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MI | 21.03 | 17:43
Literaturpreis(Bild: ORF)
Hohenemser Literaturpreis vergeben
Zum zweiten Mal ist am Samstag der "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nichtdeutscher Muttersprache" verliehen worden.
Text von Anette Raschner Preis ging an Eleonora Hummer
Der weltweit ausgeschriebene "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nichtdeutscher Muttersprache" ist am Samstag zum zweiten Mal im Salomon Sulzersaal in Hohenems vergeben worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die aus Kasachstan stammende und in Dresden lebende Autorin Eleonora Hummel.

In ihrem Romanauszug "Eine Handvoll Laub" erzählt Hummel aus der Perspektive eines Kindes von dessen Suche nach der Mutter, einer politischen Gefangenen in der Sowjetunion.

Die mit Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici und Zafer Senocak hochkarätig besetzte Jury würdigte die genaue Beobachtung, die sorgfältige Einfühlung in die Figuren und die gekonnte, literarische Verschränkung von Einzelschicksal und politischer Realität.
 Eleonora Hummer (Bild: ORF)
Die in Dresden lebende Autorin Eleanora Hummer.
Sandra Gugic (Bild: ORF)
Sanda Gugic
Anerkennungspreis für Sandra Gugic
Der mit 3.000 Euro dotierte Anerkennungspreis ging an die 34-jährige Sandra Gugic aus Wien. In ihrem Prosatext "Astronauten" schlägt Gugic, deren Familie aus Serbien stammt, den Ton einer jungen Generation an, die ihre Freizeit in einem Wiener Park verbringt. Es sind Jugendliche verschiedener kultureller und sozialer Prägungen. Von der Jury wurden vor allem das virtuose Tempo und die musikalische Dynamik der Erzählung hervorgehoben.

Die Preise wurde von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer überreicht. Sie sprach im Zusammenhang mit dem Literaturpreis von einem wichtigen Signal und einer Lücke, die geschlossen wurde. Integration sei ein Handwerk, das täglich praktiziert werden müsse.

Der "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nichtdeutscher Muttersprache" geht auf eine Idee von Michael Köhlmeier zurück. Er findet alle zwei Jahre statt und soll die Vielfalt der von Einwanderung geprägten deutschsprachigen Literaturszene hervorheben.
Barbara Prammer (Bild: ORF)
Die Preise wurden von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer überreicht.

"Landesrundschau", 19.6.11