Vorarlberg ORF.at
MI | 11.04.2012
Ueberflutung Lochau (Bild: R. Mohr)
UNWETTER
Erneut Überflutungen nach starkem Regen
Das Vorarlberger Unterland ist erneut massiv von Überschwemmungen betroffen. In Lochau traten alle Bäche über die Ufer. Keller wurden überflutet, Straßen gesperrt. Auch Dornbirn und Wolfurt waren betroffen.
Ueberflutung Lochau (Bild: R. Mohr)
Volksschule Lochau Ueberflutung (Bild: R. Mohr)
Volksschule in Lochau
Wasser in Schulen bis zu einem Meter hoch
Lochau kommt nicht zur Ruhe: Sämtliche Bäche traten in der Nacht über die Ufer. Viele Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen, sagt Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler.

Neben privaten Kellern standen auch die Volks- und die Hauptschule unter Wasser, berichtet Schwärzler. Hier sei "sehr großer Schaden" entstanden. Auch ins Hackgut-Lager des Heizwerks sei Wasser eingedrungen.

Nach Angaben von Lochaus Feuerwehr-Einsatzleiter Guntram Matt stand das Wasser in den Schulgebäuden teilweise bis zu einem Meter hoch. Bis zum Mittag liege der Schwerpunkt vor allem auf der Hilfe für überschwemmte Privathäuser.

Das Strandbad wurde ebenfalls beschädigt, Hunderte Kubikmeter Geröll und Schlamm wurden angespült und müssen von der Feuerwehr weggeräumt werden.
Schwärzler spricht von enormen Schäden
Schwärzler sagte gegenüber Radio Vorarlberg, die Schäden in Lochau seien enorm. Die Feuerwehr sei die ganze Nacht über im Einsatz gewesen und habe vor allem versucht, die ärgsten Wasserschäden zu verhindern. Dennoch sei man mit überfluteten Kellern vom Ortskern bis zur Firma Rupp konfrontiert.

Eine akute Bedrohung für Menschen sei aber nicht gegeben, sagt Schwärzler, auch wenn sich einige Häuser und Bereiche im Gefahrenbereich befänden.
Feuerwehren wieder ganze Nacht im Einsatz
Rund 300 Mann seien seit Dienstag nahezu ständig im Einsatz, sagt Matt. "Ich hab in Summe vielleicht zehn Stunden geschlafen", beschreibt er die seit mehreren Tagen anhaltenden Anstrengungen.

Am Freitagnachmittag sollen die Männer von Feuerwehren aus dem Bregenzerwald abgelöst werden.

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Landesgeologe überwacht Hänge
Landesgeologe Walter Bauer ist laut Bürgermeister Xaver Sinz ständig in Lochau unterwegs, um die vollgesogenen Hänge im Auge zu behalten, denn Rutschungen, die sich bei den Unwettern am Dienstag lösten, sind teilweise neuerlich in Bewegung geraten.

So verlegten etwa auf der Pfänderstraße wieder Muren mehrfach die Fahrbahn. Häuser am Pfänder mussten evakuiert werden.
Neue Schanze Lochau (Bild: R. Mohr)
"Neue Schanze" erneut betroffen
Auch "Neue Schanze" wieder betroffen
Auch die Siedlung "Neue Schanze", die von einem Rutsch bedroht wurde und in der nacht von Dienstag auf Mittwoch evakuiert worden war, ist erneut betroffen.

Der Hang oberhalb der Wohnanlage "Neue Schanze sei stabil geblieben, so Schwärzler. Dennoch sei wieder Wasser in Wohnungen eingedrungen.
Radweg auf 14 Metern unterspült
"Die letzte Nacht war von den Niederschlägen her eine Katastrophe", sagt Sinz. Die teils bereits reparierten Straßenstücke seien erneut vermurt, überschwemmt oder unterspült worden. In der Mehrzweckhalle hebe sich der Boden, die Keller der Schulen seien vollgelaufen und das Gebäude des Strandbads beschädigt.

Der Radweg davor sei auf einer Länge von 14 Metern unterspült worden, das müsse alles saniert werden. "Das ist ein Riesenschaden", erklärte Sinz.
Auch Keller in anderen Gemeinden überflutet
Laut Rettungs- und Feuerwehrleitstelle waren neben Lochau auch die Gemeinden Dornbirn und Wolfurt betroffen. Auch dort wurden einige Keller und Tiefgaragen überflutet.

Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle verzeichnete seit Mitternacht rund 80 Einsätze, die meisten im Bezirk Bregenz.
Prognose: Freitagnachmittag wird trocken
Laut Angaben der ZAMG fielen von Donnerstagabend bis Freitag früh in dem Gebiet rund 45 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Freitagnachmittag sollte bereits wieder trocken werden.

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Ueberflutungen Lochau (Bild: R. Mohr) Straßen und Bahn mussten gesperrt werden
Ein Mure ging auch auf die Pfänderstraße nieder. Die Straße wurde gesperrt. 30 Häuser sind dadurch nicht zugänglich, sagt Martin Alfare vom Landesfeuerwehrverband.

Die Bahnstrecke von Bregenz nach Lindau (D) war ebenfalls verschlammt. Sie wurde vorübergehend gesperrt, aber gegen 7.00 Uhr wieder freigegeben. Auch die L190 zwischen Lochau und Hörbranz musste gesperrt werden.

Einige Autofahrer, die trotz überfluteter Straßen versuchten, weiterzukommen, blieben im Wasser und im Schlamm stecken.

Die Feuerwehren von Bregenz, Hard, Lauterach und Dornbirn rückten zur Verstärkung in Lochau an.
"Aida" ins Festspielhaus verlegt
Der starke Regen hat am Donnerstagabend auch eine Auffühng der Oper am See unmöglich gemacht. Die Vorstellung der "Aida" wurde erstmals von Beginn an im Festspielhaus gegeben.
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