dieser Heftigkeit selten"
Gegen den Sturm zu fliegen hätte die Vögel zu viel Energie gekostet, so der Experte von der Naturschutzorganisation NABU. Zudem fänden die Zugvögel auf den hart gefrorenen Böden im Norden kaum Nahrung.

Dass sie sich je nach Temperatur wieder zurückziehen, gehöre zu ihrer Überlebensstrategie. "Aber in dieser Heftigkeit ist es wirklich sehr selten", so Jacoby.
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