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MI | 11.04.2012
Ludescher/Marent (Bild: VLK)
Ludescher, Marent
SICHERHEIT
Wechsel an Spitze der Sicherheitsdirektion
Nach 19 Jahren ist Elmar Marent als Sicherheitsdirektor feierlich in die Pension verabschiedet worden. Gleichzeitig wurde Hans-Peter Ludescher als neuer Direktor angelobt. Zum Festakt reiste auch Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) an.
Personalwechsel nach 19 Jahren
Der 48-jährige Hans-Peter Ludescher ist am Freitag in Bregenz im Rahmen eines Festakts von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zum neuen Sicherheitsdirektor für Vorarlberg bestellt worden. Ludescher folgt damit Elmar Marent (62) nach, der nach knapp 19 Jahren als Sicherheitsdirektor per 30. September in den Ruhestand trat.
Neuer Sicherheitsdirektor (Bild: VLK)
Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler, Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), der neue Sicherheitsdirektor Hans-Peter Ludescher, der ehemalige Sicherheitsdirektor Elmar Marent, Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP)
"Festtag mit einem Wermutstropfen"
Innenministerin Fekter sprach von einem Festtag mit einem Wermutstropfen. Elmar Marent, seit 1965 im Polizeidienst, habe ihr einen unschätzbaren Dienst erwiesen, als er im vergangenen Jahr das Amt des Generaldirektors der öffentlichen Sicherheit interimistisch übernahm.

Kurz nach ihrem Amtsantritt als Innenministerin sei es nicht leicht gewesen, die Position des höchsten Polizisten Österreichs zu besetzen. Marent habe die Aufgabe mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz gelöst.
Ludescher/Marent (Bild: VLK)
Innenministerin Maria Fekter war Rednerin beim Festakt.
"Kompetente Persönlichkeiten"
Fekter lobte sowohl Marent als auch Ludescher als sehr kompetente Persönlichkeiten mit ausgeprägten sozialen Fähigkeiten. Die Entscheidung für Ludescher sei insofern leicht gewesen, als er sowohl Wunschkandidat des Landes als auch des Ministeriums gewesen sei.

Sie sprach dem neuen Sicherheitsdirektor das vollste Vertrauen aus. Bei Marent bedankte sie sich insbesondere für seine Zeit in Wien und wünschte ihm schöne Stunden auf dem Golfplatz: "Bisher ist das Handicap so, dass es erträglich ist. Man kann sagen: Der war auch bei der Arbeit", erklärte Fekter unter dem Gelächter der Festgäste.
"Darf mich in den Ruhestand abmelden"
Marent erzählte in seinen Abschiedsworten von seinen Anfängen als Gendarm ebenso wie von seiner Station in Wien als Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. Dabei schilderte er eindrücklich, wie sich die Polizeiarbeit im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Seine Rede schloss er an die Innenministerin gerichtet: "Ich darf mich in den Ruhestand abmelden!".

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Video: Beitrag aus "Vorarlberg heute" von ORF-Redakteur Georg Fabjan.
"Organisierte Kriminalität klein gehalten"
Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) betonte die Bedeutung der Sicherheit. "Wenn sie weniger wird, verliert vieles an Glanz", so der Landeshauptmann. Er bedankte sich bei Marent für das große Engagement, das auch durch die hohe Aufklärungsquote belegt sei, und dafür, dass die organisierte Kriminalität klein gehalten werden konnte.
Ludescher/Marent (Bild: VLK)
Der neue Sicherheitsdirektor Hans-Peter Ludescher mit Landeshauptmenn Herbert Sausgruber (ÖVP)
"In kühnsten Träumen nicht ausgedacht"
Ludescher betonte in seinen Dankesworten, Bewährtes bewahren zu wollen und gleichzeitig offen für Neues zu sein. "Vor 30 Jahren hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgedacht, ein Mal als Sicherheitsdirektor sprechen zu dürfen", gab sich Ludescher - zuletzt 19 Jahre Stellvertreter von Marent - bescheiden.

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Video: Ludescher war am Freitag zu Gast in "Vorarlberg heute". Das Interview führte Moderator Christoph Waibel.
Mennel als Landtagspräsidentin begrüßt
Gleich zu Beginn der Feierlichkeiten kam es zu einem möglicherweise bedeutenden Hoppala. Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) begrüßte ÖVP-Abgeordnete Bernadette Mennel als Landtagspräsidentin. Offiziell ist diese Position noch gar nicht vergeben, Vize-Präsidentin Mennel gilt aber schon länger als Favoritin.
Marent: Vom Gendarmen zum Generaldirektor
Der 62-jährige Hörbranzer Marent begann beim Gendarmerieposten Bregenz, danach war er neun Jahre in Tirol stationiert. Nebenbei absolvierte er in Innsbruck ein Jus-Studium.

Zurück in Vorarlberg leitete er zuerst die Kriminal- und Verwaltungspolizei in der Sicherheitsdirektion. Am 1. April 1990 wurde er schließlich Sicherheitsdirektor.

Zum Ende seiner Karriere, im Jahr 2008, war er für ein halbes Jahr Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit und damit der höchste Sicherheitsbeamte in Österreich.
Ludescher: 19 Jahre lang Stellvertreter
Die ganzen 19 Jahre lang war Hans-Peter Ludescher Marents Stellvertreter. Der 48-Jährige galt sofort als Favorit für den Posten, als Marent ankündigte, in Pension zu gehen. Als die Stelle dann offiziell ausgeschrieben wurde, war er der einzige Bewerber.

Ludescher hat nach seiner Grundausbildung zum Gendarmen als studierter Jurist sieben Jahre in Salzburg und weitere zwei Jahre in der Bundespolizei-Direktion Wien in verschiedenen Bereichen gearbeitet. 1990 kehrte Ludescher nach Vorarlberg zurück und wurde zum Stellvertreter von Sicherheitsdirektor Elmar Marent enannt. Nun ist er der höchste Sicherheitsbeamte im Land.
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