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MI | 11.04.2012
Manfred Rein (Bild: ORF)
Manfred Rein
Wirtschaftkammer
Rein neuer Wirtschaftskammer-Präsident
Noch-Landesrat Manfred Rein (ÖVP) ist zum Präsidenten der Vorarlberger Wirtschaftskammer gewählt worden. Die Vollversammlung der Kammer machte ihn einstimmig zum Nachfolger von Kuno Riedmann. Rein gibt seinen Posten als Landesrat auf.
Keine Gegenstimmen, keine Enthaltungen
Das Ergebnis war einstimmig: Rein erhielt bei seiner Wahl am Donnerstagnachmittag weder Gegenstimmen noch Enthaltungen. Er wird noch bis zur Landtagssitzung am 10. Dezember Landesrat bleiben und einen Tag später sein Amt bei der Wirtschaftskammer antreten. Rein kündigte an, er werde keine politischen Auseinandersetzungen in sein neues Amt mitbringen und jeden Populismus außen vor lassen.
Kuno Riedmann (Bild: ORF)
Kuno Riedmann
Riedmann durfte nicht wieder antreten
Der 59-jährige ÖVP-Politiker wird mit der Wahl Nachfolger von Kuno Riedmann. Der 68-jährige Riedmann war seit 1995 Wirtschaftkammer-Präsident und konnte nach drei Amtsperioden nicht mehr wiedergewählt werden.

Dennoch kam Riedmanns Rücktritt in der Mitte der Amtsperiode überraschend. Er habe jedoch immer gesagt, er werde sich rechtzeitig um einen Nachfolger bemühen, erklärte Riedmann. Wirtschaftlich schwierige Zeiten erforderten erfahrene Steuermänner - und um einen solchen handle es sich bei Rein.
Kritik von den Grünen
Die Sparten- und Fachgruppenvertreter sehen den Wechsel an der Spitze der Wirtschaftskammer positiv. Kritik kommt aber vom Sprecher der Grünen Wirtschaft, Bernd Bösch. Er sei mit dem kurzfristigen Kandidatenvorschlag nicht einverstanden, den er erst am Donnerstagmorgen aus den Medien erfahren habe. Bösch stimmte aber für Rein - wie auch der Grüne Otto Kazil. Grund sei Reins konstruktive Arbeitsweise.
K. Ruedisser (Bild: ORF)
Karlheinz Rüdisser
Rücktritt als Landesrat - Rüdisser soll folgen
Rein hatte am Mittwochabend angekündigt, er werde als Wirtschaftskammer-Präsident kandidieren und sein Amt als Landesrat zurücklegen.

Sein Nachfolger als Landesrat soll Karlheinz Rüdisser werden. Rüdisser ist bislang Leiter der Wirtschaftsabteilung des Landes und Lauteracher Vizebürgermeister.
"Tolle Herausforderung"
Noch-Landesrat Manfred Rein hat in der Sendung "Vorarlberg heute" seinen Rücktritt und den Wechsel zur Wirtschaftskammer erläutert.

Die Zeit für einen Wechsel sei gekommen, so Rein. Er habe sich das Angebot der Wirtschaftskammer gut überlegt. "Da kann man nicht sagen: komm in zwei Jahren nochmal wieder, dann passt es besser", so Rein, "die Frage war: Kannst Du das übernehmen, willst du das übernehmen".

Man dürfe nicht immer nur ans Geld denken, so Rein, der als Wirtschaftskammer-Präsident künftig rund 5.600 Euro Aufwandentschädigung bekommt, während er als Landesrat 13.000 Euro erhält. "Vielmehr geht es um die Frage, was macht Spaß, wo hat man neue Möglichkeiten", so Rein. Und die Präsidentschaft bei der Wirtschaftskammer sei eine tolle Herausforderung.

Auch als Landesrat habe er viel Freude gehabt und gehe mit Wehmut. "Es war eine Zeit des Gestaltens, es war eine Zeit, die ich nicht vermissen möchte", so Rein. Manchmal habe ihn der Job als Landesrat auch nervlich beansprucht, "wie das in allen Berufen ist, wo man stark gefordert ist". Aber jetzt sei eine ideale Zeit, um nochmals durchzustarten, dafür habe er ein ideales Alter, so Rein. Er habe die Chance bekommen und sie auch wahrgenommen. Rein wird im Dezember 60 Jahre alt.
Das Interview mit Manfred Rein
Manfred Rein im Gespräch mit Christoph Waibel

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"Rücktritt war vorbereitet"
Von Geheimhaltung seines Wechsels könne keine Rede sein, so der ÖVP-Politiker Rein, der mit seiner Rücktrittsankündigung auch viele in den eigenen Reihen überrascht hatte. Dieser Rücktritt sei nicht in einer solchen Eile geschehen, wie das nun festgestellt werde. Vielmehr sei alles vorbereitet gewesen.

"Es ist schwierig, Leute die sehr stark terminlich eingegrenzt sind, zu benachrichtigen. Man muss auch nicht alle informieren", so Rein. "Der Schritt war bekannt, wir haben das im Wirtschaftsparlament abgesprochen. Ich habe mit dem Landeshauptmann Rücksprache gehalten und ihm mitgeteilt, dass ich Nachfolger von Riedmann werde. Zudem habe ich unseren Wunschkandidaten als Landesrat, Karlheinz Rüdisser, vorgeschlagen", so der ÖVP-Politiker. Mit Rüdisser sei die Kontinuität gesichert.
Rein ist noch bis 10. Dezember Landesrat für Wirtschaft, Verkehr, Straßenbau, Wohnbauförderung, Raumplanung und Tourismus.
Rein muss wieder Unternehmer werden
Rein muss nun zumindest auf dem Papier wieder Unternehmer werden, um die Funktion des Präsidenten der Wirtschaftskammer bekleiden zu können. Das sei aber kein Problem, so Rein, denn er habe immer ein Gewerbe geführt und dieses bei seiner Berufung zum Landesrat wegen der Unvereinbarkeitsregelung abtreten müssen.

Der Beamte Rüdisser wurde vor einigen Tagen Mitglied des Wirtschaftsbundes, weil der Wirtschaftslandesrat traditionsgemäß vom ÖVP-Wirtschaftsflügel gestellt wird.
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