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MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: Fotolia/Bertold Werkmann)
recht
Juristen: "OGH sieht Kind nicht als Schaden"
Die Vorarlberger "Juristische Gesellschaft" hat sich am Mittwochabend mit der Schadenersatzfrage bei Geburt eines Kindes beschäftigt. Die Juristen kamen zu dem Schluss, dass der OGH ein Kind selbst nie als Schaden bezeichnet hätte.
Emil Karg (Bild: wiko)
Emil Karg
Anlassfall "Emil"
Anlassfall für die Diskussion der "Juristischen Gesellschaft" war die Klage des Buben Emil Karg. Er hatte noch als Ungeborener die Republik Österreich geklagt.

Hintergrund dafür war jener Fall, bei dem den Eltern eines Kindes, das mit der gleichen Behinderung wie Emil zur Welt gekommen ist, vom Obersten Gerichtshof Schadenersatz zugesprochen worden war. Emils Eltern hielten aber fest: "Unser Kind hat zwar einen Schaden, ist aber kein Schaden." Dieses Urteil verletze die Menschenwürde ihres Sohnes.
Einziger Schaden: hohe Ausgaben
Dieser heikle Fall beschäftigte am Mittwochabend auch die Vorarlberger "Juristische Gesellschaft". Die Juristen kamen zu dem Schluss, dass der Oberste Gerichtshof nie von einem Kind als Schaden gesprochen habe.

Der einzige Schaden, von dem der OGH demnach sprach, seien die hohen Ausgaben, die die Eltern aufgrund eines behinderten Kindes hätten.
Emils Eltern: Menschenwürde verletzt!
Für Emils Eltern stellt allerdings auch die Argumentation des "finanziellen Schadens" eine Diskriminierung ihres Sohnes dar. Sie sehen seine Menschenwürde verletzt. Demnächst soll es ein Urteil geben.
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