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MI | 11.04.2012
Brandmelder (Bild: ORF)
Technik
Brandschutz in acht Heimen nicht ausreichend
Der bauliche Brandschutz von acht Vorarlberger Senioren- und Pflegeheimen ist von der Brandverhütungsstelle in einer umfassenden Überprüfung als "nicht ausreichend" beurteilt worden.
Pressekonferenz (Bild: Landespressestelle)
(v.l.n.r. Sausgruber, Schwärzler, Gieselbrecht)
In acht Heimen "nicht genügend"
Der bauliche Brandschutz wurde in acht Senioren- und Pflegeheimen als "nicht ausreichend" beurteilt. Man werde die Mängel so schnell wie möglich beheben, dennoch erfordere dies einige Zeit, erklärten Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) und Sicherheits-Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) nach der Regierungssitzung. Die festgestellten technischen und organisatorischen Unzulänglichkeiten seien bereits größtenteils behoben worden.
Kontrollen nach Katastrophe angeordnet
Die Überprüfung aller 49 Vorarlberger Senioren- und Pflegeheime wurde nach der Brandkatastrophe von Egg im Februar vom Land in Auftrag gegeben.
Verschiedenste Mängel
Acht Heime wurden hinsichtlich des baulichen Brandschutzes als "nicht ausreichend" bewertet, während beim technischen Brandschutz sechs und beim organisatorischen Brandschutz 14 der Einrichtungen als nicht entsprechend eingestuft wurden.
Drei Bereiche untersucht
Die Brandverhütungsexperten haben drei Bereiche untersucht: den baulichen Brandschutz, also zum Beispiel absperrbare Stiegenhäuser, den technischen, das sind vor allem Brandmeldeanlagen, und den organisatorischen Brandschutz, also ob es in den Heimen Brandschutzbeauftragte und entsprechend geschulte Mitarbeiter gibt.
Kurt Giselbrecht (Bild: ORF)
Kurt Giselbrecht
Mängel bereits behoben
Die Mängel beim technischen Brandschutz - im Wesentlichen ging es dabei um die Installierung einer automatischen Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Rettungs- und Feuerwehrleitstelle - sind laut Kurt Giselbrecht von der Brandverhütungsstelle bereits alle behoben.

Die organisatorischen Brandschutzmaßnahmen sollen durch die Ausbildung von Brandschutzbeauftragten in den Heimen verbessert werden, die Ende Juni an einem entsprechenden Kurs teilnehmen.
Nur 20 Prozent können sich selbst retten
Giselbrecht erklärte, dass in den inspizierten Häusern lediglich 20 Prozent der Bewohner noch in der Lage seien, sich bei einem Brand selbst in Sicherheit zu bringen. Auch bei bestmöglichem Schutz bleibe immer ein Restrisiko. So habe es in den vergangenen drei bis fünf Jahren in den Vorarlberger Heimen rund 25 bis 30 kleine Brandereignisse gegeben, die aber glimpflich ausgegangen seien.
Erich Schwärzler (Bild: ORF)
Erich Schwärzler
Qualität der Feuerbeschau verbessern
Schwärzler betonte zudem, dass man Effizienz und Qualität der Feuerbeschau verbessern wolle. Dazu sollen etwa von den Gemeinden zukünftig Sachverständige der Brandverhütungsstelle zur Durchführung der Feuerbeschau in Krankenhäusern und Heimen herangezogen werden.
Gesamtkosten sind noch nicht abschätzbar
Dennoch bleibt ein Restrisiko, sagt Giselbrecht. Die Bewohner hätten einerseits ein Anrecht auf häusliche Umgebung, andererseits gelte es, diese mit dem hohen Ziel des bestmöglichen Brandschutzes zu vereinbaren.

Die Gesamtkosten der Brandsicherung aller Vorarlberger Altenheime lassen sich laut Giselbrecht nicht abschätzen. Die Investitionen werden aber zu vierzig Prozent vom Land gefördert.
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