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MI | 11.04.2012
Pop Open-Air Flint 1970 (Bild: ORF)
Jugendprotest
Open-Air "Flint" das Woodstock Vorarlbergs
Im Jahr 1970 hat in Vorarlberg der jugendliche und kulturelle Widerstand begonnen. Geburtsstunde war das Open-Air "Flint", das bereits 1971 verboten wurde. Ein Buch widmet sich nun dem damals aufkeimenden Widerstand in Vorarlberg.
Kulturpolitische Diskussionen
1970 wurde in Vorarlberg mit "Flint" erstmals ein Pop-Open-Air Festival veranstaltet. Das Festival war Auftakt für die alternative Kulturszene und Ausdruck des beginnenden jugendlichen Widerstandes.

Doch bereits die zweite Auflage von "Flint" wurde ein Jahr später verboten. Damit wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein kulturpolitischer Stein ins Rollen gebracht.
"Flint" Kundgebung 1971 (Bild: ORF)
Protestkundgebung zum Verbot des "Flint" Festivals, 1971
Kultur politisiert
Der Politologe Karl Schall hat anhand von "Flint" und einiger weiterer Initiativen im Land die Wechselwirkungen von Politik und Kultur untersucht. Seine Ergebnisse sind nun im Buch "Feuersteine - Jugendprotest und kultureller Aufbruch in Vorarlberg nach 1970" nachzulesen.
Widerstand von Politik provoziert
Politologe Karl Schall (Bild: ORF)Die Kultur ist politisch geworden, sagt der Politologe Karl Schall, und zwar in einer Zeit, die geprägt war von Verboten und Zensurmaßnahmen. Das Jugendschutzgesetz der 70er-Jahre war praktisch die Fortschreibung der NS-Polizeiverordnung aus dem Jahre 1942, so Schall. Es gab einen sehr großen Verbotskatalog vor allem im Freizeit- und Veranstaltungssektur, beispielsweise die Zensur von Filmen oder das Verbot des Twist-Tanzes.

Der Widerstand der Jugend wurde durch diese Gesetze provoziert. Der selbstdenkende Geist von "Flint" ermutigte Jugendliche wie Kulturschaffende, über Veranstaltungen und Kontrastprogramme eine neue Ära einzuläuten.
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