Wien ORF.at Focus
TV-ProgrammTV-ThekRadioÖsterreichWetterSportIPTVNews
MI | 21.03 | 17:47
FOCUS-SENDUNG VOM 20. JÄNNER 2011 Trauma, Träume, Panikattacken
Die Vorträge beim "ANIMA"-Tag der Psychotherapie am Landeskonservatorium in Feldkirch drehten sich um die Themen Trauma, Träume und Panikattacken.
"TRAUMA und das Leben danach"
Markus Müller:
Akutpsychiatrie am LKH Rankweil

Hinter Symptomen wie Depressionen, Panikattacken, Selbstverstümmelungen, Ess-Störungen, Suizidalität, unerklärbare Schmerzzustände und Suchterkrankungen liegen oft traumatische Erfahrungen verborgen, die erwachsene Menschen als Kinder und Jugendliche in ihrer Familie oder Nachbarschaft
erleiden mussten, sagt Psychotherapeut Markus Müller.

Er sei immer wieder betroffen über das Ausmaß physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt, denen Menschen ausgeliefert waren und welche Auswirkungen diese Traumatisierungen auf das Leben der Opfer bis in die Gegenwart ausüben, so Müller.

"Oft vergehen viele Jahre, bis sich der Mantel des Schweigens, der Verdrängung und Verleugnung durchbrechen lässt, das Leiden der Betroffenen erkannt, aber auch anerkannt wird und sie Respekt, Unterstützung und qualifizierte Hilfe erfahren." In den letzten Jahrzehnten seien die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Menschen mit traumatisierenden Erfahrungen bereichert worden.
"Träume als Weg-Weiser"
Gerhard M. Walch:
Psychotherapeut in Lochau

Für Gerhard M. Walch umfassen "Träume als Weg-Weiser" den Bezug der Träume einerseits zum Weg und andererseits zur Weisung. Der Weg werde nicht nur mit Blick auf den Lebensweg, sondern auch auf den innerseelischen Weg betrachtet, auf dem uns unsere Träume begleiten.

"Die Träume können uns Weisheiten vermitteln über Herkunft, Gegenwart, Sinn und Ziel unseres eigenen Lebensweges. In der Tiefenpsychologie bei C.G. Jung ist es die 'Anima', die als Seelen-Führung uns die Beziehung zwischen unserem Bewusstsein und unserem Unbewussten näherbringt", ergänzt Gerhard M. Walch.
Die tieferen Träume können uns die Dimension der Ewigkeit öffnen und die Relativität der Zeiterfahrung innerhalb der Träume vermitteln.

Träume fanden in allen Kulturen Berücksichtigung: sowohl spirituell-religiös, wie auch in ihrer therapeutisch-heilsamen Wirkung, so Gerhard M.Walch.
ANGST und PANIKATTACKEN
Isabel Rhomberg:
Verhaltenstherapeutin

Isabel Rhomberg macht deutlich, dass Patienten oft nicht wüssten, dass es sich um eine solche Attacke handelt: "sie nehmen fürchterliche Körperreaktionen wahr, der Körper rebelliert und es entsteht eine große Angst". Das Herz beginne zu rasen, man spüre einen Druck auf der Brust und bekomme Hitzewallungen, das Blut steige durch den ganzen Körper auf, man beginne zu schwitzen, auf einmal befalle die Patienten ein Kälteschauer am ganzen Körper, am liebsten würde der/die Betroffene davonlaufen, aber er/sie sei wie gelähmt.

Patienten würden mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert und man stelle letztlich ihre körperliche Gesundheit fest. "Es dauert oft einige Zeit, bis man draufkommt, dass es sich um eine Panikattacke handelt"...und Patienten hätten dann oft Angst vor der Angst - also vor der nächsten Panikattacke, umschreibt Isabel Rhomberg die inneren Erlebnisse von Patienten.
Diese Vorträge wurden beim "ANIMA" -Tag der Psychotherapie am Landeskonservatorium in Feldkirch aufgezeichnet.

Literatur:

Judith Lewis Herman. Die Narben der Gewalt.Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden.
Verlag Droemer-Knaur.

Gerhard M. Walch. "Wandlungen des Bewusstseins - Erich Neumanns Tiefenpsychologie der Kultur" im Verlag Opus Magnum, Stuttgart,

Gerhard M. Walch. "Wandlung zum inneren Himmel - Bucher Verlag, Hohenems,

Musik:

CD Extraplatte
Musikproduktions-und verlags GmbH

CD Musik zum Entspannen
Thomas Eichenbrenner - Insel der Ruhe
"Focus", 20.1.11