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MI | 11.04.2012
Gemeindewahl 2010 (Bild: ORF)
GEMEINDEWAHL '10
Mangel an Bürgermeisterkandidaten
Die Gemeindewahl mit Bürgermeisterdirektwahl steht vor der Tür. In einigen Orten wollen die bisherigen Bürgermeister nicht mehr antreten, doch vor allem in den kleinen Gemeinden ist es oft schwer, einen Nachfolger zu finden.
Josef Moosbrugger, Bürgermeister Bizau (Bild: ORF)
Josef Moosbrugger.
Bizau: "Ungenügend soziale Absicherungen"
Am 1. Februar ist Schluss für die Eingabe der Listen zur Gemeindewahl. In Bizau will Bürgermeister Josef Moosbrugger nach 15 Jahren das Amt abgeben, doch bisher gestalten sich die Gespräche mit möglichen Nachfolgern schwierig.

"Es drängt sich niemand vor. Es sind ungenügend soziale Absicherungen, die ein Bürgermeister hat - es ist ein Amt mit Zeitablauf und man steht natürlich in der Kritik und das ist in einem Dorf schon ein Kriterium, dass man vielleicht lieber bei den Schiedsrichtern ist, als bei den Spielern", so der scheidende Bürgermeister Josef Moosbrugger.

Verbesserungen für das Bürgermeisteramt wären laut Moosbrugger etwa bei der Pension und bei den Abfertigungen möglich. Erleichtern würde die Suche auch, wenn man halbwegs sicher wieder in den alten Beruf zurückkehren könnte, meint Moosbrugger.
Peter Bereuter, Bürgermeister Lingenau (Bild: ORF)
Peter Bereuter.
Lingenauer Bürgermeister geht in Pension
Der Bürgermeister von Lingenau, Peter Bereuter, wird in Pension gehen. Damit ist Lingenau die vorerst größte Gemeinde ohne Bürgermeisterkandidat. Die Suche nach einem Nachfolger ist laut Bereuter sehr schwierig.

"Ich mache mir schon Sorgen. Es ist sehr schwierig, denn der Aufgabenbereich ist sehr, sehr groß. Wenn man diese Aufgabe hauptberuflich übernimmt, dann ist es etwas leichter zu bewältigen, aber, wenn man das, wie ich nebenberuflich macht, ist es eine sehr große Herausforderung", sagt Bereuter.
Hans Bertsch, Bürgermeister Kennelbach (Bild: ORF)
Hans Bertsch.
Kennelbach: "Gehalt ist nicht entscheidend"
Auch im Gemeindeamt Kennelbach trägt man die Last der Kandidatensuche. Bürgermeister Hans Bertsch ist vor etwas mehr als einem Jahr in dieses Amt gekommen.

Sein Vorgänger hatte sich schon für eine Gehaltserhöhung eingesetzt, um leichter jemanden für die Politik zu motivieren.

Seit einer Verordnung des Landes vor drei Jahren haben Politiker in Kleinstgemeinden nun einen Höchstbezug von 6.600 Euro brutto. Das sind um 2.000 Euro mehr, als noch davor.

"Ich glaube, der Gehalt allein ist für einen Bürgermeister nicht entscheidend. Also, vor allem in den Kleinstgemeinden ist es sicherlich so, dass, bei einem Nettobezug von 1.000 Euro bis 1.500 Euro, sicherlich niemand sich bereit erklärt, nur wegen des Geldes, diese zeitaufwändige Arbeit, die ohne soziale Absicherung durchzuführen ist, zu übernehmen", so Bertsch.

Der Kennelbacher Bürgermeister hat übrigens auf sein deutlich besseres Gehalt in der Schweiz verzichtet um das Amt anzunehmen.
Egon Troy, Bürgermeister Bildstein (Bild: ORF)
Egon Troy.
Bildstein: "Schwer jemanden zu überreden"
Auch in Bildstein soll es demnächst einen Bürgermeisterwechsel geben. Egon Troy kandidiert im März zwar noch bei der Gemeindewahl, will aber während der Legislaturperiode wechseln. Nach zwölf Jahren im Amt, sucht Troy jetzt nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin:

"Bei den Frauen ist es besonders schwierig, dass sie sich "überreden lassen". Aber, man muss das auch akzeptieren, wenn sie sagen, ich bin bei der Familie zu Hause und ich habe auch noch andere Jobs", so Bürgermeister Egon Troy.
Vorarlberg Heute Beitrag zum Nachsehen:
ORF-Redakteur Georg Fabjan hat mit Bürgermeistern gesprochen, die ihr Amt abgeben wollen und sich auf die schwierige Suche nach einem Nachfolger begeben haben.

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