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MI | 11.04.2012
Michael Ritsch (Bild: APA/Stiplovsek)
SAMSTAGINTERVIEW
Ritsch stellt Bürgermeisterkandidatur in Frage
SPÖ-Landeschef Michael Ritsch zweifelt, ob er in Bregenz als Bürgermeisterkandidat antritt. Es gebe noch keine Entscheidung, er sehe aber nach dem schlechten Landtagswahlergebnis keinen Wählerauftrag, so Ritsch im Samstaginterview.
Nach Wahldebakel SPÖ-Chef geblieben
Ritsch ist der erste Gast beim Samstaginterview nach der Sommerpause. Seine Partei lief vergangenen Sonntag bei der Landtagswahl in ein Debakel: Mit nur zehn statt knapp 17 Prozent rutschten die Sozialdemokraten von Platz zwei auf Platz vier ab. Von ihren bisher sechs Landtagsmandaten müssen sie drei abgeben.

Nach der Wahl bot Ritsch seinen Rücktritt an, das wurde jedoch von der Partei abgelehnt. Der 41-jährige, der die Vorarlberger SPÖ seit zwei Jahren führt, soll die Partei also aus ihrer tiefsten Krise herausholen.
Nicht nur für die Sozialdemokratie sei das immer noch schmerzhaft, sondern auch für ihn persönlich, so Ritsch.
"Sehe keinen Auftrag der Wähler"
"Diese Ohrfeige tut immer noch weh", sagt Michael Ritsch eine knappe Woche nach dem SPÖ-Debakel bei der Landtagswahl. Nicht nur für die Sozialdemokratie sei das immer noch schmerzhaft, sondern auch für ihn persönlich.

Nun stellt Ritsch auch in Frage, dass er bei den Gemeindewahlen im März als Bürgermeisterkandidat in Bregenz antritt. Auch wenn in der Partei noch keine Entscheidung gefallen sei, er sehe in dem schlechten Wahlergebnis keinen Auftrag der Wähler für eine Bürgermeisterkandidatur, so Ritsch.
Wähler in Kerngebieten zur FPÖ gewechselt
Enttäuscht zeigte sich Ritsch vor allem darüber, dass die Wähler gerade in den Bregenzer SPÖ-Kerngebieten wie Achsiedlung und Vorkloster eins zu eins zu den Freiheitlichen gewechselt seien. Vor der Landtagswahl galt eine Kandidatur von Ritsch bei den Gemeindewahlen im März in Bregenz als fix.
Besonders für die jungen Menschen, für die die Ausländerfrage ein zentrales Thema sei, habe die SPÖ offensichtlich keine Vision anzubieten, so Ritsch.
Ordnungsbeauftragte in Wohngebieten
Besonders für die jungen Menschen, für die die Ausländerfrage ein zentrales Thema sei, habe die SPÖ offensichtlich keine Vision anzubieten, räumte Ritsch ein. Die Landespartei werde nun konkrete Vorschläge zur Integrationspolitik erarbeiten, da sei die SPÖ-Linie im Wahlkampf zu wenig erkennbar gewesen. Zu solchen Vorschlägen könnten etwa Ordnungsbeauftragte zählen, die in großen Wohnsiedlungen das Zusammenleben koordinieren, kündigte Ritsch an.
Nachdenken über zweite Jugendorganisation
Bei den jungen Wählern hat die SPÖ insgesamt besonders schlecht abgeschnitten. Als Konsequenz denkt Ritsch über den Aufbau einer weiteren Jugendorganisation neben der eher links angesiedelten Sozialistischen Jugend nach. So könnten Menschen, die politisch eher in der Mitte angesiedelt sind, besser angesprochen werden, sagt der SPÖ-Landeschef.
Audio: Das Interview
Das Gespräch mit Michael Ritsch hat Politikredakteur Erik Sandner geführt.

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