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MI | 11.04.2012
Dietmar Alge, ÖVP, alge electronic
Dietmar Alge
Wirtschaftssprecher
Homepage-Affäre: Alge legt Funktion zurück
Auch Vorarlberg hat nun eine Homepage-Affäre: ÖVP-Landtagsabgeordneter Dietmar Alge hat am Donnerstag seine Funktion als Wirtschaftssprecher zurückgelegt. Anlass waren umstrittene Äußerungen auf seiner Firmen-Homepage.
Manuela Auer (Bild: ORF)
Manuela Auer
Auer: Arbeitnehmerfeindliche Sprüche
ÖGB-Geschäftsführerin Manuela Auer startete Donnerstagnachmittag eine Frontalattacke gegen den schwarzen Landtagsabgeordneten Dietmar Alge. Auf der Homepage von Alges Electronic-Unternehmen in Lustenau ortet Auer arbeitnehmerfeindliche Sprüche, die sie als unerträglich bezeichnet.
Warnung auf Homepage
Auf der Homepage von Alge Electronic fand sich unter der Rubrik Jobs eine Warnung: "Wir können in unserem Unternehmen keine Menschen gebrauchen, die nach 40 Stunden schon müde sind."

"Falls Sie zu den Blutarmen gehören, gewerkschaftlich organisiert sind oder meinen, dass die Arbeit nur ein notwendiges Übel sei, dann verlassen sie diesen Bereich"
Auer fordert Entschuldigung
ÖGB-Geschäftsführerin Manuela Auer fordert eine Entschuldigung, alle Gewerkschaftsmitglieder würden abqualifiziert und beleidigt.
Alge spricht von Missverständnis
Alles ein Missverständnis, sagt Firmenchef Dietmar Alge. Die Firmen-Homepage werde gerade überarbeitet, irrtümlich sei ein nicht zur Veröffentlichung bestimmter Text online gegangen. Der Text wurde bereits entschärft.
Walter Lingg wird neuer Wirtschaftssprecher
Die politischen Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Dietmar Alge legte noch am Donnerstagabend seine Funktion als Wirtschaftssprecher der ÖVP im Landtag zurück. Sein Nachfolger wird Walter Lingg. Die ÖVP distanziert sich von den kritisierten Aussagen auf der Internetseite.
Kritik vom ÖAAB
Für den Vorarlberger ÖAAB-Obmann Rainer Gögele ist klar: Arbeitsrechtliche Regelungen sind einzuhalten, betriebliche Mitbestimmung der Arbeitnehmer müssen respektiert werden. Die Sozialpartnerschaft dürfe nicht auf diese Weise angegriffen werden, so Gögele.

Diese Äußerungen sind unverständlich und unakzeptabel. Derselben Meinung ist der Obmann der Christgewerkschafter Edgar Mayer. Die Wortwahl sei nicht zu akzeptieren.
Rücktritt "nicht erforderlich"
Ein Rücktritt von Alge als Landtagsabgeordneter ist für die ÖVP-Gewerkschafter nicht notwendig, zumal er im Landtag immer gute Arbeit geleistet habe. Das sieht auch Parteiobmann Herbert Sausgruber so.
SPÖ-Sader: Alge-Homepage skandalös
Als skandalös bezeichnet SPÖ-Vorsitzende Elke Sader die Alge-Homepage. Der ÖVP gehe es nur darum die Gewerkschaft und damit die Vertretung der Arbeitnehmer zu schwächen.
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