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MI | 11.04.2012
Schlecker (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Kritik an Arbeitsbedingungen bei Schlecker
Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hat eine Mitarbeiterinnenbefragung bei der Drogeriekette Schlecker durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen würden unter erniedrigenden Bedingungen arbeiten, so Bernhard Heinzle von der GPA Vorarlberg.
Bernhard Heinzle (Bild: ORF)
Bernhard Heinzle, GPA
"Abgelaufene Ware muss gekauft werden"
In Vorarlberg wurde die Befragung in 34 Filialen durchgeführt, österreichweit wurden 1.600 Mitarbeiterinnen befragt.

Es scheine Teil der Unternehmenskultur von Schlecker zu sein, die Mitarbeiterinnen grundsätzlich zu verdächtigen und unter Druck zu setzen, sagte Heinzle im Radio Vorarlberg-Interview.

Bei der Befragung sei herausgekommen, dass die Mitarbeiterinnen etwa abgelaufene Ware zum vollen Preis kaufen müssten, damit die Lagerbestände stimmen würden. Wenn die Frauen von der Filiale nach Hause gehen, müssten sie auch Taschenkontrollen über sich ergehen lassen. Das sei für die Mitarbeiterinnen absolut erniedrigend, so Heinzle.
"Mehrarbeit ohne zusätzliches Geld"
Auf die Frage, ob sich die Frauen an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen, hat laut Heinzle die Hälfte mit Nein geantwortet. Die Mitarbeiterinnen würden offensichtlich immer alleine im Geschäft stehen und sich sorgen, dass sie überfallen werden könnten. Sie könnten auch kaum auf die Toilette gehen.

Notwendige dienstliche Telefonate müssten die Mitarbeiterinnen am Privathandy führen, da das Diensttelefon teilweise gesperrt sei, sagt Heinzle.

Außerdem müssten die Frauen jederzeit für Mehrarbeit zur Verfügung stehen, ohne dafür bezahlt zu werden.
Außergerichtliche Schlichtungsstelle
Die GPA hat eine außergerichtliche Schlichtungsstelle angerufen und hofft auf einen konstruktiven Dialog. Sollte sich Schlecker nicht kooperativ zeigen, werde die GPA den Druck sowohl rechtlich wie auch in der Öffentlichkeit erhöhen, kündigt Heinzle an.
Schlecker weist Vorwürfe zurück
Die Drogeriekette Schlecker weist die Vorwürfe der GPA zurück. Es seien nur 372 Mitarbeiter befragt worden, es handle sich um eine nicht-repräsentative, willkürlich Stichprobe. Die erhobenen Vorwürfe seien nach der anonymen Umfrage nicht beweisbar und vollkommen haltlos.
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