Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Delogierung (Bild: Fotolia/bilderbox)
GERICHT
140 Wohnungen wurden geräumt
Die Zahl der in Vorarlberg durchgeführten Zwangsräumungen geht stark zurück. Im Vorjahr mussten knapp 140 Wohnungen per Gerichtsbeschluss geräumt werden, ein Minus von rund 20 Prozent gegenüber 2008.
Beratungen verhindern Delogierung
Im Vorjahr ist in Vorarlberg 830 Mal die Zwangsräumung einer Wohnung angedroht worden. Das entspricht einem Minus von über zehn Prozent im Vergleich zu 2008. Tatsächlich geräumt wurde in knapp 140 Fällen.

Diese trotz Wirtschaftskrise sinkenden Zahlen haben auch mit der stärkeren Beratungstätigkeit der Delogierungsprävention zu tun, heißt es beim Institut für Sozialdienste. In fast allen Fällen sind Mietrückstände der Grund für die Räumung.

Andere Gründe, wie etwa eine Verwahrlosung der Wohnung oder die fortlaufende Belästigung anderer Mieter sind dagegen laut VOGEWOSI jährlich nur rund fünf Mal Grund für eine Klage.
VOGEWOSI stellt die meisten Anträge
Die meisten Anträge auf Zwangsräumungen gibt es in Vorarlberg bei der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft VOGEWOSI. Dies hänge vor allem damit zusammen, das man auch sozial schwächeren Menschen Wohnungen zur Verfügung stelle, sagt VOGEWOSI-Prokuristin Waltraud Zudrell.

Allerdings habe man bei den angedrohten Räumungen in den meisten Fällen eine Einigung erzielen können. Tatsächlich geräumt wurden laut Zudrell im Vorjahr 24 Wohnungen - fast immer aufgrund von längeren Mietrückständen.
Lösungen bei Zahlungsproblemen
Bei der Alpenländischen Heimstätte gab es im Vorjahr vier Räumungen, sagt Prokurist Wilhelm Muzyczyn. In aller Regel gehe es um Mietrückstände.

Mit Zahlungsproblemen ihrer Mieter haben auch viele private Wohnungsbesitzer Probleme, sagt Daniela Eberharter von der Vorarlberger Eigentümervereinigung. Vor dem Gang zum Gericht versuche man aber, andere Möglichkeiten wie etwa Ratenzahlungen oder freiwillige Mietvertrags-Auflösungen zu vermitteln.

Es gebe auch die Möglichkeit, zum Beispiel die Wohnbeihilfe vom Land direkt an den Vermieter zu überweisen, sagt Eberharter. Denn liege der Fall vor Gericht, müsse man mit einer Verfahrensdauer von zumindest vier Monaten rechnen.
Mieter und Vermieter einigen sich
Fast 200 Haushalte sind im Vorjahr beraten worden, um eine Wohnungsräumung zu verhindern. Das entspricht einem Plus von rund 20 Prozent, sagt Heidi Lorenzi von der Delogierungsprävention des Instituts für Sozialdienste.

In über vier von fünf Fällen habe man eine positive Lösung für die Betroffenen erreicht. Fast immer sind Mietrückstände die Ursache für eine angedrohte Räumung. Und das, obwohl die Mieter oft arbeiten würden, sagt Lorenzi.
Sozialeinrichtung fordert billige Wohnungen
Wichtig wäre daher die Schaffung von mehr leistbarem Wohnraum, verlangt Lorenzi. Viele Mieter wüssten auch nicht ausreichend über ihre Ansprüche auf Sozialleistungen Bescheid oder würden sich schämen, diese in Anspruch zu nehmen.
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