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UMWELT |
04.06.2011 |
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Baulizenz-Vergabe: Kräutler ist kämpferisch
Seit Jahren kämpft Bischof Erwin Kräutler gegen das Wasserkraftwerk "Belo Monte" in Brasililen. Am 1. Juni hat die Regierung dafür grünes Licht gegeben. Kräutler nennt die Erklärung der Regierung eine "glatte Lüge".
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"Für mich sind das Menschen"
Der aus Koblach stammenden Bischof Erwin Kräutler war am Freitagabend als Vortragender zu Gast in Lindenberg. Er zeigte sich wütend über die Entscheidung der brasilianischen Regierung. Sie habe vor den Medien behauptet, dass alle 60 Bedingungen erfüllt seien, sagt Kräutler. Das sei eine "glatte Lüge".
Kräutler ist sich nicht sicher, was auf die Ureinwohner in dem Gebiet nun zukommen werde. "Ich sage euch ehrlich, dass ich sehr besorgt bin. Was wird aus diesen Menschen?", so der Bischof. In der Hauptstadt Brasilia spreche man von 30.000 oder 40.000 Menschen und mache Vergleiche, wie zum Beispiel, was sind 30.000 oder 40.000 Menschen im Vergleich zu 200 Millionen Brasilianern?
Für die Regierung sei dies eine statistische Nummer, "für mich sind das Menschen, die ein Gesicht haben", schließt Kräutler.
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"Die denken an das große Geld"
Bischof Kräutler kritisierte außerdem in seinem Vortrag österreichische und deutsche Firmen, die am brasilianischen Kraftwerksprojekt Belo Monte verdienen, wie zum Beispiel, der Grazer Turbinenbauer Andritz.
"Die denken natürlich auch an das große Geld", sagt Kräutler. Natürlich würden mit dem Projekt Arbeitsplätze geschaffen, aber man dürfe auch nicht die ethischen Komponenten vergessen. "Was sind das für Arbeitsplätze, wo man sich sagen müsste: Ich habe mitgeholfen, dass andere Menschen getötet werden?", fragt Kräutler.
Man müsse berücksichtigen, dass mit dem Bau des Wasserkraftwerkes indigenen Völkern das Land gestohlen oder überflutet werde, erklärt Kräutler. Auch eine Firma müsse die ethischen Komponenten solcher Aufträge überdenken.
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Das Projekt "Belo Monte"
Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das Staudamm-Projekt Belo Monte im brasilianischen Amazonas-Becken der drittgrößte Staudamm der Welt werden.
Umweltschützer verweisen darauf, dass amtlichen Angaben zufolge eine Fläche von 500 Quadratkilometern geflutet werden wird. Die brasilianische Regierung beteuert, Ländereien von Ureinwohnern seien nicht bedroht. Außerdem seien Millionen ausgegeben worden, um mögliche Folgen im sozialen und Umweltbereich abzufedern.
Die Baukosten des Projekts werden auf elf Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) veranschlagt. In Spitzenzeiten soll Belo Monte über 11.200 Megawatt Strom produzieren. Dies wäre aber wegen unterschiedlicher Wasserstände nur einige Monate im Jahr der Fall.
Die Fertigstellung ist für 2015 geplant. Bis dahin müssen aber noch mehrere rechtliche Hürden überwunden werden.
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vorarlberg.ORF.at; 24.4.11
Der aus Vorarlberg stammende Bischof Erwin Kräutler, seit 1981 Bischof der Prälatur Xingu, warnt neuerlich vor dem Staudammprojekt Belo Monte im Amazonas. Bis zu 40.000 Menschen müssten umgesiedelt werden, keiner wisse, wohin sie sollen.
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