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MI | 11.04.2012
Hans-Peter-Martin (Bild: ORF)
Hans-Peter Martin
POLITIK
Hans-Peter Martin kandidiert für EU-Wahl
Der gebürtige Bregenzer Hans-Peter Martin wird wieder bei der EU-Wahl antreten. Das gab er am Montag bei einer Presskonferenz in Bregenz bekannt. Bei der letzten Wahl 2004 erreichte er mit knapp 14 Prozent hinter SPÖ und ÖVP den dritten Platz.
"Unhaltbare Zustände"
Er sei überzeugt, dass es einen Hecht im Karpfenteich der EU geben müsse, so Martin zu seiner Kandidatur. In Brüssel gebe es unhaltbare Zustände. Vor allem wolle er in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise politisch und persönlich helfen, weiterhin die EU-Bürokratie bekämpfen und für direkte Demokratie eintreten, so Martin.

Auf europäischer Ebene könne man den Politikbetrieb halbieren, so Martin. Mehr als drei Millionen Menschen seien bereits bei der EU beschäftigt, das sei bei Weitem nicht notwendig.
Knapp 17 Prozent in Vorarlberg
Bei der letzten EU-Wahl 2004 erzielte Martin in Vorarlberg mit 16,8 Prozent das beste Bundesländerergebnis, bundesweit kam er auf knapp 14 Prozent.
Ziel: Wieder Platz drei
Martins Ziel ist es, bei der Europawahl in Österreich erneut auf den dritten Platz zu kommen. Er sei überzeugt, dass viele seiner Wähler von 2004 ihm auch dieses Mal das Vertrauen aussprechen werden. Nur er kontrolliere die Mächtigen in der EU wirklich, erklärte Martin. Andere würden zwar mitreden, seien aber nicht da.

Den Wahlkampf wird Hans-Peter Martin mit seinem eigenen Geld finanzieren. Er rechnet damit, dass ihn der Wahlkampf etwa eine halbe Million Euro kostet.
FP-Landesobmann reagiert auf Kandidatur
Der freiheitliche Landesobmann Dieter Egger aus Vorarlberg antwortet mit einem Generalangriff auf den EU-Politiker Martin. Egger meint, Österreich habe sich bessere Volksvertreter in Brüssel als Hans- Peter Martin verdient.

Martin habe in Brüssel keine Erfolge erzielt. Viele Vorarlberger und Vorarlbergerinnen hätten Martin gewählt, doch seien bitter enttäuscht worden. "Denn außer Diskussionen über seine eigenen Spesenabrechnungen hat Hans-Peter Martin nichts vorzuzeigen", kritisiert Dieter Egger.
Zur Person: Hans-Peter Martin
Martin wurde 11. August 1957 in Bregenz geboren. Er studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Wien. Ab 1986 war er außenpolitischer Redakteur beim deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in Hamburg. Von 1989 bis 1991 war er Korrespondent für Südamerika, dann leitete er das "Spiegel"-Büro in Wien.

Ins Europaparlament zog er 1999 ein. 2006 verfehlte er mit seiner Liste den Einzug in den österreichischen Nationalrat, 2008 verzichtete er auf eine Kandidatur bei der Nationalratswahl.

Vor zwei Jahren stand Martin selbst nach Vorwürfen der Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF im Zusammenhang mit der Verwendung seiner Sekretariatszulage am Pranger. Das Europaparlament forderte von Martin rund 163.380 Euro zurück. Martin bestritt "angebliche Formfehler", beklagte eine "politische Intrige" und reichte Klage beim EU-Gerichtshof auf Rückzahlung ein. Ein Urteil ist noch ausständig. In Österreich wurde ein Strafverfahren gegen Martin 2007 eingestellt, die Staatsanwaltschaft Wien fand keine Beweise für unrechtmäßigen Bezug.

Neben dem Bestseller "Die Globalisierungsfalle" publizierte er "Nachtschicht - eine Betriebsreportage" sowie als Co-Autor "Gesunde Geschäfte", "Kursbuch Gesundheit" und "Bittere Pillen". Martin ist in zweiter Ehe verheiratet, aus erster Ehe hat er einen Sohn.
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