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MI | 11.04.2012
Höckerflohkrebs (Bild: ORF)
Höckerflohkrebs
Bodensee
Krebse müssen zum "Vaterschaftstest"
Biologen haben "Vaterschaftstests" für knapp 70 Höckerflohkrebse aus dem Bodensee angeordnet. Per genetischen Fingerabdruck soll geklärt werden, wie eng die Tiere verwandt sind. Sie gelten als "ziemlich fortpflanzungsfreudig".
Aufschluss über Herkunft
"Die Forscher erhoffen sich Aufschluss, auf welchem Weg die Krebse in den Bodensee gelangt sind", sagte der Biologe Martin Huber vom Wasserwirtschaftsamt im deutschen Kempten.

Die nicht im Bodensee heimische Art war erst 2002 entdeckt worden. Seither haben sich die bis zwei Zentimeter großen Tiere überall im See verbreitet. Im Frühjahr 2007 eroberte der Höckerflohkrebs sogar den Hochrhein bis Stein am Rhein.
"Gefräßig und fortpflanzungsfreudig"
Forscher beschreiben den Krebs als "gefräßig und ziemlich fortpflanzungsfreudig". Deshalb verdränge er heimische Arten. Erste Erkenntnisse deuten Huber zufolge darauf, dass die Krebse eng verwandt sind und womöglich aus nur einer Quelle stammen. Ein häufiger Weg, wie fremde Arten in den Bodensee gelangen, sind Wasserreste in Booten aus fremden Gewässern.
Wie die Gerichtsmedizin
Wie in der Gerichtsmedizin nutzen die Forscher neue Methoden auch, um vergangene Funde noch einmal zu prüfen. Erst seit 2006 ist es überhaupt möglich, vom Höckerflohkrebs einen genetischen Fingerabdruck zu nehmen und zu vergleichen. Huber hat nun bereits früher gefundene und von der Universität Konstanz konservierte Tiere zur Analyse angefordert.
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