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MI | 11.04.2012
Vallaster Denkmal (Bild: ORF)
GESCHICHTE
Kriegerdenkmal in Silbertal wird entfernt
Das umstrittene Kriegerdenkmal in der Gemeinde Silbertal wird entfernt. Stattdessen wird ein neuer Erinnerungsplatz geschaffen. Hintergrund ist die Identifizierung des vermeintlichen Kriegsopfers Josef Vallaster als NS-Täter.
Vor zwei Jahren als NS-Täter identifiziert
Vor zwei Jahren wurde Vallaster als NS-Täter und nicht als Kriegsopfer identifiziert. Er war in der Euthanasieanstalt Hartheim und im Vernichtungslager Sobibor an Morden beteiligt.

Dass Vallaster auf dem Kriegerdenkmal in Silbertal zum Opfer erklärt worden war, hat mit seinem Tod im Verlauf des Häftlingsaufstandes in Sobibor zu tun. Zu Hause wurde der Tod als Tod an der Kriegsfront umgedeutet.
Das Gestaltungskonzept stammt von der Künstlerin Sarah Schlatter.
Steine mit Inschriften
Die Gemeinde Silbertal gründete daraufhin eine Geschichtswerkstatt. Es wurde beschlossen, dass das alte Kriegerdenkmal entfernt wird und dafür ein mit Pflanzen und Steinen gestalteter Erinnerungsort entstehen wird.

Die Steine sind als Schriftträger gedacht und erinnern an die Opfer der NS-Herrschaft: an Soldaten, Flüchtlinge, Zwangsarbeiter und Euthanasieopfer.

Der Text, Vallaster betreffend, wird lauten: "Wir erinnern an einen Mitbürger, der sich in der Euthanasieanstalt Hartheim und im Vernichtungslager Sobibor an der Ermordung tausender Menschen schuldig gemacht hat. Josef Vallaster, SS-Scharführer. 1910 Silbertal/ 1943 Sobibor".
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