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MI | 11.04.2012
Strommasten (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Viele Häuser stehen zu nah an Stromleitungen
Viele Häuser in Vorarlberg stehen zu nahe an Starkstromleitungen, so der Experte für Elektrobiologie Josef Schallert. Das Land Vorarlberg und die Gemeinde Gaschurn haben Studien zu den Risiken durchgeführt.
Vermerk über Risiko in Flächenwidmungsplänen
Nicht nur in Gaschurn, in vielen anderen Vorarlberger Gemeinden stünden sehr viele Häuser zu nahe an Starkstromleitungen, sagt Josef Schallert, Experte für Elektrobiologie, aus Dornbirn.

Selbst wenn die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten würden, die baubiologischen Grenzwerte würden vielfach verletzt. Die Gemeinden müssten daher stärker für die gesundheitlichen Risiken von magnetischen Feldern sensibilisiert werden.

Schallert emfpiehlt, in Flächenwidmungsplänen künftig zu vermerken, dass entsprechende Grundstücke mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind.
Land hat Studie zu Risiken durchgeführt
Um über den Zusammenhang zwischen Starkstromleitungen und Krebserkrankungen mehr gesicherte Erkenntnisse zu bekommen, wurde vom Land eine Studie in Auftrag gegeben, dabei wurden die Krebserkrankungen von 1985 bis einschließlich 2008 analysiert.

Erstes Zwischenergebnis: eine Häufung von Krebs in der nähe von Stromleitungen ist nicht feststellbar. Das Kops 2 Werk ist allerdings erst seit 3 Jahren in Betrieb, und damit haben sich auch die Stromdurchflüsse in den Leitungen durchs Montafon vervielfacht.

Man habe über das Vorarlberger Krebsregister hinaus auch die neuen Fälle in Gaschurn erhoben, analysiert und in die Langzeitstudie eingebaut. Am Ergebnis ändert die Häufung von Krebsfällen aufgrund der statistischen Grundregeln aber nichts. Man will die neuen Fälle nun aber gesondert von einem externen Experten prüfen lassen.
Auch Gaschurn führt Studie durch
Ziel der Studie, die von der Gemeinde Gaschurn durchgeführt wird, sei es herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen den Hochspannungsleitungen und den Krebserkrankungen in Gaschurn gibt, so Bürgermeister Martin Netzer gegenüber Radio Vorarlberg. Im ganzen Gemeindegebiet seien dafür Daten erhoben worden.

Erhoben wurde, wie viele Menschen in einem 50 Meter breiten Gürtel um die Stromleitungen leben, wie viele in einem 100 Meter und 200 Meter breiten Streifen. Diese Daten werden nun von Experten analysiert und auch mit ähnlichen Regionen anhand von Krebsregistern verglichen.
Aussagekraft der Studie noch offen
Inwiefern die Studienergebnisse aussagekräftig sein werden, bleibe abzuwarten, so Netzer.

Das Kops-II-Werk sei vermutlich noch nicht lang genug in Betrieb, um verlässliche Aussagen über Folgewirkungen zu machen.
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