Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Heliskiing (Bild: ORF)
Rechtsausschuss
Generelles Heliskiing-Verbot abgelehnt
Heliskiing wird am Arlberg wohl auch in diesem Winter möglich sein. ÖVP und FPÖ lehnten im Rechtsausschuss des Landtags ein generelles Verbot ab. Die Grünen hatten ein solches Verbot gefordert.
"Wirtschaftliche Aspekte schwerwiegender"
ÖVP und FPÖ erklärten, die wirtschaftlichen Aspekte seien schwerwiegender als die Belastung für die Natur. Lech spiele in der "Champions-League des Wintertourismus", da gehöre ein solches Angebot einfach dazu, so ÖVP-Tourismussprecher Walter Lingg. Das gelte unabhängig davon, wie viele Gäste tatsächlich fliegen.

Die Ausweitung des Heliskiings auf andere Regionen im Land hatte der ÖVP-Klub zuvor strikt abgelehnt.
"Zu vernachlässigende Belastung"
FPÖ-Klubobmann Fritz Amann vertrat die Ansicht, dass die 240 Heli-Ski-Flüge pro Saison mit etwa 800 Skifahrern eine zu vernachlässigende Belastung seien - im Vergleich zu den tausenden Tourengehern, die sich jedes Wochenende im Gebirge tummelten. Außerdem gebe es pro Jahr etwa 1.200 Helikopter-Einsätze nach Skiunfällen.
"Negative Gutachten nicht berücksichtigt"
Karin Fritz von den Grünen übte scharfe Kritik an den Regierungsparteien. Die Landesregierung bediene private Interessen "auf dem Rücken von Natur und Menschen".

Fritz warf ÖVP und FPÖ vor, nur Gutachten in Auftrag gegeben zu haben, die das Heliskiing am Arlberg unterstützten. Das negative Gutachten der Naturschutz-Abteilung des Landes sei dagegen ignoriert worden.
SPÖ uneins
Die SPÖ war sich im Rechtsausschuss uneins über das Thema Heliskiing. Die Bludenzer Abgeordnete Olga Pircher unterstütze den Verbotsantrag der Grünen, Tourismussprecher Berthold lehnte ihn ab.
Lech will Heliskiing weiter anbieten
Die Gemeinde Lech hatte sich vor der Entscheidung des Rechtsausschusses für eine neuerliche Bewilligung der Außenlandeplätze am Mehlsack und dem Schneetäli im Zugertal stark gemacht. Gerhard Walter, Tourismusdirektor von Lech/Zürs bezeichnete das Heliskiing als eine "wichtige Trumpfkarte" im Kampf um den internationalen Gast.

Österreichweit ist Helliskiing nur noch in Vorarlberg erlaubt. Lech hat in der vergangenen Saison rund 900.000 Nächtigungen gezählt, davon haben sich 800 Skiläufer per Helikopter auf die Gipfel fliegen lassen.
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