Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: APA
Gefängnis
Haftuntauglichkeit kommt selten vor
In Vorarlberg kommt Haftuntauglichkeit äußerst selten vor: Es gibt aber immer wieder Fälle, in denen Personen die Haft nicht antreten können, weil sie zum Beispiel Angst vor engen Räumen haben (Klaustrophobie).
Attest des Hausarztes reicht nicht
Ganz so einfach ist es aber nicht, einer Haftstrafe zu entkommen. Ein Attest des Hausarztes reicht sicher nicht, um einer Haftstrafe zu entgehen. Weder bei Landesgericht noch den Bezirkshauptmannschaften geht es ohne ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen oder Amtsarztes.
Schwere gesundheitliche Probleme
Überwiegend sind schwere gesundheitliche Probleme der Grund, zum Beispiel Herzerkrankungen und die Betroffenen sind meist auch schon älter, sagt Wilfried Marte, Strafrichter am Landesgericht.
Regelmäßige Überprüfungen
Bescheinigt der Gutachter eine Haftuntauglichkeit, ist das aber kein Freibrief für den Betroffenen, denn es finden regelmäßige Überprüfungen statt.
Jeder kommt in Untersuchungshaft
Übrigens - eine Hafttauglichkeitsprüfung gibt es nicht bei der Untersuchungshaft - ein Verdächtiger kann wegen Flucht-, Verdunkelungs- oder Tatbegehungsgefahr immer in Haft genommen werden - unabhängig vom gesundheitlichen Zustand.
Bezirk Bregenz: 15 Untersuchungen im Jahr
Bei den Bezirkshauptmannschaften geht es vor allem um Ersatz-Haftstrafen für nicht bezahlte Bußgelder. In Bregenz führt der Amtsarzt im Schnitt zehn bis 15 derartige Untersuchungen im Jahr durch, aber nur in ein bis zwei Fällen liegt auch tatsächlich ein Haft-Untauglichkeit vor.

In den anderen Bezirken werden jährlich zwischen ein und fünf Haft-Tauglichkeitsuntersuchungen durchgeführt. Die Begründungen reichen von schweren Erkrankungen über suchtbedingte gesundheitliche Probleme bis hin zu Angstzuständen wie Klaustrophobie.
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