Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Brand Seniorenheim (Bild: Poggioli/Mathis)
Brandkatastrophe
Brand in Seniorenheim Egg: Elf Tote
Bei einer Brandkatastrophe im Seniorenheim "Vinzenzheim" in Egg im Bregenzerwald sind am Freitagabend elf Heimbewohner durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen. Sechs Personen wurden verletzt.
brand (bild: r. mohr)
25 Personen bei Brandausbruch im Gebäude
Zum Zeitpunkt des Brandausbruches befanden sich 25 Personen im Seniorenheim, 23 Bewohner und zwei Betreuer. Elf Heimbewohner, alle waren pflegebedürftig, starben an Rauchgasvergiftung. Sechs Bewohner wurden verletzt, weitere sechs sowie die beiden Betreuer überlebten die Katastrophe unverletzt.
Feuer im ersten Obergeschoß ausgebrochen
Das Feuer brach gegen 18.45 Uhr in einem hinteren Teil des ersten Stocks aus. Hier befinden sich Zimmer von Bewohnern sowie Räume, die als Abstellkammer genutzt werden. Das "Vinzenzheim" stand innerhalb weniger Minuten in Flammen. Die Rettungskräfte kämpften vergeblich gegen das Feuer. Das Heim musste nach rund einer Stunde wegen einer teilweisen Einsturzgefahr gesperrt werden.

Das große Problem sei die Rauchentwicklung gewesen, so Feuerwehr-Einsatzleiter Markus Natter. Das ganze Stiegenhaus sei innerhalb kurzer Zeit verraucht gewesen, und damit sei der Rettungsweg verlegt gewesen.
Brand Egg (Bild: R. Mohr)
Andreas Lässer (Bild: R. Mohr)
Brandermittler Andreas Lässer
Augenzeugen: Brandausbruch bei Kapelle
Augenzeugen hätten von einem Feuer im ersten Obergeschoß zwischen Kapelle und WC-Vorraum berichtet, sagte Brandermittler Andreas Lässer im ORF-Vorarlberg-Interview. Dort habe es auch erste vergebliche Löschversuche gegeben.
brand (bild: r. mohr)
Über 300 Rettungskräfte im Einsatz
Acht Feuerwehren waren mit 250 Mann im Einsatz. 65 Sanitäter und zehn Notärzte kümmerten sich um die medizinische Versorgung.

Ein Wachtrupp der Feuerwehr ist noch immer anwesend, um mögliche Glutnester löschen zu können.
brand (bild: mathis)
Seniorenheim Egg (Bild: D. Mathis) 140 Jahre altes Heim
Das Gebäude des Senioren- und Pflegeheimes Vinzenz in Egg im Bregenzerwald ist bereits 140 Jahre alt, der Zustand wurde zuletzt aber für gut befunden. Kontrollen seitens der Bezirkshauptmannschaft Bregenz wurden in den Jahren 2003 und 2006 durchgeführt. Dabei galten sowohl die Baustruktur als auch die Fluchtwegkennzeichnung als in Ordnung. 2004 und im vergangenen Jahr gab es im Heim außerdem Feuerwehrübungen.
Hotline für Angehörige
Für Angehörige der betroffenen Personen wurde eine Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer ist 05522/3500.
Grafik Brand (Bild: APA)
Polizist rettete zwei Heimbewohner
Der Polizist Christoph Felderer konnte zwei Personen aus dem Heim retten: "Ich bin privat dazugekommen und habe den Rauch gesehen. Ich habe zwei Leute herausgeholt, leider nicht mehr, das Stiegenhaus war voller Rauch."
Landeshauptmann: "Tragisches Ereignis"
Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) war am Freitagabend am Katastrophenort. Es sei ein tragisches Ereignis, Vorarlberg sei von einem schweren Unglück heimgesucht worden, sagte er.
Bundeskanzler in Egg
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) traf kurz nach 22.00 Uhr in Egg ein. Er war am Freitagabend wegen einer Parteiveranstaltung nach Vorarlberg gereist. Es sei eine ganz schreckliche Katastrophe, sagte Gusenbauer. Er könne sich nicht erinnern, jemals ein Brandunglück diesen Ausmaßes gesehen zu haben. Die Einsatzkräfte hätten großartige Arbeit geleistet.
Bundespräsident: "Größte Betroffenheit"
Bundespräsident Heinz Fischer drückte in einem Schreiben an Landeshauptmann Sausgruber seine "größte Betroffenheit" über die "entsetzliche Brandkatstrophe" aus. "Ich bedanke mich für den Einsatz aller Hilfs- und Rettungskräfte und möchte den Angehörigen der ums Leben Gekommenen, aber auch allen Verletzten und Betroffenen meine Anteilnahme ausdrücken und darüber hinaus den Verletzten baldige Besserung wünschen", so Fischer.
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