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MI | 21.03 | 17:47
FOCUS-SENDUNG VOM 25. AUGUST 2011 Carl Gustav-CG-Jung: Zum 50. Todestag

Carl Gustav (CG) Jung (Bild: ORF)
Carl Gustav-CG-Jung
Carl Gustav Jung ist am 26. Juli 1875 in Kesswil-zwischen Romanshorn und Kreuzlingen- geboren worden. Am 6. Juni 1961 ist er in Küsnacht bei Zürich gestorben. Aus Anlass seines 50. Todestages veranstaltete das CG Institut Zürich ein Gedenksymposium ab. Dabei wurde von den ReferentInnen mehrfach betont, dass es die Jung`sche Erkennntnislehre/Schule im Wettstreit mit anderen „Therapieansätzen und -schulen nicht leicht habe.
Das „schwierige“ Erbe?
CG Jung werde immer eine Simplifizierung vorgeworfen, sagt der Prof.Dr.Allan Guggenbühl. Prof. Dr. Verena Kast und Gerhard M. Walch -Dozent an den CG Instituten Zürich, Stuttgart und Dresden- ( Lochau Vorarlberg) machten ihrerseits deutlich, welche Chancen, die Jung`sche Salutogenese biete. Das "heil-machende" Prinzip im Krankhaften, die Bildsymbolik, die Traumdeutungen, die Wahrnehmungen gesamtgesellschaftlicher Problemfelder zeichne Jung`s Analytische Psychologie aus und sei eine wesentliche Hilfe bei der psychotherapeutischen Arbeit.
CG Jung und seine Schaffenskraft
Das Leben und den Menschen CG Jung porträtiert dessen Urenkel Daniel Baumann. Baumann ist Präsident der CG Jung-Stiftung Zürich und schildert seinen Ur-Großvater als einen Mann von unglaublicher Schaffenskraft. 1903 heiratete Carl Gustav Jung Emma Rauschenbach, eine Tochter aus einer der reichsten Familien im Kanton Schaffhausen. Das Vermögen der Gattin ermöglicht es CG Jung, ein Haus zu kaufen und finanziell unabhängig zu sein. Urenkel Daniel Baumann bescheinigt CG Jung, sei ein sehr lebenspraktischer Mensch gewesen, der es verstanden habe, das Vermögen zu erhalten aber auch zu vermehren.
CG Jung baute auch eigenhändig in Bollingen am Zürichsee einen Turm aus Lehm , ohne Elektrizität und sanitäre Anlagen: der Turm spiegle in seiner Einfachheit den Kosmos des CG Jung wider und habe dem Begründer der Analytischen Psychologie als Refugium gedient.
Archetypen
Nach Jung sind Archetypen universell vorhandene Urbilder in der Seele aller Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur. Dazu zählen Vorstellungen, Gegenstände und Lebewesen aus der Umwelt. Um die Existenz von Archetypen, die nicht direkt, sondern als Anbahnungen von Vorstellungen vererbt werden, nachzuweisen, sammelten Jung und seine Mitarbeiter Material aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen. Sie betrachteten auf dem Hintergrund dieser Spuren Träume von Patienten und fanden dabei Vorstellungen, die den bildlichen Darstellungen fremder Kulturen, mit denen der Träumer niemals in Berührung gekommen war, stark ähneln.
Literatur
C. G. Jung - Das Rote Buch:erschienen bei Patmos.
Paul J. Stern: C. G. Jung - Prophet des Unbewussten. Eine Biographie. Piper- München
Micha Brumlik: C. G. Jung zur Einführung. Junius, Hamburg 2004,

Murray Stein: C. G. Jungs Landkarte der Seele. erschienen bei Patmos-Düsseldorf.
Musik
CD
"e.s.t.Esbjörn Svensson Trio-Strange Place for snow"
Focus, 25.8.11