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MI | 11.04.2012
Schreiben (Bild: ORF)
Kultur
UNESCO: Alemannische Dialekte gefährdet
Nach Einschätzung der UNESCO könnte das Alemannische aussterben. Alemannische und bairische Dialekte, wie sie in Österreich gesprochen werden, werden im neuen "Atlas bedrohter Sprachen" als "unsicher" und somit gefährdet eingestuft.
Fünf Sprachen in Österreich gelten als gefährdet.
Drei Sprachen "definitiv gefährdet"
In Österreich sind nach Einschätzung der Weltkulturorganisation UNESCO drei Sprachen "definitiv gefährdet": Burgenland-Kroatisch, Romanes und Jiddisch. Das berichtete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den "Atlas bedrohter Sprachen", der am Donnerstag in Paris vorgestellt wurde.

Aber auch in Österreich gesprochene alemannische und bairische Dialekte werden als "unsicher" und somit gefährdet eingestuft. Alemannisch wird in Vorarlberg gesprochen, in allen anderen Bundesländern bairische Dialekte.
Fünf Gefährdungsstufen
Im "Atlas bedrohter Sprachen" der UNESCO werden Sprachen in fünf Gefährdungsstufen angeführt, von "unsicher" bis "ausgestorben".
Alemannische Dialekte werden auch in Teilen Deutschlands, Frankreichs und Italiens gesprochen.
Zehn Millionen sprechen Alemannisch
Alemannische Dialekte werden von rund zehn Millionen Menschen gesprochen, das sind neben den Vorarlbergern die Schweizer, Liechtensteiner, die Schwaben sowie einige Franzosen und Italiener.

Die bairischen Dialekte werden laut UNESCO-Atlas von zwölf Millionen Menschen gesprochen, und zwar nicht nur in Bayern, sondern auch in Österreich (mit Ausnahme Vorarlbergs) und Südtirol.
30.000 Menschen mit Burgenland-Kroatisch
Burgenland-Kroatisch wird laut UNESCO nur noch von 30.000 Menschen gesprochen, Romanes, die Sprache der Roma und Sinti, noch von 3,5 Mio. Menschen. Für Jiddisch macht der Atlas keine genauen Angaben.
Weltweit gibt es etwa 2.500 Sprachen, die von immer weniger Menschen gesprochen werden und von der Bildfläche verschwinden könnten.
Weltweit 6.000 Sprachen bekannt
Weltweit sind schätzungsweise 6.000 Sprachen bekannt, mehr als ein Drittel davon ist vom Aussterben bedroht. "In den vergangenen drei Generationen sind bereits 200 Sprachen ausgestorben", sagte der Herausgeber der Enzyklopädie, Christopher Moseley.

Im vergangenen Jahr sei die aus Alaska stammende Sprache Eyak mit dem Tod der letzten Sprecherin verschwunden. Andererseits gebe es auch Fälle, in denen bedrohte Sprachen wiederbelebt werden.
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