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MI | 11.04.2012
Flughafen Altenrhein (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
AUA und Altenrhein: Konflikt verschärft sich
Der Konflikt zwischen Austrian Airlines (AUA) und dem Flughafen Altenrhein nimmt an Schärfe zu. Der Flughafen hat ja die Verträge der AUA gekündigt. AUA-Vorstand Andreas Bierwirth gab sich bei einer Pressekonferenz in Dornbirn kampfbereit.
AUA pocht auf Kündigungsfrist
Der Flughafen Altenrhein hat im Oktober 2010 die Verträge mit der AUA gekündigt und will die Strecke Wien-Altenrhein ab Monatsende mit einer eigenen Fluglinie, "People's Vienna Line", bedienen.

Die "People's Vienna Line" ist vom Schweizer Flugplatz Altenrhein ("People's Business-Airport") im Kanton St. Gallen, einem der beiden Vorarlberger "Heimatflughäfen", gegründet worden und wird ab 28. März ihren Flugbetrieb nach Wien aufnehmen.

Der Vertrag mit der AUA, die die Strecke Altenrhein-Wien seit vielen Jahren fliegt, wurde vom Flugplatz aufgekündigt. Da allerdings eine fünfjährige Kündigungsfrist besteht, kann die AUA zumindest bis 2015 weiter den People's-Business-Airport nutzen.
"AUA wird sich sicher nicht zurückziehen"
Eines sei klar, stellte AUA-Vorstand Bierwirth bei der Pressekonferenz gleich vorneweg klar: Die AUA werde sich aus Vorarlberg sicher nicht zurückziehen, der Wettbewerb werde hoch bleiben. "Wir gehen in einen Verdrängungswettbewerb und haben das klare Ziel, in Altenrhein zu bleiben", stellte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth bei einer Pressekonferenz in Dornbirn unmissverständlich fest. Die AUA lasse sich nicht aus dem Vorarlberger Markt drängen.
Flughafen will Verträge nicht verlängern
"Zuerst nicht mehr können und dann plötzlich wieder wollen", so bewertet der Betreiber der "People's Vienna Line", Markus Kopf, die Kampfansage der AUA. Noch vor neun Monaten hatte es danach ausgesehen, als ob die Strecke Altenrhein-Wien für die AUA nicht mehr rentabel wäre. Die AUA habe sich die derzeitige Situation selbst zuzuschreiben, so Kopf.

Kopf, der gleichzeitig Eigentümer des Flugplatzes ist, will nach Ablauf der Kündigungsfrist nun als einziger Anbieter fliegen. Im Moment werde nicht daran gedacht, die Verträge nach Ablauf der fünfjährigen Kündigungsfrist zu verlängern.
"V-heute": Beitrag von Angelika Schwarz

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Beziehungen "derzeit nicht ohne Emotionen"
Bierwirth sagt, die Beziehungen zum Flughafen Altenrhein könnten derzeit nicht ohne Emotionen laufen. Er gehe aber von einem fairen Wettbewerb aus, und er erwarte sich vom Flughafen als Betreiber und Lieferant, dass man die Austrian Airlines ebenso korrekt abfertige und sie nach wie vor so präsent sei wie in der Vergangenheit.

Dass ein Flugplatz gleichzeitig eine Fluglinie betreibe, gebe es sonst nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der Ukraine. Während aber die AUA in Dubai ihre Schilder anbringen dürfe, seien diese in Altenrhein abmontiert worden.

Sollte die AUA in Zukunft Altenrhein tatsächlich verlassen müssen, so "würden wir den Wettbewerb von Friedrichshafen aus weiterführen", meinte Bierwirth auf Nachfrage.
"Wird Preiswettbewerb geben"
Die Fluggäste könnten vom schärferen Wettbewerb profitieren. Bierwirth rechnet jedenfalls kurzfristig mit fallenden Flugpreisen: Die Erfahrung aus analogen Märkten zeige, dass man relativ schnell in den Preiswettbewrb komme. Da fühle sich die AUA gut aufgestellt.

Doch wenn keine der Fluglinien mehr profitabel fliegt, könnte laut Bierwirth auch der Flughafen selbst gefährdet sein, und ohne Abflugmöglichkeit in St. Gallen wäre dann die Region Vorarlberg der große Verlierer.
Unternehmen begrüßen stärkeren Wettbewerb
Ab Ende März gibt es für die Vorarlberger mit der "People's Vienna Line" also eine weitere Alternative für Flüge nach Wien. Dann gibt es im Prinzip drei Anbieter für Flüge nach Wien: AUA und People's Vienna Line von Altenrhein und Intersky von Friedrichshafen aus.

Die Vorarlberger Unternehmen und Behörden begrüßen den stärkeren Wettbewerb, gebucht wird aber noch zurückhaltend.

Das Land Vorarlberg hat mit der "People's Viennaline" eine Vereinbarung über Reservierungen abgeschlossen - bei jedem der jährlich über 1.000 benötigten Wien-Tickets werde überprüft, welcher der drei Fluglinien Bestbieter sei.
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