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MO | 13.02.2012
Pflege (Bild: ORF)
PFLEGE
Akuter Personalmangel in Pflegeheimen
Im Pflegebereich fehlen dutzende Arbeitskräfte, vor allem diplomierte Fachkräfte seien kaum zu finden, beklagen die Pflegeheime. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in den Heimen, denn es leben dort immer mehr Menschen in höheren Pflegestufen.
"Krankenhäuser werden bevorzugt"
Laut der Sprecherin der ARGE Heim- und Pflegeleitung, Ruth Weißkopf, leiden fast
fast alle Pflegeheime in Vorarlberg unter Personalmangel. Größere Anbieter wie Benevit und die St. Anna-Hilfe bestätigen das. Es müssten mehr Pflegehelfer, mehr Fachsozialbetreuer und vor allem mehr diplomierte Pflegefachkräfte ausgebildet werden.

Zudem fordert Weißkopf, dass Fachkräfte in der Pflege gleich viel verdienen sollten wie ihre Kollegen im Spital. Derzeit wechselten viele erfahrene Pflegefachkräfte nicht in ein Pflegeheim, weil sie dort deutlich weniger verdienten und auch die Vordienstzeiten nicht angerechnet bekämen, sagt Weißkopf. "Das ist fürchterlich für uns", meint die Sprecherin. Pflegeheime seien im Wettbewerb benachteiligt. Krankenhäuser würden bevorzugt und das sei unfair.
Forderung nach angeglichenen Gehältern
Hier sei das Land gefordert, sagt der stellvertretende Gemeindeverbandspräsident Harald Sonderegger. Die Gehälter müssten angeglichen werden. Konkret sollten Landesbedienstete-Gehälter auf das Niveau von Gemeindebediensteten heruntergesetzt werden. Sonderegger erkennt darin ein Einsparungspotential bei "galoppierenden Spitalskosten".

Laut Gesundheitslandesrat Markus Wallner (ÖVP) wäre das Angleichen der Gehälter ein Eingreifen in bestehende Gesetze. Das ginge nicht von heute auf morgen, sondern müsse sorgfältig geprüft werden. Er sei dafür, dass man dies diskutiere, wolle aber auch mittelfristig etwas erreichen, nämlich bei der "Schaffung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen.

Einen zusätzlichen Kurs mit rund 16 Ausbildungsplätzen für Diplomkrankenpfleger gebe es bereits in Bregenz. In Rankweil soll eine weitere, berufsbegleitende Klasse für 15 bis 20 Personen eingerichtet werden. Die Zusatzkosten von 140.000 Euro seien im Budget 2011 bereits vorgesehen. Damit der Kurs im Frühjahr beginnen kann, muss das im Landtag im Herbst beschlossen werden.
SPÖ: Bedarf an Pflegekräften lange bekannt
SPÖ-Sozialsprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger erwähnte in einer Presseaussendung, dass der zusätzliche Bedarf an Pflegekräften schon seit Jahren bekannt sei: "Ich frage mich, wie lange Landesrätin Greti Schmid (ÖVP) noch zuwartet, bis entsprechende Schritte gesetzt werden", so Sprickler-Falschlunger.

Die Sozialsprecherin fordert, dass genug Pflegekräfte ausgebildet und diese auch entsprechend bezahlt werden müssten. Außerdem sollten Pflegeheimleiter besser in Sachen Führung qualifiziert werden, damit das Arbeitsklima in den Heimen verbessert würde.
Grüne fordern mehr Geld für Pflege
Die stellvertretende Grünen-Klubvorsitzende Katharina Wiesflecker macht der Landesregierung den Vorwuf, den Pflegebereich jahrelang bewusst unterbudgetiert zu haben und damit den Gemeinden gegenüber nicht transparent gewesen zu sein. Laut Wiesflecker machen die Grünen seit Jahren darauf aufmerksam, dass mehr Geld für die Pflege gebraucht werde.
FPÖ spricht von Säumigkeit
Silvia Benzer von der FPÖ wirft der Landesregierung Säumigkeit vor. Durch die zögerliche Haltung in der Schaffung von Ausbildungsplätzen werde der Engpass immer weiter verschärft. Es brauche ein Konzept für die nächsten Jahre, nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
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