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MI | 11.04.2012
F.M. Haemmerle Textil (Bild: ORF)
wirtschaft
F. M. Hämmerle-Konkurs: Sechs Mio. Schulden
Auf eigenen Antrag ist am Donnerstag über das Dornbirner Traditionsunternehmen F. M. Hämmerle Textilwerke am Landesgericht Feldkirch das Konkursverfahren eröffnet worden. Die Schulden werden mit rund sechs Millionen Euro angegeben.
300 Mitarbeiter und 300 Gläubiger
Von der Insolvenz sind laut Kreditschutzverband 312 Arbeiter und Angestellte und rund 300 Gläubiger betroffen.

F.M. Hämmerle wurde im Jahr 1836 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Unternehmen Vorarlbergs. Noch vor 20 Jahren war F.M. Hämmerle mit 2.200 Mitarbeitern das größte Textilunternehmen Österreichs.
Vermögen in Form von Vorräten
F. M. Hämmerle betreibt die Erzeugung und Verarbeitung sowie den Handel von Textilprodukten. Die Höhe der Schulden wird laut Kreditschutzverband mit rund sechs Millionen Euro angegeben. In dieser Summe seien jedoch allfällige Ansprüche der Dienstnehmer aufgrund eventueller Beendigung der Dienstverhältnisse nicht enthalten. Die Summe könnte nach Angaben von Peter Mayer vom Kreditschutzverband dadurch auf zehn Millionen Euro steigen.

Es sei Anlagevermögen und Umlaufvermögen in Form von Vorräten vorhanden, über deren Wert würden aber noch keine konkreten Angaben vorliegen, so der Kreditschutzverband. Die Schuldnerin ist laut Kreditschutzverband Alleingesellschafterin der F. M. Hämmerle Unterstützungskasse GmbH, die operativ nicht tätig ist und vermögenslos sei soll.
Angebot zur Einrichtung einer Arbeitsstiftung
Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) hat das finanzielle Angebot zur Einrichtung einer Arbeitsstiftung erneuert.
Weniger Umsatz
Als Grund für die nunmehrige Zahlungsunfähigkeit hat Geschäftsführer Josef Hahnl bereits vor einer Woche den im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent geringeren Auftragseingang genannt.

Schon seit Jahren sei F.M. Hämmerle hinter den Budgetzielen zurückgeblieben, so Mayer. Im Juli hätte es aber einen drastischen Einbruch gegeben. Statt des geplanten Umsatzes von 2,9 Millionen Euro seien es Ende Monat nur 1,3 gewesen. Für die Monate August und September seien die Erwartungen ähnlich düster gewesen.

Die offenen Rechnungen von F.M. Hämmerle gehen mit 4,9 Millionen Euro hauptsächlich zu Lasten der Lieferanten.
Liegenschaft nicht betroffen
Von der Insolvenz ist nach Angaben von Hahnl die Liegenschaft von F.M. Hämmerle in Dornbirn nicht betroffen, da sie einer anderen Gesellschaft gehöre. Auch nicht unmittelbar betroffen sei das Joint Venture mit dem indischen Partnerunternehmen Vardhman.
Zwangsausgleich möglich
Nach Angaben des Kreditschutzverbandes besteht ein grundsätzliches Interesse an einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen eines Zwangsausgleichs. In den nächsten Tagen soll ein Masseverwalter die Situation überprüfen.
Masseverwalter Wilhelm Klagian
Zum Masseverwalter wurde der Dornbirner Rechtsanwalt Wilhelm Klagian bestellt. Er wird sich in den nächsten Tagen einen Überblick verschaffen, anschließend wird die Entscheidung getroffen, ob eine Fortführung des Betriebs möglich ist.
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