Vorarlberg ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Horizon Field (Bild: Keystone/E. LEANZA)
KULTUR
100 lebensgroße Figuren in den Bergen
Eine einzigartige Kunstinstallation ist ab heute in Vorarlbergs Bergen zu sehen. 100 Figuren aus rostbraunem Gusseisen des Künstlers Antony Gormley wurden im Siedlungsgebiet der Walser verteilt - in jeweils 2.039 Metern Höhe.
Horizon Field (Bild: M. TRETTER/KUB) Größte Landschafts-Installation Österreichs
Es ist die größte Landschafts-Kunstinstallation, die es bisher in Österreich gegeben hat, so der Veranstalter, das Kunsthaus Bregenz, bei der Präsentation am Freitag. Die je 640 Kilogramm schweren, identischen Skulpturen - Abbilder seines eigenen Körpers - hat Gormley in London gießen lassen.

Sie wurden auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern im Siedlungsgebiet der Walser (hinterer Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Arlberggebiet und Klostertal) und jeweils in exakt 2.039 Metern Höhe über dem Meeresspiegel auf schwer zugänglichen Berghängen sowie in der Nähe von Wanderwegen und Skipisten aufgestellt. So ergibt das Werk ein horizontales Figurenfeld.

"Horizon Field" nennt der 1950 geborene Gormley denn auch seine Arbeit, die im Auftrag des Kunsthauses Bregenz entstanden ist. Die Landschafts-Installation ist bis zum April 2012 zu sehen.
Horizon Field (Bild: M. TRETTER/KUB)
Das Budget für das Projekt "Horizon Field" beträgt 600.000 Euro und ist zu zwei Dritteln durch Sponsoren gedeckt.
"Beziehungsfeld zwischen Körper und Geist"
Der Abstand zwischen den einander nicht zugewandten Objekten schwankt zwischen 60 Metern und mehreren Kilometern. "Die Seehöhe hat für die Platzierung keine metaphorische oder inhaltliche Bedeutung. Vielmehr handelt es sich um eine gut zugängliche Höhe, die zugleich dem Alltag enthoben ist", so Gormley.

Die wesentliche Aussage dieser Arbeit besteht für Gormley darin, eine Verbindung herzustellen "zwischen dem, was greifbar, wahrnehmbar und vorstellbar ist". "Es ist ein Beziehungsfeld zwischen Körper und Geist, in dem einige Körper Surrogate sind, andere real", erklärte der Künstler.

"Horizon Field" stellt laut Gormley grundlegende und im Kern philosophisch-religiöse Fragen: "Wer sind wir, was sind wir, wo kommen wir her und wohin führt unser Weg?"
Horizon Field (Bild: Keystone/E. LEANZA)
Künstler Anthony Gormley vor einer seiner Figuren.
Veränderung durch Naturgewalten
Die Figuren sind laut Gormley weder Statuen noch Symbole, sondern repräsentieren als "Wächter in Raum und Zeit" einen "Ort, wo ein Mensch erstmals gewesen ist oder sein könnte".
Die Installation wird im Lauf der zweijährigen Präsentation den Naturgewalten, unterschiedlichen Lichtverhältnissen und dem Jahreszeitenwechsel unterworfen sein und somit immer wieder neue Wahrnehmungen und Eindrücke ermöglichen.

"Horizon Field" soll den Körper, die Wahrnehmung und die Vorstellungskraft von Wanderern, Skifahrern und aller ansprechen, die in dieses Beziehungsfeld eintreten.
Horizon Field (Bild: Keystone/E. LEANZA)
Vergleichbare Installation im Wattenmeer
Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt sich Gormley mit dem Bild des Menschen in der Skulptur - und zwar unter Verwendung des eigenen Körpers als Subjekt, Werkzeug und Material. Eine vergleichbare Installation mit 100 Eisenfiguren - allerdings auf Meeresniveau - hat Gormley 1997 im Wattenmeer vor Cuxhaven mit 100 Eisenfiguren unter dem Titel "Another Place" realisiert.
Ganz Österreich
Vorarlberg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News