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MI | 11.04.2012
Gebet in Moschee (Bild: APA/R. Jäger)
Religion
Pläne geändert: Kein Minarett in Bludenz
In Bludenz gibt es keine Pläne mehr für einen Minarettbau. Der Jugendsprecher der Moscheenvereinigung, Deve Volkan, bestätigte im ORF-Interview einen Bericht der "Vorarlberger Nachrichten". Man verzichte aus Konsensgründen.
ATIB steht für: Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich.
"Moschee soll zu Bludenz gehören"
Der Jugendsprecher von ATIB, Deve Volkan, sagte, die neuen Pläne würden kein Minarett mehr vorsehen. "Wir wollen nicht, dass unser Moscheenprojekt in Bludenz an einer Minarett-Diskussion scheitert", so Volkan, "ein Minarett steht nicht im Vordergrund, uns ist wichtig, dass unsere derzeitige Moschee renoviert wird."

Man habe die Idee gehabt, zu einer neuen Moschee gehöre auch ein Minarett. Dieser Meinung sei man immer noch. "Wir wollen aber kein Problem daraus machen, die Moschee soll ja zu Bludenz gehören. Wenn das die Bevölkerung nicht will, wollen wir nicht dagegen angehen", so Volkan.
Um- und Ausbau des Gebäudes
Nun wolle man die bestehende Moschee umbauen und um einen Zubau ergänzen, sagt Volkan weiter. Für ein richtig großes Projekt sei jedoch kein Platz und kein Geld vorhanden, möglich sei allenfalls eine kleine Kuppel. Das Satteldach des bestehenden Altbaus könnte durch ein Flachdach ersetzt werden. Derzeit gehe es um das Sammlen von Ideen, sagt Volkan. Dabei seien sowohl Vereinsmitglieder gefragt, als auch Anregungen von außen gewünscht.
Minarett (Bild: APA/Barbara Gindl)
Minarett
Ritter: Sozialer Friede höher anzusiedeln
Auch die Stadt ist bereits darüber informiert, dass der Verein kein Minarett mehr errichten will. Vizebürgermeister Peter Ritter (ÖVP): "Der Bedarf beziehungsweise der Wunsch, ein Minarett zu errichten, ist nicht mehr vorhanden."

Das habe die Erfahrung der letzten Monate ergeben, auch eine Exkursion nach Deutschland sei für beide Seiten hilfreich gewesen. "Ein Minarett ist nicht dazu gedacht, dass der soziale Friede gestört wird", so Ritter, der soziale Friede sei höher anzusiedeln als ein Minarett.
"Bewegung in die Integration gekommen"
Positiv merkt Ritter an, dass durch die Diskussion Bewegung in die Integration gekommen sei. Der Verein, inbesondere die muslimischen Frauen, hätten sich gegenüber der Gemeinde geöffnet.

Am Freitag wollen sich die wichtigsten Vertreter der Moscheenvereinigung sowie der Stadt Bludenz zusammensetzen und entscheiden, in welcher Form es weitergehen soll.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber
"Änderung des Raumplanungsgesetz richtig"
Im April wurde rund um die Minarett-Diskussion eine Änderung im Raumplanungsgesetz beschlossen. Er halte die Änderung nach wie vor für richtig, sagt Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) gegenüber dem ORF Vorarlberg.

Es sei positiv, wenn die Grundbotschaft angekommen sei, dass Spielregeln und gesetzliche Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. Zudem sei es positiv, wenn das echte Gespräch gefördert wird und nicht nur die Polarisierung, so Sausgruber.
Diözese: "Wichtiger Lernprozess"
In der Karwoche meinte Bischof Elmar Fischer, dass Minarette eine Provokation seien und den sozialen Frieden gefährden würden. Elisabeth Dörler, Islambeauftragte der Diözese Feldkirch, meinte am Donnerstag, dass das Miteinander Sprechen ein wichtiger Lernprozess sei, der der Integration gut tue.
Geplantes Minarett sorgte für Diskussionen
Die ursprünglichen Pläne, in Bludenz ein Minarett zu bauen, hatten für Diskussionen gesorgt. Um sich über Minarette zu informieren, hatte sich eine 40-köpfige Delegation der Stadt Bludenz unter anderem zu einer Exkursion nach Penzberg bei München aufgemacht, wo es bereits ein Minarett gibt.
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