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KIRCHE |
17.03.2010 |
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Mehrerauer Abt will Vorwürfe intern prüfen
Der Abt des Klosters Mehrerau, Anselm van der Linde, will die neuen Missbrauchsvorwürfe zunächst intern prüfen. Möglich sei nach Kirchenrecht ein Rauswurf aus dem Orden oder eine lebenslange Suspendierung.
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Konkrete Verdachtsmomente
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es konkrete Verdachtsmomente gegen mindestens sieben Personen gibt. Zudem haben sich seit vergangenem Freitag 16 weitere Opfer gemeldet. Damit wird bislang von 27 Opfern ausgegangen, mit weiteren Fällen wird gerechnet.
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_small.jpg) Abt Anselm van der Linde |
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"Wie ein Gerichtsprozess"
Abt Anselm van der Linde - seit einem Jahr im Amt - sagte am Mittwoch zu den neu bekannt gewordenen Missbrauchsfällen, er wolle die Vorwürfe vorerst intern prüfen. Man müsse sich das wie einen Gerichtsprozess vorstellen, bei dem jeder ein Recht auf ein faires Verhör habe, so der Abt im ORF-Interview.
Wenn ein Vergehen feststehe, könne es nach dem Kirchenrecht einen Rauswurf aus dem Orden geben oder aber auch eine lebenslange Suspendierung vom Priestertum.
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LKA: "Klostermauern durchlässiger"
Aus dem Landeskriminalamt heißt es, die Klostermauern würden durchlässiger. Laut Kurt Obergschwandtner vom LKA ist die Polizei lange Zeit auf Mauern des Schweigens gestoßen. Mit Abt Anselm und Generalvikar Benno Elbs gebe es aber eine gute Zusammenarbeit. Das sei sehr wichtig, um die Täter zu stoppen, sagt Obergschwandtner.
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"Strafrechtlich abgeschlossen oder verjährt"
In einer Aussendung der Diözese drückte Abt Anselm erneut sein Bedauern aus. Bei den nun publizierten Fällen handle es sich um keine neuen, keine aktuellen Geschehnisse.
"Jene Menschen, die sich nun bei den Behörden gemeldet haben, sind Betroffene aus strafrechtlich abgeschlossenen oder verjährten Verfahren", so der Abt. "Dennoch soll noch einmal betont werden, dass ich allen Leidtragenden die Hand reichen und ihnen Gespräch, Offenheit und Versöhnung anbieten möchte."
Es liege nicht in seiner Macht, erinnert der Abt an die Stellungnahme von vergangenem Freitag, das Unrecht der Vergangenheit ungeschehen zu machen. "Aus diesem Grund bitte ich jene, die sich nach dem Pressegespräch bei den Behörden gemeldet haben, sich auch bei mir zu melden, um das offene Gespräch zu ermöglichen."
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Opfer wurden offenbar ermutigt
Bereits am vergangenen Freitag hatten van der Linde sowie Generalvikar Benno Elbs von der Diözese Feldkirch bei einer Pressekonferenz das Recht der Missbrauchten auf eine Entschuldigung und eine kompromisslose Aufklärung betont.
Das hat offenbar tatsächlich mehrere Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten ermutigt, sich zu melden. "Es sind durchwegs Fälle von früher, ein aktueller Vorwurf war bisher nicht dabei", sagt auch Stefan Schlosser vom Landeskriminalamt. Die letzten Verdachtsmomente stammen aus dem Jahr 2001.
Laut Schlosser sind die Erhebungen noch nicht so weit fortgeschritten, dass man die Staatsanwaltschaft hätte damit befassen können. "Wenn sich ein Verdacht erhärtet, wird dies aber natürlich geschehen", so der Kriminalbeamte.
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Kodex wird nächste Woche erarbeitet
In der Mehrerau wird in den kommenden Wochen ein Verhaltenskodex erarbeitet, der für alle Schüler, Lehrer, Patres und Mitarbeiter der Abtei bindend ist.
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vorarlberg.ORF.at, 17.3.10
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