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MI | 11.04.2012
Fritz Amann (Bild: ORF)
LANDTAGSWAHL
Fritz Amann sorgt sich um Zukunft der FPÖ
Nach ihren deutlichen Zuwächsen bekommt die FPÖ vier zusätzliche Mandate im Landtag. Künftig nicht mehr dabei ist der bisherige Klubobmann Fritz Amann. Er findet zum Abschied kritische und besorgte Worte über seine Partei.
Amann hatte bereits im Vorfeld der Wahl angekündigt, sich aus der Landespolitik zurückzuziehen.
Kritik nach Eggers "Exil-Juden"-Aussage
Amann hatte sich bereits während des Wahlkampfes von den Aussagen des Landes-Parteichefs Dieter Egger distanziert. Nachdem Egger den Direktor der Jüdischen Museums Hanno Loewy als "Exil-Juden aus Amerika" bezeichnete, den die Innenpolitik nichts angehe, übte Amann scharfe Kritik.

Solche Begriffe seien "keine Worte, die ich so verwenden würde", sagte Amann. Dadurch, dass sich Egger nicht entschuldige, entstehe riesengroßer Schaden, sagte er damals: "Zum einen wird die freisinnige-liberale Vorarlberger FPÖ in die braune Suppe geworfen, zum anderen könnte die Partei durch die Oppositionsrolle geschädigt werden."
Dieter Egger habe mit dem Ausländer-Thema überwiegend am rechten Rand nach Stimmen gefischt, so Fritz Amann.
"Überwiegend am rechten Rand gefischt"
Nun verlässt Amann den FPÖ-Klub nicht, ohne erneut Kritik zu üben. 25 Prozent für die FPÖ seien natürlich ein sensationelles Ergebnis, sagt er, aber man habe dafür zu viel geopfert. Dieter Egger habe mit dem Ausländer-Thema überwiegend am rechten Rand nach Stimmen gefischt.

Weil die FPÖ künftig aber nicht mehr in der Regierung sei, könnten die Wahlversprechen, wenn überhaupt, nur schwer umgesetzt werden, meint Amann. Und dann würden die Wähler davon laufen.
"Befürchte ähnliches Schicksal wie SPÖ"
Amann befürchtet für die Freiheitlichen ein ähnliches Schicksal wie für die Sozialdemokraten. Wenn man nicht mehr in der Regierung sei, dann gehe es nur noch abwärts. Die SPÖ hat bei der Landtagswahl mit 10,1 Prozent der Stimmen eine historische Schlappe erlitten.
Vier zusätzliche Mandate gewonnen
Die Riege der Freiheitlichen wird in der kommenden Gesetzgebungs-Periode deutlich anwachsen - die FPÖ hat künftig neun statt wie bisher fünf Mandate. Das Klubobmann-Amt wird möglicherweise nach dem Abgang von Fritz Amann und dem Ausschluss der FPÖ aus der Regierung FPÖ-Obmann Dieter Egger selbst übernehmen.

Je nach dem, welches Mandat Egger annimmt ist entscheidend dafür, welche drei aus dem Quartett Rudolf Jussel, Kornelia Spiß, Hubert Kinz und Walter Schönbeck in den Landtag kommen. Bevor sich Egger entscheidet, will er noch die Auswertung der Vorzugsstimmen abwarten. Und auch die regionale Verteilung der Mandate werde bei seinen Überlegungen eine Rolle spielen, so Egger.
Egger gab sich nach seinem Sieg überzeugt, dass Sausgruber den Wählerwillen nicht ignorieren werde.
Egger schreibt Regierung noch nicht ab
Eine Regierungsbeteiligung seiner Partei hat Egger aber noch nicht abgeschrieben, obwohl Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) eine Fortführung der schwarz-blauen Koalition am Wahlsonntag erneut ausschloss. Grund für das Ende der Zusammenarbeit ist Eggers "Exil-Juden"-Aussage. Egger gab sich nach seinem Sieg aber überzeugt, dass Sausgruber den Wählerwillen nicht ignorieren werde.
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