Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Juergen Weiss (Bild: APA/OTS/P. Grausam)
Jürgen Weiss
AUSZEICHNUNG
Goldenes Ehrenzeichen für Jürgen Weiss
Dem ehemaligen Bundesminister und Bundesratspräsidenten Jürgen Weiss ist das Goldene Ehrenzeichen des Landes verliehen worden. Neben ihm wurden zwölf weitere Persönlichkeiten geehrt, darunter Wolfurts Ex-Bürgermeister Erwin Mohr.
Sausgruber/Weiss (Bild: ORF)
Bei der Ehrung: Herbert Sausgruber, Jürgen Weiss
"In höchster Position verdient gemacht"
Der Nationalfeiertag ist traditionell der Anlass, verdiente Vorarlberger mit Landes- und Bundesauszeichnungen zu ehren. Gewürdigt wurde unter anderem der ehemalige Bundesminister und Bundesratspräsident Jürgen Weiss.

Er erhielt das Goldene Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg. Der Bregenzer vertrat Vorarlberg fast drei Jahrzehnte im Bundesrat und war drei Jahre lang Bundesminister für Föderalismus und Verwaltungsreform.

Weiss habe sich in höchster Position um Vorarlberg und seine Bevölkerung verdient gemacht und sei dabei immer bescheiden geblieben, lobte Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP). Außerdem habe sich Weiss für viele soziale und karitative Einrichtungen engagiert.
Mohr/Sausgruber (Bild: ORF)
Erwin Mohr, Herbert Sausgruber
Silbernes Ehrenzeichen für Erwin Mohr
Mit dem Silbernen Ehrenzeichen wurde Wolfurts ehemaliger Bürgermeister Erwin Mohr ausgezeichnet. Dieser habe in seiner 24-jährigen Amtszeit maßgeblich dazu beigetragen, dass Wolfurt "zu den Wohlfühlgemeinden Vorarlbergs zähle", betonte Sausgruber.

Auch als Vizepräsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes, Präsidiumsmitglied des Österreichischen Gemeindebundes und Mitglied im Ausschuss der Regionen habe Erwin Mohr Impulse gesetzt und Spuren hinterlassen.
Fünf Persönlichkeiten wurden mit dem großen Verdienstzeichen des Landes geehrt.
Großes Verdienstzeichen des Landes
Das große Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg erhielten folgende fünf Persönlickeiten (jeweils mit der Begründung für die Auszeichnung):

Doris Allgäuer aus Hard hat sich durch ihr langjähriges besonderes Engagement für benachteiligte Menschen in Weissrussland hervorgetan. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind durch ihre Initiative zahlreiche Hilfsprojekte insbesondere für behinderte und kranke Menschen entstanden. Auch an der Errichtung des ersten weißrussischen Kinderdorfes in Gomel war sie beteiligt. Die Projekte von Doris Allgäuer werden seit vielen Jahren auch vom Land Vorarlberg unterstützt.

Professor Hubert Allgäuer aus Feldkirch ist Autor des Vorarlberger Mundartwörterbuches, an dem er zwölf Jahre lang gearbeitet hat. Das Werk beinhaltet neben dem Vorarlberger Wortschatz auch geläufige Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten sowie zahlreiche Erklärungen zu den sprach-kulturgeschichtlichen Hintergründen. Damit schließt es eine Lücke im Sinne einer aktuellen Bestandsaufnahme der Vorarlberger Mundart.

Heinz Bertolini aus Dornbirn engagiert sich seit vielen Jahrzehnten auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene. Schon 1956 war er Gründungsmitglied der "Vorarlberger Akademiker", einer Vereinigung, die frei von ideologischen Bindungen den Kontakt zwischen ihren Mitgliedern verschiedener politischer oder weltanschaulicher Überzeugungen zu fördern suchte. 2003 gründete Bertolini das Montagsforum als Weiterbildungsplattform in den Bereichen Geschichte, Kultur, Religion und Philosophie. Die Veranstaltungen ziehen wöchentlich um die 500 interessierte Teilnehmer an.

Norbert Methlagl aus Nenzing hat sich vor allem für die Ausbildung Jugendlicher, aber auch um die Weiterbildung Erwachsener im Bezirk Bludenz verdient gemacht. Gründung und Aufbau der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Bludenz gehen wesentlich auf seine Initiative zurück, ebenso das Lehrhotel Rätia. 1989 gründete Methlagl die Volkshochschule Bludenz.

