Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Trauer (Bild: R. Mohr)
polizei
Nach Bluttat: Botschaften an Biker-Clubheim
Nachdem Samstagnacht ein 20-jähriger Skinhead in einem Lauteracher Motorradclub erstochen wurde, ermittelt die Polizei weiter. In der Nacht auf Montag haben Skinheads Botschaften beim Clubheim hinterlassen, die auf Rache hindeuten könnten.
Getoeteter Skinhead (Bild: R. Mohr)
Am Clubheim angebrachte Botschaften: "Man sieht sich 2 Mal im Leben"
Botschaften am Clubheim angebracht
In der Nacht auf Montag haben sich laut Polizei vier Skinheads im Alter von 16 bis 24 Jahren beim Tatort - einem Motorradclubheim - eingefunden, um Kerzen für ihren verstorbenen Kameraden aufzustellen. Dabei zerstörten sie laut Polizei auch das Vereinsschild des Clubs, das sie in eine angrenzende Wiese warfen, und einen Zaun. Ein Skinhead wird wegen Sachbeschädigung angezeigt.

Auffällig sind Botschaften, die am Clubheim aufgeklebt wurden, so etwa der Satz "Man sieht sich 2 Mal im Leben", unterzeichnet mit B und H Vorarlberg, was auf die in Österreich verbotene rechtsradikale Skinhead-Gruppierung "Blood & Honour" schließen lässt.
Skinhead (Bild: R. Mohr)
"Polizei hat ein Auge auf beide Gruppen."
Weitere Entwicklung "schwer einschätzbar"
Die Polizei habe jedenfalls ein Auge auf Skinheads und Motorradclub-Mitglieder, sagt Ute Bachman von der Sicherheitsdirektion. Das Clublokal ist mittlerweile gesperrt und versiegelt.

Die angebrachten Botschaften, so Bachmann, seien sehr zweideutig, man werde sie aber nicht unterschätzen. Bisher habe es keine Vorfälle zwischen dem Motorradclub und Skinheads gegeben, daher sei es schwer einzuschätzen, ob sich der Konflikt hochschaukeln könne.
"Sehr viel Alkohol im Spiel"
Warum es zu der Massenschlägerei Samstagnacht kam, ist immer noch unklar. Fest steht, dass die Skinheads wohl nicht in der Absicht zu schlägern das Lokal betreten hatten und dass sehr viel Alkohol im Spiel war, sagt Hardy Tschofen von der Kriminalabteilung.
Getoeteter Skinhead (Bild: R. Mohr)
Für den Toten wurden Trauerlichter aufgestellt.
Obduktion voraussichtlich am Dienstag
Die Polizei gehe davon aus, dass einige Zeugen mehr wissen, als sie bisher gesagt haben, so Tschofen, und zwar sowohl die vier Skinheads, die man befragt habe, als auch die 15 Mitglieder des Motorradclubs.

Die Staatsanwaltschaft lässt voraussichtlich am Dienstag eine Obduktion des erstochenen 20- Jährigen durchführen. Die Obduktion kann laut Tschofen bei der Klärung der Frage hilfreich sein, wegen welchen Deliktes Anklage erhoben wird. Auch eine Tatrekonstruktion ist geplant.

Am Dienstag will die Staatsanwaltschaft auch enstcheiden, ob und über wen eine Untersuchungshaft verhängt wird.
"Vages Geständnis"
Bei dem Streit in einem Lauteracher Motorradclub ist in der Nacht auf Sonntag ein 20-Jähriger getötet worden.

Haupttatverdächtiger ist ein 26-jähriger Fußacher, der mit einem Küchenmesser zugestochen haben soll. Er hat laut Polizei ein "vages Geständnis" abgegeben: Er gestehe ein, zugestochen zu haben. Unklar ist weiterhin die Rolle eines 35-jährigen Tirolers, der mit einem Baseballschläger bewaffnet gewesen sein soll.
Weitere Verletzte nicht in Lebensgefahr
Drei weitere Männer, die bei der Massenschlägerei schwer verletzt worden sind, befinden sich laut Tschofen nicht mehr in Lebensgefahr und sind auf dem Weg der Besserung.

Einer der Schwerverletzten konnte bereits am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die anderen zwei, die am Sonntag notoperiert werden mussten, sollen am Montag entlassen werden.
Motorradclub Outsider distanziert sich
Der bundesweit organisierte Motorradclub Outsider distanziert sich indes vom Vorarlberger Club. Der sei eigenständig, die Namensgleichheit zufällig. Gleichzeitig distanzieren sich die österreichweiten Outsider von rechtsextremem Gedankengut und rechter Gewalt.
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