Kommerzialrat Peter Schenk aus Rankweil ist als langjähriger Innungsmeister der Vorarlberger Friseure bekannt. Seit 1989 hat er diese Funktion ausgeübt und es in dieser Zeit geschafft, in unnachahmlicher Weise das Image des Friseurberufes zu fördern. Ein besonderes Anliegen war ihm stets die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. Er war Mitbegründer der Landesmeisterschaft der Lehrlinge sowie der Frisurenshow im Festspielhaus. In seinen eigenen Friseursalons hat Peter Schenk in vier Jahrzehnten etwa 70 Lehrlinge ausgebildet.
Verdienstzeichen des Landes:
Weitere zwei Persönlichkeiten durften das Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg entgegennehmen:

Christine Breznik aus Hohenweiler engagiert sich seit 20 Jahren ehrenamtlich für den Verein "Möwe", der sich in erster Linie um die Urlaubs- und Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderungen kümmert.

Franz-Karl Eggler aus Bludenz ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Dritte-Welt-Verein in Bludenz tätig. Zudem engagierte er sich mehrere Jahre lang als Sachwalter in Diensten des Instituts für Sozialdienste. Als Nachfolger von Norbert Methlagl übernahm er die Leitung der Volkshochschule Bludenz, die unter seiner Führung ihr Kursangebot ausbauen konnte.
Bundesauszeichnungen
Vier Vorarlberger Persönlichkeiten wurden Bundesauszeichnungen verliehen:

Dem langjährigen Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Elmar Troy aus Hohenems wurde der Berufstitel "Obermedizinalrat" verliehen. Troy hat im Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin mehr als 20 Jahre lang den Fachausschuss "Impfungen" geleitet. Die Einführung der jährlichen "Impf-Sommergespräche", des Impfgutscheinheftes sowie der 4-fach, 5-fach und 6-fach-Impfungen sind seiner Initiative und Mitwirkung zu verdanken.

Wolfgang Lässer aus Lochau, ein österreichweit anerkannter Experte für Kirchenmusik, darf sich künftig Professor nennen. Er war Mitbegründer der Musikhauptschule Bregenz-Belruptstraße und initiierte dort die "Cantores Brigantini". In 22 Jahren als Chorleiter hat Lässer es geschafft, zahlreiche Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene für den Chorgesang zu begeistern und zu einem beachtlichen sängerischen Niveau zu führen.

Der Schwarzacher Bürgermeister Helmut Leite erhielt das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Er steht seit mittlerweile 30 Jahren an der Spitze seiner Heimatgemeinde. Zu den Erfolgen dieser Zeit zählt die Ansiedlung vieler namhafter Betriebe in Schwarzach; die Gemeinde wurde als wirtschaftsfreundlichste Gemeinde Österreichs ausgezeichnet. Zu den wichtigsten Bauprojekten in Leites Amtszeit zählen das Sport- und Erholungszentrum sowie das neue Feuerwehrhaus.

Der Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Klaus, Herbert Bitsche, bekam das Silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich überreicht. Bitsche stand fast 30 Jahre in Diensten der Ortsfeuerwehr in Klaus vor, davon zehn Jahre als Kommandant. Von 1999 bis 2006 war er Bezirksfeuerwehrinspektor in Feldkirch.
Hintergrund: Die Ehrenzeichen des Landes
Ausgewählte und zum Teil gekürzte Bestimmungen aus dem "Gesetz über das Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg" (Ehrenzeichengesetz):

Die Verleihung erfolgt für "Hervorragende Verdienste um das Land Vorarlberg und auf Sachgebieten, die in der Vollziehung Landessache sind".

Es gibt zwei Auszeichnungsstufen des Ehrenzeichens in Gold und Silber.

Neben dem Landeshauptmann und dem Landtagspräsidenten, die kraft Amtes automatisch Besitzer des Goldenen Ehrenzeichens sind, dürfen nur maximal 24 Personen gleichzeitig dieses Ehrenzeichen haben.

Die Verleihung wird vom Landesehrenzeichenrat bestimmt. In diesem sitzen der Landeshauptmann, der Landtagspräsident, zwei weitere Mitglieder der Landesregierung, ein Bürgermeister und vier weitere Mitglieder.
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